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SPITZENREITER: Galoppieren ist fast wie Fliegen

Der beliebteste Kurs in der Go-Sport-Woche war auch dieses Jahr das Reiten. 32 Kinder konnten ihre Begeisterung für die sanften Vierbeiner dank des Angebots voll und ganz ausleben.
Judith Schönenberger
Wer gerade nicht auf dem Pferd reiten kann, stellt sich kurzerhand den Hindernisbalken als solches vor. (Bild: Michel Canonica)

Wer gerade nicht auf dem Pferd reiten kann, stellt sich kurzerhand den Hindernisbalken als solches vor. (Bild: Michel Canonica)

Judith Schönenberger

judith.schoenenberger@tagblatt.ch

Kinder springen ungeduldig hin und her, wartende Mütter unterhalten sich angeregt. Eine Katze entwindet sich den zugreifenden Händen eines Mädchens und macht sich auf leisen Pfoten aus dem Staub. Es herrscht ein reges Treiben auf der kleinen Zuschauertribüne in der Reithalle Buechenwald. Das bringt die Pferde und ihre Begleiterinnen auf dem Reitplatz aber nicht aus der Ruhe. Sie drehen unbeirrt ihre Runden, mal im Trab, dann im Galopp. Geführt werden sie von Pferdepflegerinnen, die den Reitenden unablässig Anweisungen und ermutigende Worte zurufen.

An diesem Donnerstagnachmittag finden im Reitstall im Rahmen der Go-Sport-Woche der IG Sport Region Gossau nacheinander zwei Reitkurse statt. Während die Teilnehmer des ersten Kurses ihre letzten Runden auf den Rücken der Vierbeiner drehen, warten auf der Tribüne bereits die Teilnehmenden des zweiten Kurses erwartungsvoll auf ihren Einsatz. «Mami, ich will riite!», sagt ein kleines Mädchen energisch und zupft an der Jacke seiner Mutter. Sie schickte ihr Kind schon letztes Jahr in den Reitkurs, wie sie später verrät. «Es ist günstig und man muss nicht weit fahren, um den Kindern etwas zu bieten.»

Für Sicherheit und Sauberkeit sorgen

Lotti Kunz ist diplomierte Reitlehrerin und bietet den Reitkurs nun schon das achte Jahr in Folge an. Die übermütigen Kinder erforderten erfahrene Pferde und Kursleiter, sagt sie. «Man muss merken, wenn es einem Pferd nicht mehr wohl ist.» Für den zweiten Kurs wird deshalb ein Pferd ausgewechselt. Das Wichtigste sei die Sicherheit aller Beteiligten.

Schliesslich hat das Warten für die Kinder ein Ende und sie drängen auf den Reitplatz zu den Pferden. Doch bevor sie in den Sattel steigen dürfen, müssen sie sich aufwärmen. Als Vorgeschmack spielen die Kinder Bockspringen. Das ermöglicht den fleissigen Vierbeinern eine kurze Verschnaufpause. Was die Arbeit mit Pferden sonst noch mit sich bringt, erfahren die Kinder wenig später. Ein Pferd äpfelt auf den Boden, was bei den Teilnehmern für Gelächter sorgt. «Schaut, da hinten gibt es Arbeitsgeräte, mit denen ihr den Mist aufkehren könnt», bezieht Kunz zwei Mädchen in die Arbeit mit ein. Die beiden führen den Auftrag unter Gekicher, aber bereitwillig, aus. «Das gehört halt dazu, wenn man ein eigenes Pferd haben will», meint eines der Mädchen pragmatisch.

Ungebrochene Begeisterung für die Vierbeiner

Die Pferdeäpfel tun der Freude der Kursteilnehmer keinen Abbruch. Die meisten Kinder finden einfach alles an den Rössern «super». Igor, der einzige Knabe in der Gruppe, mag, dass die Pferde so schnell sind. Und Leonie meint: «Wenn man galoppiert, dann fliegt man!» Bei Aline hat die Vorliebe für die Tiere andere Gründe: «Wenn ich ein Pferd habe, muss ich nicht mehr laufen.» Bald darauf sitzen die ersten Kinder endlich stolz auf den Pferderücken, auf denen bekanntlich das Glück der Erde liegen soll. Und beim Anblick der leuchtenden Kinderaugen scheint an diesem Spruch wohl etwas dran zu sein.

«Die Go-Sport-Woche hat sich etabliert»

Bilanz Die IG Sport Region Gossau hat die Go-Sport-Woche für Daheimgebliebene dieses Jahr schon zum 16. Mal durchgeführt. Laut Martin Wicki, Vizepräsident der IG, sollen die Schnupperkurse für verschiedene Sportarten bei Kinder und Jugendlichen aus Gossau und Arnegg das Interesse am Sport wecken. Ausserdem biete man den Teilnehmern die Möglichkeit, eine Sportart zu einem niedrigen Preis auszuprobieren.

Dieses Jahr gingen 152 Anmeldungen für die verschiedenen Schnupperkurse ein. «Am beliebtesten, vor allem bei den Mädchen, war wie in den letzten Jahren der Reitkurs», sagt Wicki. Die Sportarten Schwimmen und Handball landen auf dem zweiten und dritten Platz, was die Teilnehmeranzahl angeht. Dieses Jahr zum ersten Mal durchgeführt wurde das Bogenschiessen. Einen Höhepunkt hielt laut Wicki der Tischtennis-Schnupperkurs bereit: «Die Teilnehmer konnten gegen einen Tischtennisroboter antreten, was auf grosses Interesse stiess.»

Insgesamt boten die organisierenden Vereine elf Kurse an, die Teilnehmer konnten unter anderem zwischen Judo, Kunstturnen und Tennis wählen. Fast alle Angebote fanden mehrmals statt. Ein weiteres Ziel der Vereine ist es, durch die Schnupperkurse Mitglieder anzuwerben. Es ist laut Wicki aber schwierig abzuschätzen, wie viele Teilnehmer aufgrund der Go-Sport-Woche einem Verein beitreten.

Wie das Programm für das nächste Jahr aussieht, weiss Wicki noch nicht. Man müsse zuerst die Auswertung der diesjährigen Woche abwarten. Für den Vizepräsidenten der IG Sport Region Gossau ist aber klar: «Das Angebot der Go-Sport-Woche hat sich in Gossau etabliert.» (jus)

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