Stadt kauft Spanisches Klubhaus

ST.GALLEN. Die Stadt St. Gallen hat das Spanische Klubhaus und die angrenzenden Liegenschaften erworben. Sie plant dereinst in der Häuserzeile bis zur Fachhochschule eine neue Überbauung. Zuvor gibt es eine Planung über das Gebiet Bahnhof Nord.

David Gadze
Drucken
Teilen
Das Spanische Klubhaus und die beiden Nachbargebäude gehören nun der Stadt. (Archivbild: Urs Bucher)

Das Spanische Klubhaus und die beiden Nachbargebäude gehören nun der Stadt. (Archivbild: Urs Bucher)

Was sich in den vergangenen Monaten abgezeichnet hat, ist jetzt definitiv: Die Stadt St. Gallen kauft das Spanische Klubhaus und das Nachbargebäude an der Lagerstrasse 10 den drei Familienausgleichskassen ab, welche die beiden Liegenschaften Ende 2013 erworben haben und an deren Stelle einen Büroneubau planten. Zudem hat die Stadt mit dem Eigentümer des Hauses an der Lagerstrasse 8 einen Immobilientausch vereinbart: Er bekommt das Gebäude am Rosenfeldweg 12 in der Lachen, wo derzeit der Mittagstisch und die nachschulische Betreuung des Schulhauses Feldli untergebracht sind. Damit ist die Häuserzeile vom Klubhaus bis zur Fachhochschule nun vollständig im Besitz der Stadt.

Planung über das ganze Areal

Mit dem Erwerb der Liegenschaften zieht der Stadtrat einen vorläufigen Schlussstrich unter das Planungsdesaster, das nach dem öffentlichen Widerstand gegen den Neubau der Ausgleichskassen entstanden war. Ausserdem ebnet er damit den Weg für die weitere Planung im Bereich des Klubhauses einerseits und andererseits im Gebiet Bahnhof Nord – soweit dies dort noch möglich ist. Obwohl es kaum Entwicklungsflächen gibt, kündigte Stadtplaner Florian Kessler gestern vor den Medien eine «Gesamtgebietsplanung» für das Areal vom «St. Leopard» und der Villa Wiesental bis zur Rathausunterführung an. Sie soll bis Ende Jahr abgeschlossen sein.

Sozialraumanalyse der FHS

«In einer ersten Phase werden wir eine Analyse des Handlungsbedarfs und der Handlungsspielräume vornehmen», sagte Kessler. Dabei ist nebst der Abklärung der rechtlichen Rahmenbedingungen und Gesprächen mit Grundeigentümern eine «Sozialraumanalyse» durch die FHS vorgesehen. Diese soll verschiedene Interessengruppen wie Anwohner und Gewerbler, aber auch die Öffentlichkeit befragen.

In der zweiten Phase sind ein partizipatives Verfahren zur «Erarbeitung einer städtebaulichen Idee» sowie Massnahmen zur Aufwertung des öffentlichen Raums geplant. Dabei sollen auch die Rahmenbedingungen für die bauliche Entwicklung und in der Lagerstrasse und für die Nutzung eines Neubaus definiert werden. Für den oberirdischen Parkplatz neben der Lokremise, der bis Ende 2028 an die SBB vermietet ist, habe die Stadt dem Kanton ein Übernahmeangebot gemacht, sagte Stadträtin Patrizia Adam. Die Antwort stehe aber noch aus.

Klubhaus bleibt vorerst

Bis zur Klärung aller Fragen wird das Spanische Klubhaus am bisherigen Standort weiterbetrieben. Im Hinblick auf eine Gesamtüberbauung steht es aber zur Disposition. Adam stellte auch in Aussicht, den geltenden Überbauungsplan für jenen Bereich gegebenenfalls zu ändern.

Zum Kaufpreis machte die Baudirektorin keine Angaben. Die Ausgleichskassen hätten an dem Geschäft nichts verdient. Die Frage, ob sie draufgelegt hätten, wollte sie nicht beantworten. Die Ausgleichskassen hatten das Klubhaus für 1,55 Millionen Franken und das Nachbargebäude für knapp zwei Millionen erworben. Aufgrund der aufgelaufenen Kosten dürfte man sich etwa in der Mitte gefunden haben – bei vier bis fünf Millionen.