St. Gallen durch die Kameralinse sehen

Lehrer auf Fototour

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Auf einer Bustour durch die Stadt wurden Lehrpersonen aus der ganzen Schweiz zu beliebten Fotosujets geführt. (Bild: Luca Ghiselli)

Auf einer Bustour durch die Stadt wurden Lehrpersonen aus der ganzen Schweiz zu beliebten Fotosujets geführt. (Bild: Luca Ghiselli)

Die Kursteilnehmer sollen auch die Stadt kennen lernen. So stellten es die Organisatoren der Sommerkurse für Lehrpersonen, die in den vergangenen beiden Wochen in St. Gallen stattfanden, vor dem Start des Kursprogramms in Aussicht. Gesagt, getan: Mit einem Kleinbus begaben sich am Donnerstagabend sieben Lehrpersonen aus der ganzen Schweiz auf eine Fototour durch die Stadt – chauffiert von Marcel Thoma, dem Leiter des städtischen Sportamtes. Mit Smartphones und Digitalkameras ausgerüstet steuerte die kleine Reisegruppe zunächst die Kinderfestwiese an.

«Ist das ein Golfrasen?», fragt eine Teilnehmerin und lacht über den perfekten Rasenschnitt. Das Grüppchen ist bunt durchmischt: Die Lehrerinnen und Lehrer sind aus Winterthur, Wallisellen, der Innerschweiz und sogar aus dem Puschlav angereist. Für einige ist es der erste Besuch in der Gallusstadt. «Die vielen Grünflächen sind mir sofort aufgefallen», sagt ein Teilnehmer – und wird von Marcel Thoma gleich über den Grünen Ring aufgeklärt. Viele staunen über die eingekesselte Lage zwischen Rosen- und Freudenberg, andere freuen sich über die Aussicht in Richtung Fürstenland, Thurgau und Bodensee.

Nachdem die Lehrerinnen und Lehrer ihre Bilder auf der Kinderfestwiese geknipst haben, rollt der Fotobus weiter zum Wildpark Peter und Paul. «Lustig, wie ‹Peter und Paul› in jeder Stadt etwas anderes bedeutet», sagt eine Teilnehmerin aus Winterthur. In ihrer Heimatstadt sei eine Kirche so benannt, hier ist es ein Wildpark. Besonders die Teilnehmerinnen aus Graubünden freuen sich über die Steinböcke, die sich vor den künstlichen Felsen herumtreiben. «Um unser Schulhaus ist vor zwei Jahren ein Bär geschlichen», erzählt Tecla Kramer. Sie unterrichtet Bildnerisches Gestalten in Poschiavo und weilt während der Kurstage auf dem Campingplatz vor der Realschule Buchental. St. Gallen gefalle ihr ausgezeichnet, sagt sie. Alles sei ruhig und beschaulich, aber trotzdem urban – eine ideale Kombination. Der Fotobus legt den nächsten Halt am Stadtrand in Guggeien-Höchst ein.

Wo ist Arbon? Und Romanshorn? Und die Dächer welches Städtchens glänzen auf der deutschen Seite in der Abendsonne? Zum Glück hat eine Kursteilnehmerin eine Landkarte der Region mitgenommen. Hier oben lässt die Gruppe den Blick über das Seeufer schweifen.

Auf der Rorschacher Strasse geht’s zurück ins Zentrum. Der Stiftsbezirk darf auf einer Fototour natürlich nicht fehlen. Von den historischen Gemäuern beeindruckt zücken die Lehrerinnen und Lehrer wieder ihre Kameras. Besonders die Türme der Kathedrale haben es ihnen angetan: «Wunderschön», so der O-Ton. Eine Teilnehmerin will wissen, wer denn die goldenen Turmkugeln poliere. «Der Herrgott höchstpersönlich», sagt Marcel Thoma und lacht. Am Morgen der Führung wurde noch der von der Festspielbühne in Mitleidenschaft gezogene Rasen im Klosterhof ausgetauscht. War er am Vortag noch vertrocknet und braun gewesen, glänzt er am Abend bereits saftig-grün. «Wie bestellt», sagt Thoma.

Ein Aussichtspunkt fehlt noch: Der letzte Halt ist auf Dreilinden. Dort schiessen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im übergrossen Fotorahmen von Schweiz Tourismus zum Abschluss noch die letzten Fotos, bevor die Bustour nach mehr als zwei Stunden endet.

Ob Chur, Winterthur oder Thun: Um Schweizer Städte kennen zu lernen, sind die Sommerkurse für Lehrpersonen eine ideale Gelegenheit. «Ich habe so schon viele Städte entdecken dürfen. Und nun bin ich auch mit St. Gallen vertraut», sagt Tecla Kramer. Am nächsten Morgen tritt sie die Heimreise ins Puschlav an – mit vielen schönen Erinnerungen und Fotos aus St. Gallen im Gepäck.

Luca Ghiselli

luca.ghiselli@tagblatt.ch