St. Gallen investiert in die forschende Jugend

Nächstes Jahr fahren die Bagger für das neue Forschungszentrum an der Hochschule für Technik in Rapperswil auf. Würde es heute schon stehen, wäre es bereits zu 80 Prozent ausgelastet.

Regula Weik
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Die Fachhochschule Rapperswil erhält ein Forschungszentrum. (Bild: ZSZ)

Die Fachhochschule Rapperswil erhält ein Forschungszentrum. (Bild: ZSZ)

ST. GALLEN. 77,7 Prozent der St. Galler Stimmberechtigten haben am Wochenende dem neuen Forschungszentrum an der Hochschule für Technik in Rapperswil (HSR) zugestimmt. Es kostet 41,9 Millionen Franken. Gut die Hälfte davon trägt der Kanton St. Gallen. Nächstes Jahr geht es mit den Bauarbeiten los; 2016 soll das vierstöckige Gebäude – nach den Entwürfen des Stadtsanktgaller Architekten Andreas Senn – stehen.

In die Bresche gesprungen

Bildungschef Stefan Kölliker wirkt am Telefon locker. Er hat allen Grund dazu. Das klare Abstimmungsergebnis freut ihn mächtig – nicht allein wegen der Schnapszahl. «Es war ein mutiger Entscheid», schaut er zurück. Mutig deshalb, weil der Kanton St. Gallen sich weit aus dem Fenster gelehnt hat und nach dem Ausstieg von Zürich aus der Trägerschaft der HSR den Zürcher Anteil «zu hundert Prozent übernommen hat» – und das für die Dauer von acht Jahren bis 2016. Dannzumal muss die Trägerschaft – es sind dies noch Glarus, Schwyz und St. Gallen – neu geregelt sein. Eine Absichtserklärung der drei Kantone liegt vor – unterzeichnet 2011. «Ich bin guter Dinge, dass alle drei Kantone an der künftigen Trägerschaft mitbeteiligt sein werden», sagt Kölliker. Zu welchen Teilen? «Dieser Punkt ist noch offen.»

Und so kam es, dass St. Gallen in die Bresche sprang und als alleiniger Kanton die Finanzierung des neuen Forschungszentrums übernahm. Die Schule selber, der Bund und die Stadt Rapperswil-Jona lassen ebenfalls Geld fliessen. Gut die Hälfte leistet jedoch der Kanton. Das Gebäude gehört denn auch ihm und er vermietet es der Schule. Ob dies nach 2016 so bleibt, ist offen und hängt von der Beteiligung der andern Kantone ab.

Ingenieur-Nachwuchs sichern

Aus Sicht des Kantons ist die Fachschule Rapperswil in vielerlei Hinsicht wertvoll: Sie bildet Nachwuchs in einem Berufsfeld aus – praxisorientierte Techniker und Ingenieure –, das diesen dringend benötigt. Und die Zusammenarbeit von Forschung und Wirtschaft ist gefragt – «und wird von der Wirtschaft immer stärker gesucht», sagt Kölliker. Sorgen, dass das Forschungszentrum nicht ausgelastet sein wird, braucht sich der Bildungschef jedenfalls keine zu machen.