Sportgeschäft Actdis schliesst

Zu viel Konkurrenz aus dem Internet und ein Inhaber, der zu neuen Ufern aufbrechen will: Das Sportgeschäft Actdis in der St.Galler Innenstadt schliesst nach über 20 Jahren seine Türen.

Janique Weder
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Im Familienunternehmen Actdis gehen bald die Lichter aus. (Bild: Janique Weder)

Im Familienunternehmen Actdis gehen bald die Lichter aus. (Bild: Janique Weder)

Die Zeiten, als Actdis von angefressenen Snowboardern auf der Suche nach den neusten Trends überrannt wurde, sind längst vorbei. Heute boomt der Sportartikelmarkt im Internet, Fachgeschäfte serbeln. Actdis zieht daraus die Konsequenzen: Das Traditionsgeschäft an der Neugasse 24 schliesst nach über 20 Jahren im Sommer seine Türen.

Von Familie geführt

Mit Actdis verschwindet ein Familienunternehmen aus der St.Galler Innenstadt. Inhaberin war lange Zeit Ursula Burkhart. 2008 verkaufte sie Actdis ihren Kindern Andrina und Dani Burkhart. Letzterer hat gestern zu einem Infoabend eingeladen, um St.Galler Unternehmer über die geplante Schliessung zu informieren. Ausserdem nutzte er die Gelegenheit, sein Team vorzustellen. Dies besteht zu einem Drittel aus der Familie Burkhart: Nebst Andrina und Dani Burkhart arbeiten auch dessen Frau Nadia sowie Mutter Ursula mit. Dazu kommen fünf weitere Festangestellte und zwei Lehrlinge. Ihnen hilft Burkhart, bis im Sommer neue Jobs zu finden.

Actdis zu verkaufen, es in andere Hände und aus der Familie zu geben, kam für Burkhart nie in Frage. «Das Geschäft ist ein Teil von uns», sagt er. Die Ladenfläche aber soll vermietet werden. Wann und an wen ist noch unklar.

Dani Burkhart sieht dem Ende mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Weinend, weil er «keinen Lichtblick im umkämpften Sportartikelmarkt» mehr sieht. Hatten früher die Händler das Sagen, müssen sie heute mit Sport-Lieferanten konkurrenzieren, die ihre Waren online anbieten. «Alles ist im Überfluss verfügbar», sagt Burkhart. In der Folge wandern Kunden zu internationalen Filialbetrieben mit riesigen Sortimenten ab.

In neue Gefilde aufbrechen

Ein weiteres Problem sind laut Burkhart Kursdifferenzen, «die keine Geiss weg schleckt». Bereits vor drei Jahren habe er Sparmassnahmen getroffen, auf Werbung verzichtet, beim Personal gespart. Wie er den erneuten Einbruch des Euro auffangen wird, weiss Burkhart nicht.

Das lachende Auge von Dani Burkhart aber schaut mit Vorfreude in eine unbekannte Zukunft. «Ich hatte seit langem das Bedürfnis, mich neu zu orientieren», sagt er. Was der 49-Jährige nach der Actdis-Ära macht, weiss er noch nicht.