SPRACHEN: Sprachencafé wird jünger

Zwischenzeitlich war die Zukunft des Sprachencafés ungewiss. Nun hat aber eine neue Organisatorin den Sprachentreff übernommen und bereits einiges geändert.

Marlen Hämmerli
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Das Sprachencafé ist neu im «Stars and Stripes». (Bild: PD/Marcella Carbone)

Das Sprachencafé ist neu im «Stars and Stripes». (Bild: PD/Marcella Carbone)

Marlen Hämmerli

marlen.haemmerli@tagblatt.ch

Das Sprachencafé hat sich neu erfunden. Zu verdanken ist dies vor allem der neuen Organisatorin Marcella Carbone. Im Frühsommer hat sie die Organisation des Sprachentreffs übernommen und seither das Café neu ausgerichtet: Angebot, Zeit und Ort haben geändert. «Ich möchte neben den bisherigen Teilnehmern mehr junge Leute anlocken», sagt Carbone. Durch kleine Änderungen soll das erreicht werden.

Der Grundgedanke des monatlichen Cafés ist aber derselbe geblieben: Unter Anleitung eines professionellen Coachs tauschen sich die Teilnehmer in einer Fremdsprache aus. So sollen sie laut Carbone ihre Hemmungen verlieren und mehr über die andere Kultur erfahren. «Jeder lernt in der Schule einige Sprachen. Werden sie aber nicht gebraucht, verschwinden sie in einer Schublade im Kopf und verstauben.»

Ab nächstem Mal gibt es auch einen Russisch-Tisch

Ab dem nächsten Mal wird neben Italienisch, Spanisch, Englisch, Französisch und Deutsch neu auch Russisch angeboten. Laut Carbone ist diese Sprache gerade bei Jüngeren sehr gefragt. Stimmt die Nachfrage, wird sie zudem auch Coaches für Niederländisch, Schwedisch und Arabisch organisieren. «Ich arbeitete schon in einigen Sprachschulen und kenne deshalb viele Leute», sagt die italienischstämmige St. Gallerin. Seit sie die Leitung übernommen hat, haben auch Zeit und Ort des Sprachencafés geändert. Eine Umfrage ergab, dass am Mittwochabend mehr ­Interessierte Zeit haben als am Freitag. Auch findet der Treff nicht mehr im Restaurant Dufour statt, weil dieses umgebaut wird. Neu treffen sich die Sprachfreunde im «Stars and Stripes» am Oberen Graben 27. «Jan Wagner und sein Team sind sehr gastfreundlich», sagt Carbone. «Sie verteilen die Tische für die Sprachen bewusst im ganzen Raum, damit sie sich nicht vermischen.»

Ein Zufall rettete das Sprachencafé

An den letzten Abend im «Dufour» erinnert sich Carbone gut: «Bis kurz vorher war unklar, ob es das Sprachencafé weiterhin geben wird.» Die bisherige Organisatorin wollte die Leitung abgeben, fand aber keinen Nachfolger. Zufällig traf Carbone dann die Gründerin des Sprachencafés, Enza Barra: «Sie fragte mich, warum ich die Leitung nicht übernehme.» Schliesslich sei Carbone bereits in diesem Bereich tätig, da sie Sprach- und Kulturreisen nach Italien organisiere. «Da habe ich zugesagt.» Sie hätte es sehr schade gefunden, wenn das Sprachencafé nicht mehr stattgefunden hätte: «Es ist zu einem Teil des St. Galler Kulturangebots geworden.» Nun plant Carbone bereits weiter. Angedacht sei etwa ein Treff aller Sprachencafés der Region.

Sprachencafé

jeweils 18.30 bis 20.30 Uhr

18 Franken

www.sprachencafe.info