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Sport hilft beim Leben im Rollstuhl

RORSCHACHERBERG. Die Schweizer Meisterschaften im Rollstuhl-Rugby erleben die Tetraplegiker Luis Hurni aus Goldach als OK-Präsident und Roman Hertach mit Wurzeln in Rorschacherberg als Spieler positiv. Trotz gelegentlicher Niederlagen ihres Clubs.
Fritz Bichsel
Ostschweizer Rolling Rhinos (gelb) gegen Vorarlberger: Schweizer Meisterschaft im Rollstuhl-Rugby in der Mehrzweckhalle Rorschacherberg. (Bilder: Fritz Bichsel)

Ostschweizer Rolling Rhinos (gelb) gegen Vorarlberger: Schweizer Meisterschaft im Rollstuhl-Rugby in der Mehrzweckhalle Rorschacherberg. (Bilder: Fritz Bichsel)

RORSCHACHERBERG. Roman Hertach war in Ballsport und Leichtathletik aktiv, Luis Hurni im BMX-Radsport. Beide erlitten als Jugendliche einen Unfall, der ihr Leben veränderte – Roman Hertach vor 16 Jahren bei einem Sprung ins Schwimmbassin, Luis Hurni vor fünf Jahren bei einem BMX-Rennen. Inzwischen spielen sie Rollstuhl-Rugby bei den Rolling Rhinos, dem Ostschweizer Club, der jetzt mit Hilfe von Freiwilligen und Sponsoren eine Runde der Schweizer Meisterschaft durchführt.

Helfer, Taktik und rasantes Spiel

Roman Hertach fährt am Samstagmorgen im Auto selber zur Mehrzweckhalle Rorschacherberg. Hier kam er früher oft vorbei auf dem Weg zu seinen Grosseltern im Weiler Hof. Bei der Vorbereitung auf seine Einsätze benötigt er Hilfe: beim Zusammenbau des speziell für einen Spieler gebauten, um 10 000 Franken teuren Sport-Rollstuhls, beim Umsteigen in diesen, beim Festmachen unter anderem mit dem Bauchgurt. Betreuer vom Club und Angehörige unterstützen ihn, aber auch Leute von anderen Clubs. Alle helfen allen.

Dann geht's zur Taktikbesprechung und ans Einfahren. Rollstühle knallen aneinander. Einige überschlagen sich samt Spieler. Das sieht gefährlich aus, Unfälle gibt es aber sehr selten.

Alles gut vorbereitet

Derweil ist Luis Hurni nervös. Wegen eines Spitalaufenthalts kann er nicht mitspielen und musste er Vorarbeit aus der Ferne lenken. Klappt alles? Spieler melden ihm, beim WC sei noch etwas zu ändern. Das beruhigt; es geht nur noch um Details. Dann zeigt sich beim ersten Spiel, dass alles gut vorbereitet ist und funktioniert. Mutter Ruth Hurni hatte vieles übernommen, fand auch genügend Helfer für Aufbau und Festwirtschaft.

Leistung und Gemeinschaft

Die Sekundentafel tickt, die an Beinen und Armen beeinträchtigten Rollstuhl-Rugbyspieler flitzen übers Feld wie Eishockeyspieler – nur ohne Körperkontakt –, erzielen in viermal acht Minuten um 20 bis gut 50 Treffer. Auf dem weichen Belag ist es streng, weil die Stühle nicht leicht rollen. Nach Einsätzen wirkt Roman Hertach am Spielfeldrand mit, ruft Kollegen Tips zu. Aber das A-Liga-Spiel geht in der Verlängerung knapp verloren. «Reicher an Erfahrung» sei er, sagt er nach einer anderen Niederlage am Sonntag. Die Ostschweizer gehören nicht zu den Favoriten, haben aber den Ehrgeiz, vorne mitzuhalten. Von den Zuschauerrängen feuern sie mehrheitlich Beteiligte und Angehörige an – bis am Sonntagmittag der Auftritt des Musikvereins Rorschacherberg beiträgt, dass weitere Zuschauer kommen. Roman Hertach ist ständig in Bewegung, unterhält sich auch mit Kollegen aus dem Ausland. Diese Treffen, auch abends im Hotel, seien etwas vom Schönsten an den Wettkämpfen.

Sport hat hohe Bedeutung

Luis Hurni und Roman Hertach hadern nicht mit ihrem Schicksal, sondern nehmen mit Hilfe ihrer Eltern die Herausforderung des Lebens im Rollstuhl an. Dass sie weiterhin Sport treiben können, hilft ihnen sehr. Die Frage, was ihm Sport bedeute, beantwortet Roman Hertach mit Verweis auf das, was er nebst der Arbeit fast täglich macht: «Rugby, Kraftraum oder Spezialvelo.»

OK-Präsident Luis Hurni und Spieler Roman Hertach.

OK-Präsident Luis Hurni und Spieler Roman Hertach.

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