Spielplätze sind in erster Linie für Kinder da

«Ein Spielplatz für alle», Ausgabe vom 24. August

Jonas Röllin
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Der Artikel ist eine einseitige Darstellung der Problematik rund um die Nutzung des Spielplatzes an der Ecke Linsebühl- und Hafnerstrasse. Der Text legt fast ausschliesslich den Standpunkt der Fachstelle für aufsuchende Sozialarbeit (Fasa) der Stiftung Suchthilfe dar. Diesem möchte ich als Anwohner und Familienvater widersprechen. Zunächst ist der umstrittene Platz offenkundig in der Funktion als Spielplatz gestaltet worden. In dieser Eigenschaft ist er nicht einfach «für alle zugänglich», wie Jürg Niggli, der Leiter der Stiftung Suchthilfe, meint. Vielmehr ist ein Spielplatz ein für Kinder und Jugendliche reservierter Raum, der angemessen sauber sein und vor jeglichen gefährdenden und schädlichen Einflüssen geschützt werden soll – insbesondere vor Drogen und Suchtmitteln aller Art.

Nun wird der Spielplatz im Linsebühl aber tagtäglich und mehrheitlich von Drogen- und Alkoholkonsumenten genutzt, die im Artikel als «Randständige» beschrieben werden, die «den Kontakt zur Quartierbevölkerung schätzen» und «auch das Bedürfnis und das Recht haben, sich irgendwo aufzuhalten». Menschen, die offensichtlich schwer drogen- oder alkoholabhängig sind und sich entsprechend verhalten, haben auf einem Spielplatz nichts verloren! Persönlich kenne ich im Quartier keine einzige Familie, die den Spielplatz besucht. Die Leidtragenden sind derweil die minder privilegierten, meist ausländischen Familien, die in engeren Behausungen wohnen und keine Gärten zur Verfügung haben, in die sie mit ihren Kindern ausweichen können. Insofern wären wirksamere Massnahmen zum Schutz des Spielplatzes ein grundlegender Beitrag zur Integration unserer ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger. Falls der Spielplatz weiter von Drogen- und Alkoholkonsumenten besetzt wird, sollte man neue Ideen entwickeln, wie er gänzlich umfunktioniert werden könnte.

Jonas Röllin

Rotachstrasse 13, 9000 St. Gallen

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