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SPRACHE ERHALTEN: "Hopp Sanggale" - eine Hommage an den St.Galler Dialekt

Giftig, spitz und hell soll er tönen, der St.Galler Dialekt – zumindest im oberflächlichen Urteil der Restschweiz. Die Autorin Susan Osterwalder-Brändle hat mit ihrem Mundartwörterbuch "Hopp Sanggale" eine Hommage an die verkannte Sprache einer Randregion verfasst.
Susan Osterwalder-Brändle mit ihrem Mundartlexikon. (Bild: Sandro Zulian/FM1 Today)

Susan Osterwalder-Brändle mit ihrem Mundartlexikon. (Bild: Sandro Zulian/FM1 Today)

Wie überall verwischen sich auch im Osten der Schweiz die lokalen und regionalen Dialekt-Eigenarten zu einem undefinierbaren Mittelland-Sprech. «Doo omenand» wird bald nicht mehr anders geredet, als anderswo in der Ostschweiz − bis weit nach Zürich.

Kraftvolle Mundart-Ausdrücke wie «eim d Chottle botze» werden nur noch selten benutzt, subtil-präzise Bezeichnungen wie «Finöggeli» für eine zartbesaitete Person oder «Luuser» für Lausbub verschwinden aus dem aktiven Wortschatz wie auch «omeplampe», für herumhängen oder «zibölele» für einen Graupelschauer.

Leidenschaftliche Dialekt-Liebhaberin

Rund 3000 Begriffe und Redensarten hat die Autorin und Journalistin Susan Osterwalder-Brändle in den letzten Jahren gesammelt. In «Hopp Sanggale» gehe es nicht darum, den St.Galler Dialekt wissenschaftlich zu ergründen, schreibt sie zu ihrem Buch. «Töör die da?», habe sie sich selber gefragt. Sie sei eine «leidenschaftliche-Dialekt-Liebhaberin» und habe für die Sprache, mit der sie aufgewachsen sei, eine Hommage verfassen wollen: «Jo, die töör da», habe sie deshalb entschieden.

Genau genommen gibt es aber gar keinen St.Galler Dialekt: In der Stadt St.Gallen tönt es anders als im Toggenburg und sogar völlig anders als etwa im Rheintal oder im Sarganserland.
Wer sich deshalb für die treffenden Dialektwörter wie «döörtue» in «Hopp Sanggale» interessiert und einige der Begriffe auswendig lernt, drückt sich so aus, wie im Untertoggenburg oder im Fürstenland − der Region von Gossau bis nach Wil − geredet wird. Doch sogar dort sind die Unterschiede gross: Während man in Uzwil zum Wischen «wösche» sage, heisse es einige Kilometer weiter in Flawil «förbe», hat Susan Osterwalder herausgefunden.

«Wöörgete» an der Olma

Gar nie sagen übrigens St.Gallerinnen und St.Galler egal aus welcher Region «Hopp Sanggalä, anen an Ballä» wie der Autorin zu ihrem Ärger in Zürich, Bern oder Basel mit dem Beisatz «aha, aus dem Osten» immer wieder an den Kopf geworfen wurde.

Aber natürlich will man kein «Joommerfödle» sein und sich eher darüber freuen, dass es im St.Galler Dialekt so schön passende Wörter gibt, beispielsweise für das alljährliche Gedränge an der Olma. Das ist nämlich eine «Wöörgete», aber da gibt es nichts, man muss «dördöre», gut, wenn man dabei den «Bäfzger» zu Hause gelassen hat. (sda)

«Hopp Sanggale», St.Galler Mundartwörterbuch von Susan Osterwalder-Brändle, erschienen 2017.

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