Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

SPORTLICHER GLOBETROTTER: Der Chef des St.Galler Unisports geht in Pension: Der Sport wird wieder zum Hobby

39 Jahre lang hat Leonz Eder an der Universität St.Gallen im Einsatz gestanden. In dieser Zeit hat er massgeblich am Aufbau des heute imposanten Sportangebots an der HSG mitgewirkt. Ende April geht der Leiter des Unisports in Pension. Er verwandelt damit den Beruf wieder zum Hobby.
Fredi Kurth
Leonz Eder, Chef des St.Galler Unisports, in der HSG-Sporthalle am Höhenweg. (Bild: Ralph Ribi)

Leonz Eder, Chef des St.Galler Unisports, in der HSG-Sporthalle am Höhenweg. (Bild: Ralph Ribi)

Leonz Eder war kein Sportstar. Dennoch war der im Engadin geborene und im Kanton Zug aufgewachsene Leiter des St.Galler Unisports oft auch global unterwegs. Er hatte IOC-Präsident Thomas Bach zu Gast auf dem Rosenberg. Und als Geschäftsführer des nationalen und Erster Vizepräsident des internationalen Unisport-Verbandes ist er Berühmtheiten wie Lech Walesa, Vladimir Putin oder dem japanischen Kaiser Akihito persönlich begegnet. Doch nicht um solche Begegnungen ist es ihm bei seiner Tätigkeit in erster Linie gegangen, sondern um die Entwicklung eines attraktiven Sportprogramms an der Universität St.Gallen.

Vom kleinen Sportlerkreis zum umfassenden Angebot

Es war Herbst 1979, als Eder an der Hochschule St.Gallen für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (HSG), wie die Uni damals hiess, richtig loslegen konnte. Professor Rolf Albonico, damaliger Leiter des Unisports, hatte den Primarlehrer mit zweijähriger Schulpraxis angestellt, nachdem sich Eder an der Uni Bern zum Turnlehrer hatte ausbilden lassen. Täglich gab er von Anfang an Lektionen in Konditionstraining, Handball und Geländelauf. Die Zahl der regelmässigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer am HSG-Sportangebot ist seither von 250 auf 2100 angestiegen, jene der Trainingsleiterinnen und Trainingsleiter von elf auf 151. 1979 gab’s 46 Trainings pro Woche, heute sind es 259.

Der Weg zum Leiter des Unisports war Eder von Anfang an vorgegeben. Neben dem Unterricht gehörte zu seinen Aufgaben, in der Ostschweiz ein Netzwerk aufzubauen, Turniere zu organisieren und das Sportprogramm zu gestalten. Erst nach und nach etablierte sich der Sport im Hochschulalltag. «Wir waren damals eine autonome Zelle», sagt Eder. Heute ist der Unisport fest ins Prorektorat eingebunden. Und er ist auch fester Bestandteil des Studiums. Eder: «Darum mussten wir allerdings nicht besonders kämpfen. Vielmehr erleichterte uns die allgemeine Aufwertung sportlicher Betätigung die Integration.»


Krafttraining in der neuen HSG-Sporthalle. (Bild: Urs Jaudas - 26. Februar 2013)

Krafttraining in der neuen HSG-Sporthalle. (Bild: Urs Jaudas - 26. Februar 2013)

Heute ist die Uni der grösste polysportive Anbieter in der Stadt St.Gallen. Er steht mit Rücksicht auf private Sport- und Fitnessanbieter nur Studierenden offen. Das reicht aber auch völlig, um Anlagen und Einrichtungen auszulasten. «Wir könnten die gleiche Infrastruktur noch einmal füllen», betont Eder. Positiv wirkt sich da aus, dass viele Sportarten, wenn es sich nicht gerade um Eishockey oder Schwimmen geht, in der Nähe der Vorlesungssäle betrieben werden können.

Höhe- und Tiefpunkte, Lustiges und Schönes

So blick Leonz Eder im Gespräch hochzufrieden auf seine HSG-Zeit zurück. Schönste Momente? «Immer, wenn neue Anlagen wie jene für Beachvolleyball oder die neue Sporthalle eingeweiht werden konnten. Oder wenn besondere sportliche Anlässe wie die Volleyballnacht oder die polysportive Stafette von Wittenbach auf den Rosenberg stattfanden.»

Lustige Momente? «Einer war sicher, als ich 1991 an der Winter-Universiade in Sapporo noch mit einer Hermes-Baby-Schreibmaschine im Presseraum Lärm machte, während die amüsierten Japaner die Computer eingeschaltet hatten. Das gab sogar einen Bildstoff in der lokalen Zeitung her.»

Schwierige Momente? «Als beim Umbau der Uni Vorlesungen provisorisch in die neue Sporthalle verlegt wurden und die Idee auftauchte, daraus ein ‹Providurium› zu machen.»

Rund 70 Sportarten im Angebot

Das HSG-Angebot mit rund 70 Sportarten bildet gemäss Leonz Eder die Bedürfnisse der Gesellschaft ab. Es reicht von Aerobic bis Zumba. Aufnahme findet, was Studentinnen und Studenten sich wünschen oder auch was Trend ist. Keine Chance haben Risikosportarten (wie Bungy Jumping), bei denen es primär um den Kitzel geht.


Auch an der HSG gehört zu den beliebtesten Mannschaftssportarten der Fussball. Im Bild ein Spiel in der Halle. (Bild: Urs Jaudas - 26. Februar 2013)

Auch an der HSG gehört zu den beliebtesten Mannschaftssportarten der Fussball. Im Bild ein Spiel in der Halle. (Bild: Urs Jaudas - 26. Februar 2013)

Seinem Nachfolger Daniel Studer, einem langjährigen Mitarbeiter beim Unisport, brauche er keine Ratschläge mit auf den Weg zu geben, sagt Leonz Eder auf die entsprechende Frage. «Von ihm, der einen MBA-Abschluss hat, kann ich lernen. Er hat seine eigenen Vorstellungen.»

Leonz Eder behält einen Arbeitsplatz an der HSG, in angemessener Distanz zum Unisport-Sekretariat. Dort widmet er sich weiter seinen Aufgaben im internationalen Universitätssport. Und um den eigenen Puls in die Höhe zu treiben, braucht er nicht weit zu gehen. Geräteturnen, die von ihm als Jugendlicher ausgeübte Sportart, ist allerdings schon lange aus dem HSG-Programm gefallen und durch verwandte Trenddisziplinen wie Parkour oder Street Workout ersetzt worden.

Für Leonz Eder ist jetzt Gesundheitssport angesagt. Und er dürfte auch vermehrt Zeit für seine anderen Hobbys finden. An seinem Wohnort Häggenschwil will er sich beispielsweise wieder am Klavier versuchen. Und von dort aus will er wieder zu Reisen aufbrechen. Es gibt Orte, die auch er als weit gereister Unisport-Leiter noch nie gesehen hat.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.