St. Gallen hat die «geilste» Beleuchtung

Mit einer Umfrage hat der WWF Schweiz die Energieeffizienz der Schweizer Strassenbeleuchtungen ermittelt. Das erfreuliche Resultat: St.Gallen steht am besten da. Die Stadt hat früh in eine moderne Beleuchtung investiert. Und will weiter vorwärtsmachen.

Drucken
Teilen
Eines der WWF-Schilder beim Schaugenbad. (Bild: pd)

Eines der WWF-Schilder beim Schaugenbad. (Bild: pd)

Der WWF hat St.Gallen umgetauft. St.Geilen lautet der ehrenvolle Titel, den die Stadt erhielt – wenn auch für kurze Zeit: Die Umweltorganisation kurvte gestern mit abgeänderten Ortsschildern durch die Schweiz, um 17 Städte entsprechend der Energieeffizienz ihrer Strassenbeleuchtung zu klassifizieren. St.Gallen hatte seinen Titel mit dem deutlichen Sieg verdient.

Riesige Unterschiede

Mit den Bildern der Aktion machte die Umweltorganisation auf Onlineplattformen auf den Städtevergleich aufmerksam, der riesige Unterschiede zutage bringt: Während St. Gallen für seine Strassenbeleuchtung 8,5 Megawattstunden Strom pro Kilometer verbraucht, verschwendet Neuenburg mit 27,5 Megawattstunden mehr als dreimal so viel. Schlecht schneiden auch Bern mit 23,1 und Zürich mit 20,4 Megawattstunden ab. Hinter St.Gallen sind Uster und Köniz mit 10,2 beziehungsweise 13,1 Megawatt top plaziert. Keine Angabe über ihren Verbrauch machten Genf, Vernier und Sion.

Einige der grössten Städte, wie etwa Zürich, stellen das WWF-Ranking in Frage: Je grösser die Gemeinde, desto mehr öffentliche Beleuchtung brauche es im Schnitt pro Einwohner. Dem steht entgegen, dass auch innerhalb vergleichbar grosser Städte erhebliche Unterschiede bestehen und St.Gallen verschiedene Kleinstädte auf die Plätze verwiesen hat. Bereits beim letzten ähnlichen WWF-Vergleich aus dem Jahr 2006 lag die Gallusstadt ganz vorne.

Aus der Not heraus

«Wir gehörten zu den ersten Städten, die auf energieeffiziente Natriumdampflampen umgestiegen sind», sagt Stadtrat Fredy Brunner. Dazu entscheiden können habe man sich damals aber nur, weil die alte Strassenbeleuchtung auswechslungsbedürftig gewesen sei. «Und da hat halt jede Stadt ihren eigenen Modus.» Zur St.Galler Energieeffizienz trägt auch bei, dass die Strassenbeleuchtung nach Mitternacht gedimmt wird.

Im Rahmen des Energiekonzepts 2050 strebt die Stadt laut Brunner weiter Fortschritte an. So werden etwa defekte Lampen mit LED ersetzt. Ausserdem wird die intelligente Lichtsteuerung, also Lampen, welche auf Bewegung reagieren, getestet. (sch)

Aktuelle Nachrichten