Stadt soll Chancengleichheit schaffen

SP-Stadtparlamentarierin Monika Simmler beklagt den tiefen Frauenanteil in den oberen Etagen der Stadtverwaltung. Es seien Massnahmen zu prüfen, wie beispielsweise eine Quote.

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Der Frauenanteil in der Stadtverwaltung beträgt derzeit 33,2 Prozent. Vollzeitstellen sind jedoch zu lediglich 12.6 Prozent weiblich besetzt. Wie hoch die Frauenquote in den Führungsetagen der Stadtverwaltung ist, wird statistisch nicht erfasst. «Dass sowohl alle fünf Direktionssekretäre, als auch Stadtschreiber und Rechtskonsulent männlich sind, ist zwar nicht hoch repräsentativ, lässt sich aber als Indiz für die Untervertretung der Frauen in städtischen Führungspositionen werten», hält SP-Stadtparlamentarierin Monika Simmler in einer Interpellation an den Stadtrat fest. In kommunalen und kantonalen Verwaltungen sei überdies eine kontinuierliche Abnahme von Frauen in höheren Funktions- und Lohnstufen zu beobachten.

«Es braucht klare Bekenntnisse»

An Schweizer Universitäten und Hochschulen bilden Frauen seit Jahren die Mehrheit. Niemand könne somit behaupten, dass es zu wenige Anwärterinnen auf Führungspositionen gebe, so Simmler. «St. Gallen kann es sich gesellschaftlich und wirtschaftlich nicht leisten, das Potenzial der Frauen nicht auszuschöpfen. Dazu braucht es aber klare Bekenntnisse.» Ein solches wäre für Simmler die Einführung einer Frauenquote. Das Beispiel Norwegen zeige, dass diese funktioniere: Seit zehn Jahren müssen dort Verwaltungsräte börsenkotierter Firmen einen Frauenanteil von 40 Prozent aufweisen. «Anfangs war die Skepsis gross, nun soll das Gesetz auf andere Firmen übertragen werden.»

Zu mehr Chancengleichheit würden auch Jobsharing- und Teilzeitmodelle führen, hält Simmler fest. In ihrer Interpellation will sie vom Stadtrat wissen, ob dieser bereit ist, solche Massnahmen zu prüfen und zu fördern.

Zahlen öffentlich machen

Simmler fordert ausserdem Auskunft darüber, welche Rolle die Beauftragte für Chancengleichheit und die städtische Kommission «Gleiche Chancen» bei der Rekrutierung von Führungspersonen spielen. Und sie verlangt Transparenz: «Ist die Stadt bereit, den Frauenanteil in den oberen Lohnstufen jährlich zu veröffentlichen?» (sch)