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Spielend die Stadt entdecken

Hüpfen, springen, werfen, würfeln: Ein Spielpädagoge und der Organisator der St. Galler Spielenacht träumen von einer Stadt, in der möglichst viel gespielt wird. Um ihrer Vision näherzukommen, planen sie einen Spielweg durch St. Gallen.
Christina Weder
Marco Neuhaus (l.) und Andreas Rimle auf der Schlange im Stadtpark: Hier soll der geplante Spielweg vorbeiführen. (Bild: Ralph Ribi)

Marco Neuhaus (l.) und Andreas Rimle auf der Schlange im Stadtpark: Hier soll der geplante Spielweg vorbeiführen. (Bild: Ralph Ribi)

Die bunt bemalte Betonschlange auf dem Spielplatz im Stadtpark hat schon einiges über sich ergehen lassen. Davon zeugt ihr Rücken, die Farbe ist längst abgeschliffen. Tausende kleiner und grosser Kinder sind schon darüber spaziert und balanciert. Und noch immer übt die Schlange eine Anziehungskraft aus – auch auf den St. Galler Spielpädagogen Andreas Rimle. Die Schlange ist für ihn ein Beispiel, dass auch einfachste Spielgeräte begeistern.

Geld in Aussicht gestellt

An der Schlange wird in Zukunft wohl der «St. Galler Spielweg» vorbeiführen, den Rimle mit seinem Projektpartner Marco Neuhaus plant. Es handelt sich um eines der 37 Gewinner-Projekte des Jubiläumswettbewerbs der St. Galler Kantonalbank, die mit bis zu 100 000 Franken unterstützt werden.

Spielen als Leidenschaft

Rimle und Neuhaus haben sich beim Spielen kennengelernt. Für die beiden ist Spielen kein blosser Zeitvertreib, sondern eine Leidenschaft. Marco Neuhaus, der als Projektleiter bei der Kantonalbank arbeitet, organisiert die St. Galler Spielenacht, die dieses Jahr zum sechstenmal stattfindet.

Und Andreas Rimle hat sich vor wenigen Wochen als Spielpädagoge selbständig gemacht. Zuvor hat er über 20 Jahre als Oberstufenlehrer und acht Jahre als Spitalpädagoge am Kinderspital St. Gallen gearbeitet. In dieser Funktion habe er immer wieder festgestellt, wie wichtig Spielen für die Persönlichkeitsentwicklung ist. Auch Neuhaus ist überzeugt: «Ohne zu spielen, wären wir nicht die, die wir sind.»

Die beiden Spielbegeisterten träumen von einer «Spielstadt»: Einer Stadt also, in der an möglichst vielen Orten gespielt werden kann. Ein Schritt in diese Richtung ist der geplante Spielweg in St. Gallen. Mit einfachen Mitteln wollen Neuhaus und Rimle zum Spielen animieren – zum Hüpfen, Jagen, Springen, Werfen und Würfeln. Und sie wollen die Phantasie anregen. Mit Spielen werde der kognitive, aber auch der soziale und motorische Bereich gefördert, sagt Rimle. Spielen sei nicht nur im Kindesalter wichtig. Mit dem Spielweg will er alle Altersstufen ansprechen: Familien, Grosseltern mit Enkeln, Vereine, Kindergärten und Schulen, Spaziergänger und Ausflügler.

Stadtplan mit den Spielplätzen

Rimle und Neuhaus haben rund 40 Posten vorgesehen, die über die ganze Stadt verteilt sind. Das Angebot reicht vom Baumquiz im Stadtpark über Geschicklichkeitsspiele auf einem Spielplatz bis zum Mühlespiel auf einem Schulhausplatz.

Geplant sind zudem vier Abenteuerspielplätze im Wald. Neuhaus und Rimle denken etwa an einen Barfussweg, an Klettermöglichkeiten oder an Spiele mit Materialien, die sich im Wald finden. Auch bestehende Spielplätze und Angebote im öffentlichen Raum wollen sie in den Spielweg integrieren. Auf einem Stadtplan sollen die Spielorte eingezeichnet werden. Laut Rimle wird es nicht darum gehen, eine vorgegebene Route von A bis B zurückzulegen, sondern selber den Start zu bestimmen.

Ein «Spielsäckli» mit Kreide

Auf dem Spielweg wird kaum Material benötigt. Ein «Spielsäckli» mit Kreiden, Murmeln, Bällen, Korkzapfen und Würfeln, die für einzelne Spiele verwendet werden, soll an verschiedenen Stellen in der Stadt kostenlos bezogen werden können.

Rimle und Neuhaus sammeln derzeit Ideen, knüpfen Kontakte und suchen Institutionen, die Lust haben, am geplanten Spielweg mitzuwirken. Wer interessiert ist, wird gebeten, sich bei Andreas Rimle per E-Mail an andreas@spielend.ch zu melden. Demnächst wollen die beiden Initiatoren einen Verein gründen, der die Trägerschaft übernimmt. Bevor der grosse Spielweg im Frühling 2018 eröffnet wird, wollen sie im nächsten Jahr zuerst einen kleinen Spielweg einweihen. Er soll durchs Museumsquartier führen – an der Schlange vorbei.

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