St. Gallen, gesungen und getextet

Der Wahlkampf hat uns wieder. Am 15. November geht's bei der St. Galler Vertretung im Ständerat nämlich um die Wurst: Herausforderer Thomas Müller trifft im zweiten Wahlgang auf Amtsinhaber Paul Rechsteiner. Beide scharen jetzt ihre Unterstützer um sich.

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Der Wahlkampf hat uns wieder. Am 15. November geht's bei der St. Galler Vertretung im Ständerat nämlich um die Wurst: Herausforderer Thomas Müller trifft im zweiten Wahlgang auf Amtsinhaber Paul Rechsteiner. Beide scharen jetzt ihre Unterstützer um sich. Eine Empfehlung für Müller, seines Zeichens hart rechts politisierender SVP-Nationalrat und Rorschacher Stadtpräsident, hat diese Woche beispielsweise die kantonale Offiziersgesellschaft abgegeben. Rechsteiner dagegen punktete mit einem schillernden Unterstützer aus der kulturellen Ecke: Jack Stoiker (Bild) wirbt für den amtierenden Ständerat in einem Internet-Auftritt. Dabei steht der anerkannte und bekannte Trash-Mundart-Poet mit seiner Gitarre vor dem Taubenloch. Und schwärmt davon, dass man am 15. November auch etwas gewinnen könne – Paul Rechsteiner eben. Denn: «Einen <alten Fuchs>, der gut vernetzt ist, kann man in Bern gut gebrauchen.» Zu sehen ist der schräge Polit-Auftritt unter anderem auf www.tagblatt.ch unter «Ostschweiz»/«Kanton St. Gallen». (vre)

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Apropos Rorschach: Einer, der ursprünglich von dort kommt, hat sich vor genau einer Woche in St. Gallen ins Gespräch gebracht. Nicht durch eine eigene Kandidatur oder die Unterstützung einer anderen, sondern via «Magazin» des «Tages-Anzeigers». Er hat in der Ausgabe über kleine Schweizer Städte den Beitrag zu St. Gallen verfasst. Und dabei auf die in Zürcher Medien sonst gängigen Klischees weitgehend verzichtet. Natürlich bemüht Frank Heer (im Bild 2013 auf Reportage im russischen Winter) das doch schon arg strapazierte Zitat von Autor Andreas Niedermann, wonach St. Gallen zwischen seinen Hügelzügen wie in einer Arschfalte liege. Darum kommt man als belesener Autor mit Jahrgang 1966 und Ortskenntnis kaum herum. Sonst aber fällt das Urteil über die «Provinz» mild, der Text ziemlich wohlwollend aus. Was bei einem Autor, der als New-York-Korrespondent oder als preisgekrönter Reisereporter der «Annabelle» in Weltstädten unterwegs war und ist, durchaus auch anders hätte sein können. (vre)