St. Galler bauen Pflegeheim

Die Sana Fürstenland AG präsentierte gestern das Siegerprojekt für ihr neues Alterszentrum. Die Entwürfe sind derzeit im Fürstenlandsaal und bald in einem Baucontainer zu sehen.

Johannes Wey
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Die Jury entschied sich für den Vorschlag von Gähler Flühler Architekten für das Alterszentrum Fürstenland. (Bild: Visualisierung: pd/Gähler Flühler Architekten)

Die Jury entschied sich für den Vorschlag von Gähler Flühler Architekten für das Alterszentrum Fürstenland. (Bild: Visualisierung: pd/Gähler Flühler Architekten)

GOSSAU. 113 Architekturbüros hatten Interesse gezeigt, 70 reichten Vorschläge ein. Nun ist klar, wer das neue Alterszentrum Fürstenland planen wird. Für die Prämierung standen insgesamt 150 000 Franken zur Verfügung. Gestern stellte die Sana Fürstenland AG das Siegerprojekt vor. Und nach der Medieninformation im Fürstenlandsaal wurde gleich auch die öffentliche Ausstellung eröffnet (siehe Kasten). Die Beiträge für den anonymen Wettbewerb kamen aus der ganzen Schweiz und dem Ausland, das Rennen machte das St. Galler Büro Gähler Flühler Architekten. Und zwar deutlich, wie Sana-Fürstenland-Verwaltungsratspräsidentin Kathrin Hilber betonte.

Bau fügt sich in Umgebung ein

Erol Doguoglu, Thurgauer Kantonsbaumeister und wegen dieser Expertise Verwaltungsratsmitglied der Sana Fürstenland, sagte, er sei «absolut begeistert» vom Ergebnis: Der Entwurf füge sich nach allen Seiten in die bestehenden Strukturen des Quartiers rund um den Andreaspark ein. Pflegeheim und Alterswohnen seien durch zwei fünfgeschossige, praktisch eigenständige Baukörper zwar getrennt, aber durch einen zweigeschossigen Zwischenbau verbunden, was betriebliche Vorteile mit sich bringe. Lobende Worte fand Doguoglu auch für die vorgesehene Massivbauweise. «Gerade in Sommern wie dem diesjährigen sorgt das für angenehme Temperaturen.» Und das Projekt sei auch finanziell eines der günstigsten im Wettbewerb. Für das Pflegeheim sind Kosten von rund 34 Millionen Franken vorgesehen. Zusammen mit den Alterswohnungen, die separat finanziert werden müssen, sollen die Investitionen gegen 50 Millionen Franken betragen.

Erst ein Bruchteil der Arbeit

Trotz der Begeisterung fand die Jury in ihrem Bericht auch kritische Worte. «Unverständlich» seien etwa die Anordnung der Tiefgarageneinfahrt direkt am südlichen Ende des Parks und die Plazierung des Restaurants. Die Jury könnte sich das Lokal, dass für alle offen sein soll, eher entlang der Bahnhofstrasse vorstellen. Diese würde dadurch aufgewertet. «Ein bis zwei Prozent der Arbeit hat der Architekt mit diesem Projekt schon gemacht», sagte Doguoglu. Nun gehe es an die detaillierte Ausgestaltung.

Vor den Medien waren bereits die am Wettbewerb beteiligten Architekten, die Anstösser des Neubaus sowie die Mitarbeitenden der Sana Fürstenland informiert worden. «Die Nachbarn, die gekommen sind, waren begeistert», sagte Kathrin Hilber. Allerdings seien einige Anwohner der Informationsveranstaltung auch ferngeblieben.

Frühstens 2019 in Betrieb

Der Baurechtsvertrag mit der Katholischen Kirchgemeinde Gossau läuft ab Anfang 2017. Wenn Detailplanung und Bewilligungsverfahren abgeschlossen sind, könnte der Bau des Alterszentrums Fürstenland im günstigsten Fall im darauffolgenden Frühling beginnen, sagte Doguoglu. Und wenn alles planmässig läuft, wird das neue Zentrum im Jahr 2019 eröffnet. Bis es so weit ist, bleiben die beiden bestehenden Alters- und Pflegeheime Espel und Schwalbe in Betrieb.

Kathrin Hilber Verwaltungsratspräsidentin Sana Fürstenland AG (Bild: Hanspeter Schiess)

Kathrin Hilber Verwaltungsratspräsidentin Sana Fürstenland AG (Bild: Hanspeter Schiess)