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St. Galler Abfallsack wird vierzig

Täglich schmücken die grünen Abfallsäcke die Strassen der Stadt – und das schon seit gut vierzig Jahren. Ein Blick in ihre Entstehungsgeschichte zeigt den nicht ganz einfachen politischen Start, die Kostenentwicklung und die Wandlung zum grünen Sack.

Er ist grün und in jedem Haushalt zu finden: Der heutige St. Galler Abfallsack. Jeden Tag ziert er einige Strassen der Stadt, ehe ihn die Müllabfuhr entsorgt.

Seit 1975 wirft die St. Galler Bevölkerung ihren Abfall in einem Gebührensack fort. Als Pioniertat wurde dieser vor 40 Jahren eingeführt, heute gehört er in der ganzen Schweiz zum Alltag.

Gebühr nach Anzahl Räumen

Ausschlaggebend für die Einführung einer Sackgebühr waren die Deckung der Kosten für die Abfallbeseitigung und das Verursacherprinzip. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass der Stadtrat schon 1972 dem grossen Gemeinderat die Einführung einer Gebühr beantragte. Stadt- und Gemeinderat waren sich aber uneinig, nach welchen Massnahmen die Gebühr erhoben werden sollte. Der Stadtrat wollte diese als Pauschale beim Grundeigentümer einfordern, berechnet nach dem Neuwert des Gebäudes. Dieser Vorschlag wurde jedoch überarbeitet. Neu sollte die Abgabe auf Basis der Wohnungs- und Betriebsgrösse berechnet werden. Eine Einzimmerwohnung hätte beispielsweise eine Jahresgebühr von 20 Franken berappen müssen. Dagegen regte sich aber Widerstand, wollte der Gemeinderat doch gezielt die Abfallverursachenden zur Kasse bitte. Dennoch: Die Mehrheit stimmte dem Vorschlag des Stadtrates zu und erliess ein Gebührenreglement nach Anzahl der Räume.

Referendum im Alleingang

Die St. Gallerin Frieda Meile gab sich damit aber nicht zufrieden und ergriff im Alleingang das Referendum. Unterstützt durch den «Anzeiger» brachte sie die nötigen 1000 Stimmen zusammen, womit die Vorlage des Stadtrates in der Abstimmung doch noch mit 12 856 Nein-Stimmen zu 5540 Ja-Stimmen verworfen wurde. Ende Mai 1975 erhielten schliesslich alle Haushalte sowie Gewerbe- und Industriebetriebe einen Brief des Tiefbauamtes und als Einführungsaktion zwei Gratiskehrichtsäcke. Ein 35-Liter-Sack kostete damals 35 Rappen, ein 60-Liter-Sack 60 Rappen und ein 110-Liter-Sack einen Franken. Heute wird dafür 2, 3.40 und 6 Franken bezahlt.

Von Grau zu Grün

Grün war der St. Galler Abfallsack jedoch nicht immer. Das Erscheinungsbild hat sich von 1995 bis heute von Grau zu Blauschwarz über Weissblau und schliesslich zu Grün gewandelt. Um die Bürger für eine korrekte Entsorgung der Abfälle zu sensibilisieren, wurden auch kreative Werbeaktion unternommen. So hat etwa vor 20 Jahren der Saubär – eine Mischung aus Schwein und Bär – den Sack geschmückt. Im Jahr 2000 gestaltete die Künstlerin Maria Palatini dann zur Einführung der Einmalabfuhr den blauen «Sack aller St. Galler». 2001/2002 wurde gar der damalige FC St. Gallen-Torhüter Jörg Stiel als Abfallsackträger im Bademantel engagiert. Und zwischen 2002 und 2009 war die Postleitzahl und Botschaften wie «Guten Tag St. Gallen» oder «Für eine saubere Stadt» aufgedruckt.

Dank per Fotowettbewerb

Den runden Geburtstag des Abfallsackes will die Stadt nun als Gelegenheit nutzen und Bürgern mit einem Fotowettbewerb für ihre Unterstützung danken. Gesucht sind Schnappschüsse mit mindestens einem Gebührensack. Dies können besondere Standorte oder Sack-Selfies sein. Die besten Bilder werden von einer Jury prämiert. (lex)

www.entsorgung.stadt.sg.ch

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