Spieler haben Schuld an Baisse

Am Dienstag ist der Trainer des FC St.Gallen, Jeff Saibene, zurückgetreten. Viele Fans verstehen den Schritt und sind der Meinung, dass nicht immer der Trainer für Niederlagen verantwortlich ist.

Elina Grünert
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Jeff Saibene im Mai am Halbfinal des Schweizer Cups, als der FC St.Gallen gegen den FC Basel spielte. (Bild: Archiv/Michel Canonica)

Jeff Saibene im Mai am Halbfinal des Schweizer Cups, als der FC St.Gallen gegen den FC Basel spielte. (Bild: Archiv/Michel Canonica)





Robert Iten (Bild: Patrick Tobler)

Robert Iten (Bild: Patrick Tobler)

Robert Iten (59), Mitarbeiter Tiefbauamt, St.Gallen: Mein Freund, ein Fussballtrainer, sagte mir, dass es Zeit sei für Saibene zu gehen, weil seine Spielideen nicht mehr aktuell seien. Der nächste Trainer muss auf jeden Fall ein guter Stratege sein, der ein Spiel planen kann. In Frage käme für mich Giorgio Contini, aber auch nur, weil ich Italienisch eine schöne Sprache finde.


Manuela Kellenberger (Bild: Patrick Tobler)

Manuela Kellenberger (Bild: Patrick Tobler)

Manuela Kellenberger (35), Hausfrau und Mutter, St.Gallen: Jeff Saibene hat sehr wahrscheinlich auf Druck von oben gekündigt, weil die Leistungen nicht mehr stimmten. Was mich mehr als seine Kündigung stört, ist die Einstellung der Spieler. Diese ist zum Teil schlecht bis gar nicht vorhanden. Der zukünftige Trainer darf nicht so ein «liebenswerter Bub» sein wie Saibene. Er muss den Spielern, die sich nicht benehmen können, auch ab und zu Dampf unter dem Hintern machen.

Norma de Luca (Bild: Patrick Tobler)

Norma de Luca (Bild: Patrick Tobler)

Norma de Luca (67), Yogalehrerin, St.Gallen:Das Problem liegt für mich nicht primär beim Trainer. Es gehen immer zu viele Spieler weg, darum harmoniert die ganze Mannschaft nicht, das macht es für einen Trainer schwierig. Ein neuer Trainer sollte also die Mannschaft wieder zusammenbringen und gut mit den Sponsoren umgehen können, denn diese spielen im Fussball eine sehr wichtige Rolle.

Roger Frischknecht (Bild: Patrick Tobler)

Roger Frischknecht (Bild: Patrick Tobler)

Roger Frischknecht (43), Ergotherapeut, Häggenschwil: Ich habe Respekt vor Saibenes Entscheid, dass er sagt, er habe alles Machbare gemacht und jetzt sei Zeit für etwas Neues. Es ist gut, dass die Saison gerade erst angefangen hat, so hat der FCSG diese Saison mit einem anderen Trainer doch noch eine Chance auf gute Resultate. Der neue Trainer sollte definitiv schon einen Namen in der Schweiz haben, das ist besser für die Fans.

Simon Eigenmann (Bild: Patrick Tobler)

Simon Eigenmann (Bild: Patrick Tobler)

Simon Eigenmann (30), Betreuer, St.Gallen: Energisch und offensiv soll der nächste Trainer sein. Saibene war eher ruhig und ist im Guten gegangen. Die Mannschaft braucht jetzt aber wieder frischen Wind. Sie soll wieder vorne mitspielen können. Ich wünsche mir Präsenz bei den Stürmern und trotzdem eine sichere Verteidigung. Der FC St. Gallen kann gut spielen, auch wenn er ein kleines Budget hat. Vielleicht braucht es noch zwei, drei neue Spieler, dann hat der FC St. Gallen eine Chance.

Gabriel Sidler (Bild: Patrick Tobler)

Gabriel Sidler (Bild: Patrick Tobler)

Gabriel Sidler (25),Landschaftsarchitekt, St.Gallen: Eine Zeit lang war ich oft an den Fussballspielen, vor allem im Espenmoos, mittlerweile ist es mir zu kommerziell geworden. Den Trainerwechsel habe ich trotzdem mitverfolgt. Die Kündigung ist sehr mutig und ich kann mich nicht erinnern, wann jemand das letzte Mal so professionell gegangen ist. Ich finde es schade, weil er sich gut gehalten hat und eine Konstanz mitbrachte. Rolf Fringer wäre für mich ein passender Trainer für den FC St. Gallen.

Martina Dur (Bild: Patrick Tobler)

Martina Dur (Bild: Patrick Tobler)

Martina Dur (43), Hebamme, St.Gallen:Ich nehme an, es war seine eigene Entscheidung, weil die Resultate nicht mehr den Erwartungen entsprachen. Heutzutage wechseln die Trainer relativ schnell: Wenn die Leistungen nicht erbracht werden, ist der nächste an der Reihe.


Lea Feller (Bild: Patrick Tobler)

Lea Feller (Bild: Patrick Tobler)

Lea Feller (19), Praktikantin, Ebnat-Kappel: Dass Saibene gegangen ist, war unerwartet. Wahrscheinlich wurde ihm unter der Hand Druck gemacht, dass es an der Zeit wäre, zu gehen. Ein Trainer sollte unbedingt Teil des Teams sein, auch wenn er kein Spieler ist.



Fredi Käser (Bild: Patrick Tobler)

Fredi Käser (Bild: Patrick Tobler)

Fredi Käser (63),Pensionär, Steinach: Es ist gut, dass Saibene gegangen ist, denn er brachte keinen Beweis, der zeigte, was er kann. Der nächste Trainer könnte zum Beispiel Thorsten Fink sein. Er kann neue Motivation und Energie in die Mannschaft bringen. Auf keinen Fall sollte Murat Yakin der Nachfolger sein, das wäre definitiv auch zu teuer.