ST. MARGRETHEN/RHEINECK: Champions-League-Pokal zum 30.

Der Milan-Club Rheineck feierte sein dreissigjähriges Bestehen. Und durfte den Champions-League-Pokal präsentieren, den die AC Milan 2007 gegen Liverpool in Athen gewonnen hatte.

Gerhard Huber
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Feierten den Geburtstag des Milan Clubs Rheineck und vor allem die Anwesenheit der Champions-League-Trophäe (von links): Antonio Cedrola, Maria Rebiosa, Franco di Silvestre, Antonio Bellofatto, Paola Dattomi, Giuseppina Malvestiti und Maurizio Farano. (Bild: Ulrike Huber)

Feierten den Geburtstag des Milan Clubs Rheineck und vor allem die Anwesenheit der Champions-League-Trophäe (von links): Antonio Cedrola, Maria Rebiosa, Franco di Silvestre, Antonio Bellofatto, Paola Dattomi, Giuseppina Malvestiti und Maurizio Farano. (Bild: Ulrike Huber)

Gerhard Huber

Fanschals, Bälle, signierte Mannschaftsfotos und andere Memorabilien schmücken die Wände des Vereinslokals des Milan-Clubs Rheineck in St. Margrethen. Fussballfaszination pur. Die Unterrheintaler Fans der AC Milan feierten am Samstag den 30. Geburtstag ihres Fanclubs. Etwa fünfzig Mitglieder und Freunde waren gekommen, darunter einige Vorstandsmitglieder der «Associazione Italiana Milan Clubs», also der Dachorganisation der vielen, vielen Fanclubs der in der 90er- und frühen Nuller-Jahre sehr erfolgreichen AC Milan.

Diese Gäste aus Italien hatten einen echten Champions-League-Pokal mitgebracht. Die Siegertrophäe von 2007 des wichtigsten Vereinswettbewerbs im Weltfussball steht üblicherweise im Vereinsmuseum der Rossoneri, wie der Verein in Italien genannt wird. «Unzählige Telefonanrufe und zwölf (12!) Termine vor Ort waren nötig, um es möglich zu machen, dass der Pokal für 48 Stunden das Museum verlassen darf», sagt Antonio Bellofatto, Sekretär und Organisator des Rheinecker AC-Milan-Fanclubs. «Wobei ich die Gespräche in Mailand meist führen konnte, wenn ich ohnehin mit unseren Vereinsmitgliedern bei einem Heimspiel unserer AC Milan im Stadion San Siro war.» Denn man verfügt in Rhein­eck über 60 Abonnements im San Siro in Mailand, das offiziell Giuseppe-Meazza-Stadion heisst. Regelmässig geht es mit Bussen oder Privatautos über die Alpen, um den Starkickern der geliebten AC Milan auf die Stollenschlapfen zu sehen.

Die ganz grossen Jahre, die 1989 mit dem Gewinn des damaligen Europacups der Landesmeister begannen, dem Vorläufer der seit 1992/93 bestehenden Champions League, sind zwar vorbei. Aber Bellofatto hofft auf bald anbrechende bessere Zeiten: «Unsere AC Milan ist derzeit zwar nur auf dem siebten Platz, hat aber gute Chancen, kommende Saison wieder in einem europäischen Wettbewerb zu spielen.»

Erinnerungen an Maldini, Kaká Pirlo und Inzaghi

Bessere Zeiten gab es in der Saison 2006/07, als Spieler mit so klingenden Namen wie Filippo Inzaghi, Paolo Maldini, Andrea Pirlo, Clarence Seedorf oder Gennaro Gattuso ihre Schuhe für Milan schnürten. Die Crème de la Crème des italienischen Fussballs. Als der damalige Weltfussballer (Gewinner des Ballon d’Or) Kaká im Mittelfeld und Angriff seine Kreise zog. Und mit Carlos Ancelotti sich jener Übungsleiter den Titel «Meistermacher» erarbeitete, der jetzt Cheftrainer beim FC Bayern München ist. In sensationeller Manier besiegte Milan im Champions-League-Final den FC Liverpool mit 2:1 Toren. Die grosse Trophäe, die am Samstag in St. Margre­then, wo das Vereinslokal des Rheinecker Fanclubs liegt, gastierte, war der Lohn der sportlichen Mühen und dieses grossen Sieges.

Gründungspräsident Franco di Silvestre und der seit 20 Jahren amtierende Präsident Maurizio Farano stiessen mit ihren Gästen aus Mailand, deren Delegation von Giuseppina Malvestiti angeführt wurde, mit einem exquisiten «Primitivo di Manduria» an und liessen gemeinsam mit Sponsoren und Mitgliedern die AC Milan hochleben.