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Stadt kann Klubhaus kaufen

ST.GALLEN. Die Familienausgleichskassen, die anstelle des Spanischen Klubhauses und des Nachbargebäudes einen Büroneubau planten, wollen die Gebäude an die Stadt verkaufen. Sie haben genug vom Hickhack. Die Stadt ist offen für den Kauf.
David Gadze
Das Spanische Klubhaus und das Nachbargebäude in der Lagerstrasse könnten an die Stadt gehen. Diese will dort eine Gesamtüberbauung. (Bild: Urs Bucher)

Das Spanische Klubhaus und das Nachbargebäude in der Lagerstrasse könnten an die Stadt gehen. Diese will dort eine Gesamtüberbauung. (Bild: Urs Bucher)

Was schon länger gemunkelt wurde, ist nun offiziell: Das Spanische Klubhaus steht wieder zum Verkauf. Die drei Familienausgleichskassen, die es im Jahr 2013 zusammen mit dem Nachbargebäude an der Lagerstrasse 10 gekauft hatten, haben die beiden Liegenschaften der Stadt zum Kauf angeboten. Der Stadtrat habe am Montag ein entsprechendes Schreiben der Familienausgleichskassen erhalten, bestätigt Baudirektorin Patrizia Adam auf Anfrage.

In der Planung ausgebremst

Die Familienausgleichskassen planten anstelle der beiden Liegenschaften ein Bürogebäude, welches sie selbst nutzen wollten. «Seit wir die Planung vorantreiben, werden uns Knüppel zwischen die Beine geworfen, obwohl wir von den Behörden grünes Licht erhalten haben», begründet Hans M. Richle, Präsident einer der drei Ausgleichskassen, das Verkaufsangebot.

Die Neubaupläne hatten zu einer breiten öffentlichen Diskussion um die Entwicklung des ganzen Areals Bahnhof Nord geführt. Die Stadt erklärte sich daraufhin bereit, ihre Liegenschaften am anderen Ende der Häuserzeile in der Lagerstrasse an einen Investor abzugeben, und forcierte eine gemeinsame Planung der Neuüberbauung. Das Vorhaben verkam jedoch zur Farce, nachdem sie auf Druck der Ausgleichskassen bloss einem geschlossenen Wettbewerb mit vier Architekturbüros zugestimmt hatte, diese die Einladung aufgrund der ungenügenden Bedingungen aber allesamt ausschlugen. Zudem lehnten zwei der angefragten Architekten die Teilnahme in der Jury ab. Schliesslich wurde der Neubau auch zu einem Politikum, als die beiden SP-Stadtparlamentarier Doris Königer und Gallus Hufenus beim Stadtrat eine Motion einreichten, in der sie einen Planungsstop forderten.

Verkauf nur an Stadt

Als Käufer für die Liegenschaften komme nur die Stadt St. Gallen in Frage, sagt Richle. «Wenn die Stadt dort eine ganzheitliche Planung will, wollen wir nicht im Weg stehen.» Komme es jedoch nicht zu einer Einigung, werde man keinen anderen Abnehmer für die Liegenschaften suchen, sondern das ursprüngliche Projekt weiterverfolgen.

Zur Höhe des Verkaufspreises machen weder die Familienausgleichskassen noch die Stadt Angaben. Richle betont aber, dass man sämtliche Ausgaben gedeckt haben möchte. Die Familienausgleichskassen hatten das Gebäude einst für rund 1,5 Millionen Franken gekauft. Der Kaufpreis des Nachbargebäudes ist nicht bekannt. Hinzu kommen bisherige Planungskosten, Zinsausfälle und so weiter.

Die Stadt verzichtete damals, ihr Vorkaufsrecht für das Klubhaus wahrzunehmen – offiziell, weil es ihr zu teuer war. Patrizia Adam betont nun, dass es gut wäre, wenn der Stadt die ganze Häuserzeile gehören würde. «Wir sind bereit, mit den Familienkassen über einen Verkauf zu verhandeln. Der Preis muss für uns aber vertretbar sein.»

Klubhaus muss weichen

Am Schicksal des Spanischen Klubhauses dürfte sich nichts mehr ändern. Sollte es in den Händen der Familienausgleichskassen bleiben, sei unabhängig vom Baubeginn eine Verlängerung des Ende April 2015 auslaufenden Mietvertrages nicht denkbar, sagt Hans M. Richle. Und auch die Stadt hat im Fall eines Kaufs nicht vor, das Klubhaus zu erhalten. «Wenn wir alle Liegenschaften an der Lagerstrasse übernehmen, wollen wir das Klubhaus nicht renovieren, sondern das gesamte Areal einem Investor für eine Überbauung mit öffentlicher Nutzung im Erdgeschoss übergeben», sagt Patrizia Adam. Grundsätzlich sei es aber denkbar, den Mietvertrag der Spanier bis zum definitiven Abbruch zu verlängern.

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