St. Blasius bald aus der Kur

Ausgebesserte Risse, frische Farbe aussen, gründliche Reinigung im Innern und eine Reihe liturgischer und technischer Verbesserungen – die Sanierung der Waldkircher St. Blasius-Kirche geht zügig voran. Ein Augenschein.

Josef Osterwalder
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In der Kirche St. Blasius. Verantwortlich für die Sanierung: Kirchenpfleger Remo Sieber (links) und Kirchenpräsident Urban Sutter. (Bild: Hanspeter Schiess)

In der Kirche St. Blasius. Verantwortlich für die Sanierung: Kirchenpfleger Remo Sieber (links) und Kirchenpräsident Urban Sutter. (Bild: Hanspeter Schiess)

WALDKIRCH. «Der Zeitpunkt für eine Sanierung ist ausgesprochen günstig», sagt Remo Sieber, der Pfleger der Kirchgemeinde; «die letzte Amortisationsrate der Totalrenovation von 1989/91 ist abbezahlt; nun können auch die seither aufgetretenen kleinern Schäden noch ausgebessert werden.» Auf diese Weise hofft man, für mindestens zwanzig weitere Jahre Ruhe zu haben.

«Es lohnt sich, bei kleinern Schäden nicht zuzuwarten», sagt Urban Sutter, der Präsident der Kirchgemeinde; «dadurch vermeidet man, dass sie sich auswachsen und später einmal zu teuren Renovationen führen.»

Ein Beispiel ist die kleine Beschädigung, die bei einer ersten Abklärung am Turm festgestellt wurde. Bei genauerem Hinsehen zeigte sich dann, dass unter dem Verputzt bereits ein grösseres Loch entstanden war.

Mit Gerüst und Hebebühne

Anlass zur aktuellen Sanierung gaben der schlechte Zustand des Anstrichs am Kirchturm, die Verschmutzungen im Innern sowie Risse und Löcher, die an den Aussen- und Innenwänden des Gotteshauses festgestellt wurden.

Sobald man sich aber entschliesst, auf der Aussenseite ein Gerüst zu erstellen und im Innenraum eine Hebebühne aufzufahren, lohnt es sich, die in naher Zukunft absehbaren Arbeiten ebenfalls auszuführen. Auf dem Turm entdeckte man zum Beispiel, dass beim Kreuz die Vergoldung stark gelitten hatte, also wird auch diese erneuert. Genau so, wie die Kirchturmtechnik revidiert und das Kirchendach kontrolliert werden.

Turm bald ausgerüstet

Zurzeit ist noch die ganze Kirche eingerüstet. Doch schon in zehn Tagen kann beim Turm das Gerüst entfernt werden. Beim Schiff wird dies nach den Ferien der Fall sein. Remo Sieber weist auf die sanierten Aussenwände hin, bei denen nun kein Risslein mehr zu sehen ist. Auffallend die Musterung an den Ecken des Turms. Es sieht aus, als ob hier Sandsteinquadern übereinander liegen und so die Turmkanten verstärken würden. In Wirklichkeit sind diese «Sandsteine» nur aufgemalt. Eine Täuschung, die zum Stil des Barocks gehörte.

Kirche mit Fernwärme

Im Innern brauchten die Wände nicht neu bemalt zu werden; es genügte, sie fachmännisch zu reinigen. Im Chor beliess man ein kleines Feld ungereinigt, mit dem Vermerk: Juni 2011. Auf diese Weise wird sichtbar, wie viel Patina die Wände des Kirchenraums in nur zwanzig Jahren angesetzt hatten.

Der Bestuhlungsboden wurde abgeschliffen und neu versiegelt, so dass die ursprünglichen Strukturen des Fichten- und Eichenholzes wieder sichtbar sind.

Zu den bauphysikalischen Verbesserungen gehört die Isolation der Decke, zu den technischen die Einrichtung einer Heizungssteuerung, die präzise auf die Bedürfnisse des Kirchenraums ausgerichtet ist. Zudem wurde die Heizung neu an das Fernwärmenetz angeschlossen.

Im hinteren Teil der Kirche wurden zwei Bänke entfernt, was den Eingangsbereich weiter erscheinen lässt. Nun findet auch eine Taufgemeinde genügend Platz, um sich um den Taufstein zu versammeln. Auch vorne wurden zwei Bankreihen entfernt, womit nun auch ein Chor oder ein Instrumentalensemble Platz für einen Auftritt hätte.

Geschickte Etappierung

Noch etwas ist besonders an der Sanierung: sie wurde im Innenraum so etappiert, dass trotz der Arbeiten der Sonntagsgottesdienst in der Kirche stattfinden konnte. Das macht Waldkirch zu einer Referenzadresse, wenn andere Kirchgemeinden die Sanierung ihres Gotteshauses planen.

Ein Fest im November

Nur etwas läuft bei der Sanierung anders als geplant: Sie wird voraussichtlich früher fertig als angenommen. Vorsorglich wurde der Gottesdienst zum Abschluss der Arbeiten auf den 27. November, den ersten Adventssonntag, angesetzt.

Eigentlich könnte man ihn schon früher halten. «Doch wir bleiben beim Datum», sagt der Kirchenpräsident; «denn schliesslich beehrt uns an diesem speziellen Tag Bischof Markus Büchel.»

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