Spendenbetrüger in der Stadt unterwegs

In St. Gallen sind Betrüger aktiv, die Geld sammeln – angeblich für taubstumme Kinder. Die Polizei warnt davor, den Unbekannten Geld zu geben.

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In St. Gallen sind Betrüger aktiv, die Geld sammeln – angeblich für taubstumme Kinder. Die Polizei warnt davor, den Unbekannten Geld zu geben.

Unterschreiben – und zahlen

Das Formular trägt ein Schweizer Wappen. Es erweckt den Eindruck, hier sei eine Unterschriftensammlung im Gang, und zwar zugunsten eines «Zentrums für taubstumme und arme Kinder». Hat jemand unterschrieben, zieht der Mann, der das Formular hingestreckt hat, den Finger weg – «40 Franken» steht darunter zu lesen. Wer danach wegläuft, ohne zu zahlen, muss damit rechnen, dass der Unbekannte verächtlich auf den Boden spuckt. Szenen wie diese haben sich dieser Tage bei der Otto's-Liegenschaft an der Fürstenlandstrasse 122 abgespielt. Sogar im Laden warben die 30- bis 35jährigen Männer um Spenden für die angeblich taubstummen Kinder.

Die Mitleidsmasche

Dionys Widmer, Sprecher der Stadtpolizei, bestätigt, dass vermehrt Hinweise zu Personen eingegangen sind, die vorgeben, Spenden zu sammeln. «Sie sind in der ganzen Stadt unterwegs. Meistens geben sie vor, für taubstumme Kinder beziehungsweise ein Heim zu sammeln», sagt Widmer. Die Unbekannten tun zudem meistens so, als ob sie selbst nicht sprechen oder hören können. Auch dies ist kein neues Phänomen für die Polizei: Widmer erklärt, es sei vor einiger Zeit vorgekommen, dass sich jemand in einen Rollstuhl gesetzt habe, um Mitleid zu erheischen. Bei einer Kontrolle habe die Polizei festgestellt, dass der Mann sehr wohl laufen könne.

Ohne Erlaubnis

In letzter Zeit sei es immer wieder vorgekommen, dass die Unbekannten an Haustüren geklingelt hätten, sagt Widmer weiter. Das habe einige Menschen verängstigt. «Üblicherweise passieren die angeblichen Spendensammlungen aber eher auf der Strasse. In Geschäften kommt das weniger vor, weil die Inhaber ein Auge darauf haben.» Dionys Widmer rät Personen, die mit den falschen Spendensammlern in Kontakt kommen, ihnen kein Geld zu geben und möglichst rasch die Stadtpolizei zu kontaktieren. «Für uns ist es nicht immer einfach, sie zu erwischen. Die Unbekannten verschieben sich rasch an einen anderen Standort, wenn sie einige Male Erfolg hatten.» (dwa)