St. Galler Türen für Peking

OBERRIET. Vor acht Jahren startete die Rheintaler Jansen AG ihr Engagement in China. Jetzt kann die Firma die Früchte ernten: Jüngst lieferte sie 380 Stahltüren für das Olympiastadion in Peking.

Andri Rostetter
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Prestigeträchtiges Bauwerk mit St.Galler Beteiligung: Das Olympiastadion in Peking. (Bild: pd)

Prestigeträchtiges Bauwerk mit St.Galler Beteiligung: Das Olympiastadion in Peking. (Bild: pd)

In keinem Land der Welt wird derzeit so viel gebaut wie in China. Vom gigantischen Wachstum der mittlerweile viertgrössten Volkswirtschaft profitieren auch Ostschweizer Firmen. Eine davon ist die Oberrieter Jansen AG, Hersteller von Rohren und Profilen für Fenster, Türen und Fassaden.
Das Familienunternehmen ist seit 2000 im chinesischen Markt präsent – mit Erfolg. Während andere Betriebe Jahre damit verbringen, im Fernen Osten Fuss zu fassen, holten die Rheintaler schon nach kurzer Frist einen Grossauftrag an Land: Für das «Vogelnest», das Olympiastadion des Schweizer Architektenduos Herzog & De Meuron, produzierte die Firma 380 verglaste Stahltüren.

Prestigeträchtiger Auftrag
Der «Vogelnest»-Auftrag ist für die Jansen AG nicht nur finanziell interessant: Dank seiner extravaganten Stahlkonstruktion ist das 500 Millionen Franken teure Bauwerk mittlerweile fast so bekannt wie der Eiffelturm – und eine erstklassige Referenz für die am Bau beteiligten Unternehmen.
Noch vor zehn Jahren wäre ein solcher Auftrag für die Rheintaler undenkbar gewesen: Jansen hatte gerade das erste Zweigwerk in Europa gegründet, China war weit weg. Mittlerweile wickelt Jansen das gesamte Fernost-Geschäft über ein Büro nahe dem «Swiss Center» in Shanghai ab (siehe Kasten). Zusammen mit lokalen Partnern sind dort sieben Mitarbeiter mit der Planung und Betreuung von Projekten beschäftigt. Produziert wird nach wie vor im Rheintal.

Frühe Spezialisierung
Den Grundstein für die Erfolgsgeschichte wurde bereits 1923 gelegt. Damals übernahm Josef Jansen in Oberriet einen Kleinbetrieb, der Stahlpanzerrohre herstellt. Jansen setzte schon früh auf eine Spezialierung – zu Recht, wie die Firmengeschichte zeigt. Mittlerweile hat sich der Familienbetrieb zu einem High-Tech-Unternehmen mit 750 Mitarbeitern und einem Umsatz von 320 Millionen Franken entwickelt und produziert auf einer Fläche von 130 000 m2.
Seit 1998 betreibt das Unternehmen ein Werk im thüringischen Dingelstädt – laut Firmenportrait das «modernste Stahlröhrenwerk Europas». Die Türen für Peking, so teilt die Firma mit, sind aber alle zu hundert Prozent «Swiss Made».

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