St. Galler Katholiken im Minus

Die Rechnung 2010 der kantonalen Körperschaft der St. Galler Katholiken schliesst mit einem Defizit von 737 145 Franken ab – das ist besser als erwartet.

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ST. GALLEN. Dem Defizit liegt ein Gesamtaufwand von 59,7 Mio. und ein Ertrag von 58,9 Mio. Franken zugrunde. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 1,35 Mio. Franken. Der Administrationsrat ist daher mit dem Rechnungsergebnis zufrieden, wie es in einem Communiqué heisst.

Zugunsten der «Flade»

Das bessere Ergebnis von rund 610 000 Franken wurde vor allem dank eines Mehrertrags aus der städtischen Steuerverteilung im Verhältnis der Beteiligten zugunsten der Katholischen Kantonssekundarschule Flade von 640 000 Franken erreicht. Ferner mussten auch diverse Konsumkredite nicht voll ausgeschöpft werden. Der Katholische Konfessionsteil setzte seine Mittel wiederum in den verschiedenen Bereichen des Bistums St. Gallen, der Kirchgemeinden, der Bildung, Kultur und verschiedenen sozialen Einrichtungen ein.

Der Zentralsteuerertrag fällt mit 17,38 Mio. Franken praktisch wie budgetiert aus. Dieses Ergebnis sei nur dank der solidarischen Haltung aller Kirchbürgerinnen und Kirchbürger möglich, heisst es im Communiqué der Verwaltung. Auch wenn im vergangenen Jahr der Fokus auf der Missbrauchsdebatte in der katholischen Kirche gelegen habe, dürfe nicht vergessen werden, «dass in den Pfarreien viel Gutes geleistet wird, vielfach im Verborgenen und Kleinen und ohne grosse Schlagzeilen».

Ausgleich an Kirchgemeinden

Um finanzschwache Kirchgemeinden vor überhöhten Steuerfüssen zu schützen, betreibt der Katholische Konfessionsteil ein Steuerausgleichssystem. 2010 wendete er dafür knapp 18 Mio. Franken auf – rund eine Million weniger als budgetiert. Zwei Drittel aller Kirchgemeinden profitieren von Ausgleichsbeiträgen und können damit ihre Steuerfüsse auf einem vertretbaren Niveau halten. Der Kanton leistete zur Finanzierung des Steuerausgleichs einen zweckgebunden Beitrag an den Konfessionsteil von knapp 16 Mio. Franken.

Der Administrationsrat beantragt dem Katholischen Kollegium (Parlament) gestützt auf Art. 2 des Finanzdekrets das Defizit von 737 145 Franken der allgemeinen Reserve für Ausgabenüberschüsse zu belasten. Diese beträgt derzeit 7,3 Mio. Franken. (red.)