St. Galler FDP-Präsident steht hinter attackiertem Müller

ST.GALLEN. Der Präsident der FDP des Kantons St.Gallen, Marc Mächler, hat sich gestern hinter FDP-Nationalrat Walter Müller gestellt. Für diesen hat die Affäre um seine Kasachstan-Reise im Mai 2014 eine neue Wendung genommen, als gestern bekannt wurde, dass die Juso den St.Galler Politiker wegen Vorteilsnahme im Amt anzeigen wollen.

Dominic Wirth
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Dazu sagte Mächler: «Den Vorwurf an Walter Müller, korrupt zu sein, empfinde ich als dicke Post – und völlig deplaziert.» Er sieht eine politische Motivation hinter dem Vorgehen. Müller selber war gestern nicht erreichbar.

Vorwurf der Korruption

Fabian Molina, der Präsident der Juso, übt harsche Kritik an Müller. Er habe zwar nichts gegen Kontakte von Politikern ins Ausland, sagte Molina, einem korrupten Regime auf die Beine helfen könne man jedoch nicht, «wenn man selber korrupt ist». Der Juso-Präsident will mit seiner Anzeige vor allem zwei Dinge erreichen: Einerseits erhofft sich Molina durch die Aufarbeitung der Geschehnisse rund um Kasachstan die grundsätzliche Einsicht in der Politik, dass es nun mehr Transparenz bezüglich der Geldflüsse bei Parteien und Politikern brauche. Andererseits will Molina erreichen, dass künftig Gesetze und Empfehlungen bei ähnlichen Fällen wie der Kasachstan-Reise von Müller besser beachtet werden.

Markwalder rechtfertigt sich

Derweil hat sich gestern auch Christa Markwalder zu Wort gemeldet, nachdem in Sonntagszeitungen Vorwürfe laut wurden, sie habe gegen das Kommissionsgeheimnis verstossen. Die Berner FDP-Nationalrätin wies die Vorwürfe in einer Mitteilung von sich.

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