ST. MARGRETHEN: Alte Gutscheine sind abgelaufen

Seit Ende Oktober ist das Mineralheilbad wieder in Betrieb, seit Februar werden alte Gutscheine nicht mehr akzeptiert. Manche Kunden werten es als mangelnde Kulanz, die Betreiberin erachtet es als nötig.

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Seit 1. Februar akzeptiert die neue Betreiberin des Mineralheilbads keine Gutscheine mehr aus der Zeit vor der Schliessung. (Bild: Archiv/vdl)

Seit 1. Februar akzeptiert die neue Betreiberin des Mineralheilbads keine Gutscheine mehr aus der Zeit vor der Schliessung. (Bild: Archiv/vdl)

Monika von der Linden

redaktionot@tagblatt.ch

Als im März 2013 die Rettung des Mineralheilbades verkündet wurde, freuten sich viele Badegäste darüber, dass ihre nicht eingelösten Gutscheine nach der Schliessung doch nicht verfallen würden.

So auch Michael Brunner aus Hinterforst. Im November 2011 hatte er Gutscheine im Wert von 50 Franken gekauft. Sie einzulösen wurde ihm am 6. Februar dieses Jahres aber verwehrt, mit der Begründung, die Frist sei am 31. Januar abgelaufen. Als potenzieller Kunde fühlt sich Michael Brunner nicht besonders freundlich behandelt. Es gehe ihm nicht um den Frankenbetrag, doch er sei enttäuscht, sagt Brunner. Er ist selbst in einer Branche tätig, in der er von zufriedenen Kunden abhängig ist.

Alte Gutscheine drei Monate lang umgewandelt

Michael Brunner möchte der Mineralheilbad AG nicht drohen. Sollte es aber keine kulante Lösung geben, wird er nicht verschweigen, dass er sich dann als Kunde nicht angenommen fühlt. Denn während des Neubaus war nie die Rede von einer Eintauschfrist. Dass es die Frist geben wird, kommunizierte die neue Betreiberin im November, kurz nach der Eröffnung. «Sie zu setzen, war nötig», sagt Geschäftsführer Lorenz Kindle auf Anfrage. Es war nicht bekannt, in welchem Gesamtwert Gutscheine im Umlauf waren. Er war wesentlich grösser als kalkuliert. Wie hoch der Betrag ist, der in neue Gutscheine umgewandelt wurde, sagt Lorenz Kindle nicht, er sei aber sechsstellig. Michael Brunner sei nicht der einzige Kunde, der zurückgewiesen wurde, sagt Lorenz Kindle. Die Frist sei gesetzt und gelte für jeden. In den drei Monaten akzeptierte das Bad die vorgelegten Gutscheine, selbst die nicht datierten, und schrieb den Kunden den Frankenwert gut. Nur jene, die vor der Schliessung verfallen waren, wurden nicht mehr anerkannt. Es tauchten Gutscheine aus den 1990er-Jahren auf, und es meldeten sich viele auswärtige Badegäste, zum Beispiel aus Berlin, die nicht sofort vorstellig ­werden konnten. «Wenn sie anreisen, steht ihnen das Guthaben am Empfang zur Verfügung», sagt Lorenz Kindle.

Der Geschäftsführer versucht, Verständnis für das Vorgehen zu wecken. «Manche Kunden bedauern, dass sie den Termin verpasst haben, andere können es nicht einsehen.» Die vom neuen Betreiber des Mineralheilbades ausgestellten Gutscheine gelten drei Jahre. Dies, obwohl die gesetzliche Verjährungsfrist fünf bis zehn Jahre beträgt. Kindle möchte damit erreichen, dass die Gutscheine möglichst bald eingelöst werden und es nicht wieder unübersichtlich wird.

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