St. Gallen verliert weiteren internationalen Kongress

ST. GALLEN. 1500 Teilnehmer aus aller Welt kommen jedes Jahr nach St. Gallen an den «European Colorectal Congress», einen internationalen Darmkongress. So war es vergangenen Dezember; so wird es kommenden Dezember nicht mehr der Fall sein.

Regula Weik
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ST. GALLEN. 1500 Teilnehmer aus aller Welt kommen jedes Jahr nach St. Gallen an den «European Colorectal Congress», einen internationalen Darmkongress. So war es vergangenen Dezember; so wird es kommenden Dezember nicht mehr der Fall sein. Der Medizinkongress geht dieses Jahr andernorts über die Bühne; er findet neu in München statt. Der mehrtägige Anlass war jeweils auf dem Areal der Olma Messen durchgeführt worden.

Zweiter Wegzug

Olma-Direktor Nicolo Paganini bestätigt den Wegzug. «Es ist ein Verlust für den Kongressstandort St. Gallen», sagt er. Der «European Colorectal Congress» sei nach dem Internationalen Brustkrebskongress der «nächst- grösste Medizinkongress» in St. Gallen.

Auch der Brustkrebskongress – er findet alle zwei Jahre statt – kehrt der Ostschweizer Metropole den Rücken. 3500 Teilnehmer haben sich vor einem Jahr in St. Gallen getroffen – vorerst zum letzten Mal. 2015 heisst der Austragungsort Wien.

Fehlendes Hotelangebot

Die Gründe für den Wegzug des Darmkongresses sind rasch genannt: das seit Jahren zu geringe Hotelangebot in Stadt und Region St. Gallen. Und die Hotelpreise. Die Kongressteilnehmer – sie stammen aus über 60 Ländern – hätten kein Verständnis, wenn sie vom Hotel zum Kongresssaal eine Stunde anreisen müssten, sagt Daniela Marx von der Medkongress AG. Das Unternehmen mit Sitz in St. Gallen hat sich auf die Durchführung nationaler und internationaler medizinischer Kongresse spezialisiert. Die Verantwortlichen des Internationalen Brustkrebskongresses hatten die Verlegung ihres Anlasses ebenfalls mit dem fehlenden Hotelangebot begründet. • OSTSCHWEIZ 33