St. Georgen will nicht warten

Das Quartier will eine Verkehrsberuhigung. Stadträtin Elisabeth Beéry präsentierte an einem Infoabend mögliche Lösungen. Nicht alle lösten bei den Quartierbewohnern Begeisterung aus.

Tobias Hänni
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Verkehr in St. Georgen: Die Quartierbewohner fordern Massnahmen, die das Überqueren der St. Georgen-Strasse sicherer machen. (Bild: Ralph Ribi)

Verkehr in St. Georgen: Die Quartierbewohner fordern Massnahmen, die das Überqueren der St. Georgen-Strasse sicherer machen. (Bild: Ralph Ribi)

«Einen Strassenumbau in 15 Jahren, da können wir ja gleich wieder nach Hause gehen», rief ein verärgerter St. Geörgler am Mittwochabend im Adlersaal aus. Kurz zuvor hatte Christian Hasler, Bereichsleiter Verkehr beim Tiefbauamt, im Rahmen eines Infoabends verschiedene Lösungsansätze für eine Verkehrsberuhigung an der St. Georgen-Strasse präsentiert.

Sanierung: Noch lange nicht

Das Tiefbauamt hatte drei Lösungen ausgearbeitet: punktuelle bauliche Massnahmen, Tempo-30-Zone und Strassenumbau. Das Fazit von Hasler: Der Umbau sei die idealste Lösung, um die Strasse für Fussgänger sicherer zu machen und das Quartierzentrum aufzuwerten. «Da die St. Georgen-Strasse erst vor wenigen Jahren saniert wurde, kommt ein solcher Umbau jedoch erst in 15 Jahren in Frage», schloss Hasler seine Ausführungen.

Die Bewohner sind besorgt

So lange wollen die St. Geörgler jedoch nicht warten. Bereits vor einem Jahr hatte der Quartierverein «Wohnliches St. Georgen» beim Stadtrat eine Petition eingereicht, die auf die Gefahren beim Überqueren der St. Georgen-Strasse im Quartierzentrum hinweist: Fussgängerstreifen an unübersichtlichen Stellen, zu schnelle Autofahrer, riskante Überholmanöver.

«Die Strasse ist vor allem für Kinder, die diese auf ihrem Schulweg überqueren müssen, zu gefährlich», sagte Susanne Schmid, Präsidentin von «Wohnliches St. Georgen», am Mittwochabend. «Viele Eltern begleiten deshalb ihre Kinder.» 703 Bewohner hätten die Petition unterschrieben. Das zeige die Beunruhigung in St. Georgen, beschrieb Schmid die Situation im Quartier.

Lösungen sind Sache der Stadt

Diese Beunruhigung zeigte sich auch in der teils hitzigen Diskussion im Anschluss an die Präsentation durch das Tiefbauamt. Die zahlreich erschienenen St. Geörgler machten Stadträtin Elisabeth Beéry klar, dass sie von der Stadtregierung Lösungen erwarten – und das so schnell wie möglich. Martin Boesch vom Quartierverein St. Georgen fasste die Stimmung im Saal zusammen: «Wir wollen jetzt Massnahmen. Welche das sind, ist das Problem der Stadt.» Es mache jedoch den Anschein als werde der Ball zurück ans Quartier gespielt.

Erste Massnahmen im Sommer

Mit einer Konsultativabstimmung fühlte Beéry am Ende des Abends den Quartierbewohnern noch einmal auf den Zahn. Die Abstimmung bestätigte den Grundtenor im Saal: St. Georgen will eine zügige Verbesserung der Verkehrssituation.

Eine grosse Mehrheit der Anwesenden sprach sich für baldige punktuelle Massnahmen wie etwa eine bessere Signalisation aus. «Da wir die Verfahren befolgen müssen, kann es Sommer oder Herbst werden, bis die Massnahmen umgesetzt sind», steckte Beéry den Zeitrahmen ab. Auch der Testversuch einer Tempo-30-Zone fand grosse Zustimmung. Ein solcher dürfte laut Beéry allerdings erst in zwei, bis drei Jahren möglich sein. Zuletzt stimmten die Anwesenden auch dem längerfristigen Strassenumbau zu. «So bleibt er auf dem Radar der Stadtverwaltung», meinte Susanne Schmid nach der Veranstaltung.