St. Galler Totenkopf ausverkauft

ST. GALLEN/NYON. «Big Bang Broderie» heisst die Luxusuhr, die Schweizer Präzisionsarbeit aus dem Osten und Westen des Landes vereint: St.Galler Stickerei ziert Hublots neueste Damenuhr - die sofort ausverkauft war.

Odilia Hiller
Drucken
Teilen
Bischoff-CEO Thomas Meyer mit Model und Hublot-Werbegesicht Bar Refaeli. (Bild: Keystone)

Bischoff-CEO Thomas Meyer mit Model und Hublot-Werbegesicht Bar Refaeli. (Bild: Keystone)

198 Diamanten und St.Galler Stickerei aus dem Hause Bischoff: Das traditionelle St.Galler Textilhandwerk spielt auf der neuen Luxusdamenuhr von Hublot die Hauptrolle. Und der Uhrenhersteller aus Nyon rührt mit der Lancierung seiner «Big Bang Broderie» weltweit kräftig die Werbetrommel für die Ostschweizer Textilstadt.

«Ein neues Kapitel»

Auf dem Zifferblatt der Uhr prangt ein gestickter Totenkopf auf einer Seidenorganza-Tüll-Kombination. Mit Hilfe einer im Jura entwickelten Technologie wurde es erstmals möglich, textile Elemente mit Karbonfasern so zu stabilisieren, dass sie das Zifferblatt einer High-Tech-Uhr schmücken können, ohne sich zu verformen. Die Stickereiuhr mit St.Galler Beteiligung ist damit auch technologisch eine Weltneuheit in der Haute Horlogerie – und ein «neues Kapitel der Geschichte von Hublot», sagen die Verantwortlichen der Uhrenmarke. «Hublot ist auf uns zugekommen und hat uns um ein Totenkopf-Design gebeten», erzählt Thomas Meyer, CEO von Bischoff Textil. Aus der Zusammenarbeit der beiden Kreativteams sind vorerst drei Modelle in Gold, Silber und Schwarz entstanden. Der verwendete Faden aus mit 24karätigem Gold beschichtetem Stickgarn kostet 22 000 Franken pro Kilo. Die Uhr wurde als limitierte Serie zu 200 Exemplaren pro Modell hergestellt und vor wenigen Wochen an der Uhrenmesse Basel World präsentiert. Bereits sind alle Exemplare ausverkauft. Im Handel gehen sie je nach Ausführung für 18 000 bis 34 000 Franken über den Tisch.

Bar Refaeli wirbt für St. Gallen

Jean-Claude Biver, Verwaltungsratspräsident der zum Konzern LVMH (Louis Vuitton Moët Hennessy) gehörenden Uhrenmarke Hublot und früherer Blancpain- und Omega-Chef, betont, dass es sich bei der Uhr um eine Fusion von traditionellem Schweizer Handwerk handelt: «Die ganze Welt trägt Stickereien aus St. Gallen, nur weiss es keiner, weil der Name nirgends drauf steht», sagte er am Rande der Basel World gegenüber TVO. «Das wollen wir ändern, denn das ist die Schweiz. Das müssen wir den Leuten sagen.»

Die Markenbotschafterin der «Big Band Broderie» ist das israelische Topmodel Bar Refaeli, auch bekannt als Leonardo DiCaprios Ex-Freundin. In einem Kleid aus schwarzer St. Galler Stickerei von Bischoff präsentierte sie die Uhr in Basel und sprach in Mikrophone aus allen Kontinenten: «Es ist eine zeitlose Uhr mit einem romantischen Touch. Das Totenkopf-Design macht sie gleichzeitig sehr jung. Ich liebe es, sie zu tragen.» Für den CEO von Bischoff, der als Zulieferer der Haute Couture mit seinem Team für gewöhnlich eher im Hintergrund wirkt, ist die Zusammenarbeit mit Hublot eine besondere Erfahrung: «Dass Hublot unser Produkt und unseren Namen auf diese Weise präsentiert, ist natürlich phantastisch», sagt Meyer.

Bald wieder erhältlich

Die kleinen Stückzahlen gehören zur Hublot-Strategie: Je weniger, desto exklusiver. Wegen des grossen Erfolgs soll die Uhr jedoch bald in weiteren Farben herauskommen.

Das Uhrenabenteuer ist für Bischoff Textil also noch nicht zu Ende.

Aktuelle Nachrichten