«Speziell schön, an diesem Ort bauen zu können»

Architekt Diego Gähler plant das Alterszentrum der Sana Fürstenland AG in Gossau.

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Diego Gähler Architekt (Bild: pd)

Diego Gähler Architekt (Bild: pd)

Herr Gähler, mit dem Alterszentrum Fürstenland planen Sie ein grosses Gebäude inmitten von Gossau. Ist das eine spezielle Aufgabe?

Diego Gähler: Wir haben mit unserem Büro schon öfter an ähnlich komplexen Orten gebaut und die Aufgabe ist immer eine andere. Die besondere Herausforderung beim Andreaspark ist, dass sich rundherum gewachsene Strassenzüge mit unterschiedlichen Charakteren erstrecken. Wir haben diese Eigenheiten in unserem Projekt bewusst aufgenommen. Das hat bei der Jury vermutlich den Ausschlag gegeben. An diesem Ort bauen zu können, ist eine speziell schöne Aufgabe.

Am Donnerstag wurde die Ausstellung zum Architekturwettbewerb eröffnet. Welche Rückmeldungen erhielten Sie?

Gähler: Es wurden nur wenige Fragen gestellt und die Rückmeldungen waren durchwegs positiv. Dass das Projekt so gut angekommen ist, hat aus meiner Sicht aber vor allem mit dem optimalen Standort zu tun. Besonders bereichernd fand ich die Gespräche mit anderen Architekten, die auch am Wettbewerb teilgenommen hatten.

Sie nennen Ihr Projekt «Occupare». Was wollen Sie mit diesem Namen ausdrücken?

Gähler: «Occupare» hat auf lateinisch mehrere Bedeutungen. Wir verwenden es im Sinne von «einnehmen»: Das Alterszentrum soll den Raum im Andreaspark im positiven Sinne einnehmen und dort ein soziales Umfeld schaffen.

Von der Wettbewerbsjury gab es viel Lob, aber auch Kritik. Gewünscht werden beispielsweise Änderungen bei der Tiefgarage oder ein neuer Ort für das Restaurant. Lässt sich das einfach so umsetzen?

Gähler: Solche Änderungen sind bei Architekturwettbewerben der Normalfall und können vorgenommen werden. Ein anonymer Wettbewerb lässt keinen Dialog zwischen Architekten und Bauherrschaft zu. Und diese kann in der Wettbewerbsausschreibung auch gar nicht alle Anforderungen formulieren. Also gibt es immer Teilaspekte und Wünsche, die erst danach einfliessen können. (jw)