Stadt muss mit gutem Beispiel vorangehen

Frage von Yvonne Joos (PFG): Noch immer ist die Ernährung der Familie primär Männer- und die Erziehung der Kinder primär Frauensache. Wie kann die Stadt die Gleichberechtigung von Frauen und Männern sowohl in der Erwerbs- als auch in der Haus- und Erziehungsarbeit fördern?

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Debora Buess Stadtparlamentskandidatin J-Grüne (Bild: Quelle)

Debora Buess Stadtparlamentskandidatin J-Grüne (Bild: Quelle)

Frage von Yvonne Joos (PFG): Noch immer ist die Ernährung der Familie primär Männer- und die Erziehung der Kinder primär Frauensache. Wie kann die Stadt die Gleichberechtigung von Frauen und Männern sowohl in der Erwerbs- als auch in der Haus- und Erziehungsarbeit fördern?

Debora Buess (Junge Grüne): Gibt man in eine Internet-Suchmaschine «Stadt St. Gallen Gleichstellung» ein, findet man so gut wie nichts. Ersetzt man «St. Gallen» durch eine andere Stadt wie Basel, Zürich oder auch Rapperswil-Jona, landet man schnell auf den städtischen Internet-Auftritten. Hat die Stadt St. Gallen das Jahr 1981, als der Gleichstellungsartikel in der Bundesverfassung festgeschrieben wurde, verschlafen? Mein kleiner Test bestätigt meine Befürchtung, dass bei uns Gleichstellung keine ernsthafte Zielsetzung ist.

Damit eine effektive Gleichstellung erreicht werden kann, müssen – nebst Betreuungsangeboten für Kinder – auch mehr Teilzeitstellen für Frauen und Männer geschaffen werden, auch in Kaderpositionen. Nur so kann die Arbeit im Haus und ausserhalb geteilt werden. Die Stadt müsste vorangehen und dies in den eigenen Betrieben fördern, damit es in der Privatwirtschaft selbstverständlicher wird. Es würde der Stadt gut tun, eine breite Diskussion über die Gleichstellung – nicht nur die Gleichberechtigung – zu führen.

Es gibt noch viel zu tun, um die Jahrtausende alten patriarchalen Strukturen zu überwinden. Gemeinsam müssen wir anpacken. Und alle werden profitieren: Frauen wie Männer.

Frage an Andreas Dudli (FDP): Seit gut zwei Jahren gilt das Reglement für nachhaltige Verkehrsentwicklung. Wie begründen Sie den Ausbau der Autobahn trotz des vom Volk klar angenommenen Zieles, den motorisierten Verkehr zu plafonieren?

Am 23. September wird das Stadtparlament neu bestellt. Vorher kommen im Tagblatt Kandidierende zu Wort. Sie beantworten in Form einer Stafette Fragen, die ihnen andere Kandidaten stellen.