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STAAD: Eine Busfahrt durch die Welt

Die Schüler des Schulkreises Staad arbeiten eine Woche lang als Radiomoderatoren, Fotografen und Filmemacher. Der Radio-Bus des Kinderdorfs Pestalozzi dient als Studio für die Schüler der dritten bis sechsten Klasse.
Henrik Jochum
Das Wort haben Dreierteams der dritten bis sechsten Klasse mit ihren selbstgeschriebenen Texten. (Bild: Henrik Jochum)

Das Wort haben Dreierteams der dritten bis sechsten Klasse mit ihren selbstgeschriebenen Texten. (Bild: Henrik Jochum)

STAAD. Ein blauer Bus steht vor der Schule. Drumherum ein Festzelt, in dem Eltern, Lehrer und Schüler den Lautsprechern lauschen. Dreierteams aus der dritten bis sechsten Klasse erzählen der Welt über ihre Schule, die Umgebung oder generell Wissenswertes. Auch Gäste werden zu Wort gebeten: Der FM1-Moderator Joe Keller oder Kinderbuchautor Jürg Loser werden im Bus interviewt. Über fünf Tage verteilt moderieren 27 Schüler neun Stunden lang. Mit organisatorischer Unterstützung der Lehrer entscheiden die Schüler über den Inhalt.

Neben dem Radio machen die 150 involvierten Kinder Fotos, Videos oder schreiben Beiträge. Diese werden auf der Webseite des Schulkreises Staad veröffentlicht, um die Woche für die Bevölkerung zu dokumentieren. Jeden Abend gibt es entweder kostenlose Livemusik, organisiert von Open Air Musig am See, oder Public Viewing der EM-Viertelfinalspiele am Donnerstag und Freitag; natürlich dokumentiert von den Nachwuchsjournalisten aus Staad.

Unterstützung auch von Eltern

Die Schüler sind mit Herzblut beim Projekt. Die Stimmung ist hoch, überall auf dem Schulareal wuseln Schüler herum, teils mit Kamera, teils mit Texten, die sie für ihre anstehende Sendezeit einstudieren. Das Ziel ist, dass die Kinder Radio als ein Live-Erlebnis erfahren und so wenig wie möglich aus aufgenommenen Beiträgen besteht. «Die Schüler haben gelernt, was es alles braucht, um eine Radioshow auf die Beine zu stellen», sagt Peter Vollenweider, Lehrer der sechsten Klasse. «Die Ideen fürs Programm kommen alle von den Kindern, die Lehrer haben nur bei der Planung geholfen.» Auch die Eltern wurden eingespannt. Für die Festwirtschaft, die neben klassischen Schweizer Spezialitäten auch Speisen aus verschiedenen Ländern anbietet, haben sie Kuchen gebacken und helfen beim Verkauf.

Peter Vollenweider Primarlehrer, Staad (Bild: Henrik Jochum)

Peter Vollenweider Primarlehrer, Staad (Bild: Henrik Jochum)

Eine Erfahrung fürs Leben

Peter Vollenweider ist stolz auf die Schüler. «Sie haben grosses Engagement gezeigt, und man merkt, dass sie in den vergangenen Wochen viel gelernt haben.» Parallel zur Vorbereitung auf die Radiowoche wurde der Lehrplan auf Medien ausgerichtet. Ziel war es, nicht nur trocken im Schulzimmer über Film, Radio und Fernsehen zu lernen, sondern auch eigene Erfahrungen zu sammeln. Vollenweider ist überzeugt, dass die Schüler eine unvergessliche Erfahrung machen. «Die Kinder müssen Verantwortung übernehmen und zusammenarbeiten. Und das machen sie bisher sehr gut.»

Um den Kinder zu zeigen, wie Schulen in anderen Kontinenten aussehen, hat das Lehrerteam mit Personen beispielsweise aus Australien oder Brasilien Kontakt aufgenommen. Diese wurden von den Kindern auf Deutsch oder Englisch interviewt. Innerhalb der knapp sechsmonatigen Vorbereitungszeit war es den Heranwachsenden möglich, Radiobeiträge aus allen sieben Kontinenten herzustellen.

Ein Schulhaus voller Medien

Das Projekt, das seit ungefähr eineinhalb Jahren in Planung ist, hat auch das Schulhaus verändert. Das Schulhaus Risegg in Staad hat sich in ein einsatzfähiges Redaktionsgebäude mit verschiedenen Ressorts verwandelt. Es sei eindrucksvoll wie selbständig die Schüler schon arbeiten, sagt Peter Vollenweider mit einem stolzen Lächeln. Es zeige, dass eine Abwechslung vom Lehrplan auch wichtig ist.

Das Cool Kids Radio sendet jeden Tag in dieser Woche von 7 bis 10 Uhr, von 11 bis 14 Uhr und von 16 bis 19 Uhr auf der Frequenz 100.9 MHz und im Internet. Besucher sind beim Schulhaus Risegg in Staad willkommen.

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