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SPUKGESCHICHTEN: Heute ist Halloween: Vier Gruselgeschichten aus der Region St.Gallen

Obskure Gestalten sind am Abend wieder auf den Strassen unterwegs und drohen mit "Süsses oder Saures". Gespukt hat es rund um St.Gallen aber schon lange bevor Halloween auch hier zum Trend wurde. Wir haben vier Gruselgeschichten aus der Gegend zusammengestellt.
Auf der Ruine Ramschwag sind nächtens kegelnde Geister zu hören. (Bild: Michel Canonica (19. März 2015))

Auf der Ruine Ramschwag sind nächtens kegelnde Geister zu hören. (Bild: Michel Canonica (19. März 2015))

Für wohliges Schauern braucht es weder ferne Indianerfriedhöfe noch ägyptische Pyramiden und schon gar keinen "Tempel des Todes" im indischen Urwald. Auch rund um die Stadt St.Gallen spukt es. Wir haben die vier grusligsten Plätze und ihre Geschichten zusammengestellt.

Kegelnde Geister auf der Ruine Ramschwag

Die Felsen fallen schroff zur Sitter ab und der Wind pfeift um die Gemäuer der Burgruine Ramschwag in Häggenschwil. In stürmischen Nächten soll hier aber noch etwas anders zu hören sein: ein Schleifen und Rumpeln. Als ob jemand im Schlosshof mit Kugeln und Kegeln spielen würde.

Das war damals, so besagt eine alte Legende, die Lieblingsbeschäftigung der Herren von Ramschwag. Damals, als die Burg noch ganz und prächtig war. Zu jenen Zeiten beherrschten die Herren das ganze Tal. Sie waren grausam und quälten die Bauern, saugten ihnen beinahe das Mark aus den Knochen und sperrten die Widerborstigen für immer in die Burgverliese. In der Nacht versammelten sich die Talleute oft, klagten über ihre Not und ballten die Fäuste, erhoben sie aber nicht.

Doch dann beschloss der grausamste der Ritter, seine Tochter solle heiraten. Er zwang die Bauern, die Räume schön herzurichten und mit den Jägern loszuziehen. Während die Bauern schufteten, brach ein Sturm los. Das Unwetter zerstörte die Ernte, die normalerweise längst eingebracht gewesen wäre. Wütend standen die Bauern vor ihren zerstörten Feldern und beschlossen, zu handeln.

Am Hochzeitstag verliessen die Burgleute fröhlich die Burg. Zur Feier des Tages wurde eine Jagd veranstaltet. Am Fuss der Burg versammelten sich indes die Bauern. Stein für Stein schlugen sie aus dem Gemäuer heraus und unterhöhlten so die Burg.

Deren Bewohner kehrten erst spät heim. Im grossen Saal, unter dem nun ein grosses Stück Felsen fehlte, war ein Festessen angerichtet. Bald begann der Tanz. In dem Saal, der fast frei über dem Abgrund hing. Musiker spielten und die Ritter stapften auf den Boden. Niemand von ihnen hörte das Knacken. Da! Der Boden barst wie morsches Holz und schreiend fielen die Burgleute in die Tiefe. Ein Platschen, die Sitter schäumte auf und schon war es vorbei. Doch noch heute sind in Sturmnächten die Geister der Burgherren zu hören. (mh)

Der feuerspeiende Drache in der Spisegg

Die einstige Burg wurde an dieser Flussbiegung von der Sitter "verschluckt". (Bild: Sebastian Schneider)

Die einstige Burg wurde an dieser Flussbiegung von der Sitter "verschluckt". (Bild: Sebastian Schneider)

Lange Zeit ist es her, da verbreitete ein Feuer speiendes Ungeheuer Angst und Schrecken in unserer Region. Der Drache soll an der Sitter in einer Höhle gelebt haben; dort, wo der Fluss sich zum letzten Mal vor der Spiseggbrücke biegt. Gleich gegenüber der grauen­haften Höhle stand auch eine alte Festung des St.Galler Klosters, die Burg Spisegg. So bekamen die Burgbewohner die gesamte Grausamkeit des Drachens zu spüren. Einer alten Sage zufolge, die unter anderem im Büchlein «Abtwils Burgen und ihre Sagen» von Walter Beeler und Max Pflüger zu lesen ist, ging der Terror des Lindwurms so weit, dass die Burgdamen und Burgherren sich tagsüber nicht mehr aus der Festung trauten. Nur im Schutze der Nacht und auf leisen Sohlen konnten die armseligen Menschen auf Nahrungssuche gehen. Denn der Drache lebte in einer Höhle oberhalb der Sitter, und das einzige Tor zur Burg war ­diesem grauenhaften Ort zugewandt.

Eines Tages kam es, dass sich ein tapferer Ritter ein Herz fasste und sich aufmachte, um das Ungeheuer zu töten. Sein Vorhaben hatte die anderen Burgbewohner erschaudern lassen, und sie rieten ihm dringlich, nicht zu gehen. Doch der Ritter liess sich nicht von seinem Vorsatz abbringen. Mit Pferd, dicker Rüstung, Speer und langem Schlachtschwert forderte er den Drachen zum un­gleichen Duell auf. Der Drache spie Feuer und blies heissen, giftigen Rauch aus seiner Nase. Wie die Sage überliefert, schleuderte der furchtlose Ritter seinen Speer in den Schlund des Ungeheuers, worauf ein feuriger Strom von Drachenblut sich über den Angreifer ergoss. Nach langem, schwerem Kampf stand der Ritter als Sieger da, und der Lindwurm lag tot vor seiner Höhle, vor dem hässlichen Drachenloch. Der Sieg des tapferen Ritters wurde laut und lange in der Burg gefeiert.

Heute sieht man von der Burg Spisegg nichts mehr. Auch eine Ausgrabung lohnte sich nicht, denn durch die Erosion der Sitter wurden selbst die letzten Überreste hinfortgetragen. (ses)

Die versunkene Stadt im Hudelmoos

Eine vergessene Stadt soll sich unter dem Naturschutzgebiet Hudelmoos verbergen. (Bild: PD)

Eine vergessene Stadt soll sich unter dem Naturschutzgebiet Hudelmoos verbergen. (Bild: PD)


Im Herbst macht das Hudelmoos seinem Namen alle Ehre, wenn das Hudelwetter mit Sturmböen über das Moor hinwegfegt. Wenn sich die Nebelschwaden im Schilf festsetzen und kahle Birken geisterhaft über die Ebene wachen. Wer dann sein Ohr auf die braune Torferde legt und lauscht, kann vielleicht, mit etwas Glück, noch etwas anderes hören als das Flüstern des Herbstlaubes. Dumpf soll ab und an aus der Untiefe das Gebimmel einer Glocke an die Oberfläche dringen.

Eine ganze Ortschaft soll das Moor bei Muolen einst verschluckt haben. Und mit ihr zahlreiche verlorene Seelen. Keine davon gab die feuchte Erde je wieder her. Das besagt eine Legende, die man sich noch heute im benachbarten Hagenwil erzählt. Dort, wo heute die Frösche im Naturschutzgebiet quaken, soll einst eine Stadt gelegen haben. Eine Stadt, die zwar schön war, deren Bewohner aber ein sündiges Dasein lebten. Sie scherten sich nicht um das Gute und Schlimmes wurde ihnen nachgesagt, wie es im Sagenbuch von Dino Larese heisst.

Dann, in einer fürchterlichen Sturmnacht, ereilte die Sünder die Strafe für ihre Untaten, als der Ort samt Häusern, Türmen und Menschen im Morast versank. Wer heute im Erholungsgebiet an der Kantonsgrenze unterwegs ist, findet keine Spur der fast vergessenen Stadt. Es sei denn, er legt sein Ohr auf den Boden und horcht in die Erde hinein.

Das Bimmeln einer Glocke wollen auch alteingesessene Abtwiler erahnen. Denn auch das alte Abtwil soll einst ein ähnliches Schicksal ereilt haben. In einer Sturmnacht hatte sich einer Sage nach Erdmasse vom Hang gelöst und das Dorf unter Schutt begraben. Ob auch die Abtwiler für vergangene Sünden bestraft wurden, das weiss heute niemand mehr. Mauerreste sollen aber die Existenz der verschütteten Siedlung belegen. Wer weiss, vielleicht tauchen auch im Hudelmoos dereinst Zeugen jener sagenhaften Vergangenheit auf. Mit Haut und Haar konserviert, wie es nur die Moorerde vermag. (nh)

Ein Poltergeist auf Schloss Oberberg

An den Gruseldinners verkleiden sich auch die Pächter Daniel und Brigitte Schneider. (Bild: PD)

An den Gruseldinners verkleiden sich auch die Pächter Daniel und Brigitte Schneider. (Bild: PD)


«Im Gewölbekeller halten sich zwei Geister auf und beobachten das Geschehen»: Als eine Köchin im Schloss Oberberg in Gossau dies dem Pächterehepaar Brigitte und Daniel Schneider erzählte, trauten sie ihren Ohren nicht. «Sie sagte, dass sie die Fähigkeit habe, mit Verstorbenen in Kontakt zu treten», sagt Daniel Schneider. Wirklich Glauben schenken konnte das Paar der jungen Frau aber nicht, und schnell war der Vorfall auch wieder vergessen.

Wiederkehrende kuriose Begebenheiten sollten das Gesagte allerdings bald wachrufen und ihm eine neue Bedeutung geben. So führte Daniel Schneider an einem Tag, wie so oft, Gäste durchs Schloss. Alles war wie ­gewohnt, bis sie bei der Folter­kammer angelangt waren: «Alle Personen waren hinter der Abschrankung», erinnert sich Schneider. Doch plötzlich löste sich der Speer von der Halterung an der Wand und fiel krachend zu Boden. «Das hat uns alle richtig erschreckt!», erzählt er. Und dies habe nicht etwa zu den Szenen gehört, die an den Gruseldinners im Oktober auf Schloss Oberberg inszeniert werden.

Auch eine andere Geschichte bleibt Schneider in Erinnerung: Besucher wollten mit ihrem Hund den Gerichtssaal im Schloss betreten. «Bei der Türschwelle stoppte der Hund und sträubte sich vehement, weiterzugehen», sagt Schneider. Ein paar Schritte konnten ihn die Halter in den Raum zerren, danach aber winselte er und rannte fluchtartig nach draussen. Dass es im Schloss spukt, wurde Schneiders auch bewusst, als eine Angestellte besorgt aus dem Keller zurückkam. Ein massives Gestell hatte sich aus der stabilen Verankerung gelöst und begrub das Porzellangeschirr unter sich.

Familie Schneider, die im Schloss arbeitet und wohnt, nimmt’s gelassen – auch dass es nachts immer wieder knarrt. «Das Schloss hat eine 700-jährige Geschichte. Die Mauern sind wie ein Speicher», sagt Schneider. Immer wieder erzählen auch Gäste, dass sie hier eine besondere Energie spüren. (ad)

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