SPONTANACTS: Von Skizzen auf Packpapier zum neuen iPhone-App Spontacts

GOLDACH. Spontacts verbindet Freizeitpartner bei Konzerten, Sport, Kino oder andern Aktivitäten. Entwickelt wurde das iPhone-App von den Goldachern Christoph Seitz und Daniel Kästli. Nun sind Nutzer und Sponsoren gesucht, die aus der Idee auch eine Erfolgsgeschichte machen.

Rudolf Hirtl
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Mit dem iPhone-App Spontacts bringt der Goldacher Christoph Seitz Menschen dazu, gemeinsam etwas zu unternehmen. (Bild: Rudolf Hirtl)

Mit dem iPhone-App Spontacts bringt der Goldacher Christoph Seitz Menschen dazu, gemeinsam etwas zu unternehmen. (Bild: Rudolf Hirtl)

Vor den PC sitzen, ein bisschen rumwerkeln, und fertig ist das neue iPhone-App. Bei der Flut von neuen Applikationen, die für das Smartphone von Apple täglich auf den Markt geworfen werden, liegt die Vermutung nahe, dass es sich in der Entwicklerszene in etwa so abspielt. Weit gefehlt, zumindest, wenn es um das seit zwei Monaten erhältliche App Spontacts geht, das Leuten helfen soll, mehr gemeinsam zu unternehmen.

Die Gründer der iPhone-Applikation, Florian Specker (32), Daniel Kästli (35) und Christoph Seitz (32), habe bis anhin ein volles Jahr in die Entwicklung investiert. In der Freizeit, nach der Arbeit; so sollte man meinen. «Nein, nein», sagt Christoph Seitz schmunzelnd, «wir haben eine GmbH gegründet und arbeiten vollamtlich ohne Lohn.»

Goldach, Zürich und Helsinki

Die Jungunternehmen gehen mit ihrem Projekt denn auch aufs Ganze und leben von ihrem Ersparten. «Bis zum kommenden Frühling muss Spontacts ins Laufen kommen, ansonsten werden wir schweren Herzens wieder in unser <altes Leben> zurückkehren müssen», so Seitz. Auch wenn der Goldacher, der in St. Gallen Staatswissenschaften studiert und abgeschlossen hat, das Ganze als «ein Abenteuer» bezeichnet, so ist das Projekt keinesfalls nur eine «Spinnerei» von ein paar Computerfreaks, sondern hat Hand und Fuss.

«Wir sind eine virtuelle Firma. Daniel lebt heute in Helsinki und programmiert von dort. Florian und ich wohnen an verschiedenen Ecken von Zürich und arbeiten zu Hause», sagt Seitz. Nicht nur Spontacts, auch die Kommunikation der Entwickler spielt sich in der virtuellen Welt ab; jeden Tag um 10 Uhr «treffen» sie sich auf Skype, besprechen, woran gearbeitet wird und was die nächsten Aufgaben sind.

Bei mittlerweile über 300 000 Apps (für iPhone und iPad) wird es von Tag zu Tag schwieriger, die echten Perlen aus dem Apps-Dschungel zu picken – umso wichtiger ist es, das neue App unters Volk zu bringen. Die Idee von Spontacts ist so einfach wie bestechend; die Plattform ermöglicht es, nichtkommerzielle Freizeitaktivitäten zu organisieren, indem man über die Kontaktliste des iPhones Freunde dazu einlädt. Zudem besteht die Möglichkeit, mit anderen Interessierten zusammen etwas zu unternehmen. Spontacts ist aber keine Date-Plattform für Singles, es geht primär darum, sich mit neuen Freizeitpartnern zu treffen.

Finanzierung dank TV-Quiz ?

Finanzieren soll sich die Spontacts-Plattform in erster Linie über Sponsoren, das iPhone-App selbst ist kostenlos. Möchte hingegen ein kommerziell orientierter Veranstalter auf seinen Anlass hinweisen und Nutzer dazu einladen, so muss er dafür bezahlen.

Diesbezüglich haben Firmen zwar Interesse signalisiert, konkrete Zusagen brauchen aber noch etwas Zeit. Nicht zuletzt deshalb, weil die Anforderungen an ein Webprojekt in der Schweiz sehr hoch sind, zumal sich in den vergangenen Jahren viele Investoren damit die Finger verbrannt haben. Um das Projekt zu finanzieren, geht Christoph Seitz denn auch ungewöhnliche Wege.

So hat er sich beispielsweise beim TV-Quiz «Traders» auf SF 1 gemeldet und steht Ende Jahr tatsächlich als Einzelkandidat in der Sendung. Schafft er es, zehn Fragen richtig zu beantworten, so kann er 120 000 Franken abräumen, mit der Bonusfrage den Betrag gar vervierfachen.

Künftig auch ohne iPhone

Begonnen hat alles vor zwei Jahren mit ein paar Skizzen auf zufällig herumliegendem Packpapier, nun werden bereits Überlegungen zur Weiterentwicklung nötig. Während Spontacts derzeit auf Anlässe und Gruppen ausgelegt ist, werden künftig auch Einzeleinladungen möglich sein. Heisst: Wer spontan einen Tennispartner sucht, kann diesen ebenfalls über das App finden. Laut Christoph Seitz wird es ab Mitte Dezember ausserdem möglich sein, dass sich Besucher von www.spontacts.ch für Aktivitäten in ihrer Nähe einschreiben können. Interessierte können dann auch ohne iPhone mitmachen, wobei der Eintrag über das Facebook-Profil läuft.

Eine echte Herausforderung stellt der Vormarsch von Android, der Software-Plattform des stärksten Apple-Konkurrenten, dar. Erst wenn das App auch damit läuft, besteht eine echte Chance, dass sich Spontacts durch hohe Nutzerzahlen für die Jungunternehmer auch versilbern lässt.

www.spontacts.ch

Bereit, mit Spontacts das mobile Internet zu erobern: Daniel Kästli, Christoph Seitz und Florian Specker. (Bild: pd)

Bereit, mit Spontacts das mobile Internet zu erobern: Daniel Kästli, Christoph Seitz und Florian Specker. (Bild: pd)