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ST. FIDEN: Wirtschaft will den grossen Wurf

Die Testplanung für den Bahnhof St. Fiden ist bald abgeschlossen. Geht es nach Wirtschaftsvertretern, sollen Gleise und Autobahn überdacht werden. Der Deckel soll Unternehmen anlocken – aber nicht nur.
Luca Ghiselli
Bahnhof und die Autobahn in St. Fiden überdachen: Das fordern Wirtschaftsvertreter im Rahmen der Testplanung. (Bild: Ralph Ribi)

Bahnhof und die Autobahn in St. Fiden überdachen: Das fordern Wirtschaftsvertreter im Rahmen der Testplanung. (Bild: Ralph Ribi)

Luca Ghiselli

luca.ghiselli@tagblatt.ch

Seit Frühling arbeiten vier Planungsbüros verschiedene Vorschläge zur Entwicklung des Gebiets rund um den Bahnhof St. Fiden aus. Der Prozess wird von einem Gremium mit über 40 Mitgliedern begleitet, dem unter anderem Vertreter der Olma, der SBB, der Migros, des Quartiervereins und Verkehrsverbänden angehören. Auch regionale Wirtschaftsvertreter sind dabei. Die IG Wirtschaft St. Fiden hat nun an einer Medienorientierung ihre Vision für die Zukunft des Gebiets präsentiert – noch bevor der Schlussbericht des Stadtrats vorliegt. «Wir wollen unsere Ideen nach aussen tragen und aufzeigen, was möglich wäre», sagt Remo Daguati, Geschäftsführer des Hauseigentümerverbands der Stadt St. Gallen.

Querachse schafft Raum für Büros und Wohnungen

Die Vision der IG Wirtschaft St. Fiden besteht aus vier Forderungen. Die Wichtigste: der Bau einer starken Querachse über Gleise und Autobahn. Diese soll nicht nur als Verbindung zwischen den Quartieren funktio­nieren, sondern auch als neuer Raum für Überbauungen. «Darauf sollen Wohnraum und Arbeitsplätze entstehen», sagt Daguati. Es gehe um die optimale Ausnutzung von Raum, die in Zeiten innerer Verdichtung immer wichtiger werde. Das koste zwar, könne aber rentabel sein, wie die Machbarkeitsstudie dazu belege. «Es braucht ein mutiges Projekt. Wenn wir einfach nur ein bisschen ‹sändelen›, reicht das nicht.» Mit einem Deckel könne man ausserdem das Quartier von Lärm und Verkehr entlasten und die Wohnsituation im Heiligkreuz und in St. Fiden verbessern.

Autobahn und Bahnhof elegant kombinieren

Und noch eine Vision treibt die Wirtschaftsvertreter um. Sie wollen einen sogenannten Hightech-Cluster entlang der Steinachstrasse aufbauen, also verschiedene Unternehmen aus den Bereichen Medizinal- und Computertechnik und Biowissenschaften nach St. Gallen holen. Die Standortvoraussetzungen dafür seien sehr gut: «Mit der Nähe zum Kantonsspital und den Plänen der Olma für eine neue Messe- und Eventhalle ist der Nährboden für einen solchen Cluster ideal», sagt Daguati.

Auch für die Mobilität haben die Wirtschaftsverbände Pläne. Der Bahnhof St. Fiden soll zu einer Mobilitätsdrehscheibe entwickelt werden, sagt Marcel Baumer, Vertreter der Wirtschaftsregion St. Gallen (WISG) und Mitinhaber der Haustechnik-Firma Hälg. «Wir müssen aggressiv aufwerten und die brachliegenden Frequenzen von Pendlern und Besuchern nutzen», sagt Baumer. Dabei haben die Wirtschaftsvertreter aber nicht nur den öffentlichen Verkehr, sondern auch den Autoverkehr im Blick. Kaum ein Standort in der Schweiz eigne sich besser, um ­einen Autobahnanschluss eleganter mit einem S-Bahnhof zu kombinieren, sagt Baumer. Denkbar sei in diesem Zusammenhang zum Beispiel die Einrichtung eines Park-and-ride-Parkplatzes.

Wie realistisch es ist, dass die Vision der Wirtschaftsvertreter auch tatsächlich in den Schluss­bericht des Stadtrats einfliessen wird, ist ungewiss. Aus der Testplanung wollte die IG Wirtschaft St. Fiden nicht berichten. «Wir sind aber zuversichtlich, dass wir es schaffen, wenn Politik, Wirtschaft und Quartier am selben Strang ziehen», sagt Remo Daguati. Der Schlussbericht wird noch diesen Herbst erwartet.

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