Speisen mit Seesicht

In der Geschichte des Rorschacher Hafenbahnhofs beginnt in ein paar Tagen ein neues gastronomisches Kapitel: Ab 1. Oktober wirten René Engler und sein Team vor Seekulisse.

Sebastian Keller
Merken
Drucken
Teilen
«Einmalige Aussicht an bester Lage», sagt René Engler, der mit seiner Partnerin Monika Gerster das «Englers am See» führen wird. (Bild: Reto Martin)

«Einmalige Aussicht an bester Lage», sagt René Engler, der mit seiner Partnerin Monika Gerster das «Englers am See» führen wird. (Bild: Reto Martin)

Rorschach. Noch blockieren Mulden den Eingang. Doch nicht mehr lange: Ab 1. Oktober soll er frei sein für Gäste, die im ehemaligen «Buffet» im ersten Stock des Hafenbahnhofs einkehren. Das heisst dann nicht mehr «Buffet», sondern «Englers am See», wie Wirt René Engler während einer Besichtigung erzählt. «Wir wollen den effektiven Neuanfang auch im Namen sichtbar machen», sagt er, der in St. Gallen das Restaurant Candela führt.

Säulen mit Blattgold

Beim Betreten des Lokals springt der Blick sofort nach draussen: Die durchgehende Fensterfront ermöglicht – ja erzwingt – die Sicht auf Kornhaus, Schiffe, See und die vielen Menschen, die schlendern, radeln oder hasten. Für René Engler ist die Lage einer der Pluspunkte seines neuen Restaurants: «Eine einmalige Örtlichkeit mit dieser Aussicht», schwärmt er. Der Blick fällt weiter auf Wände und Säulen. Diese hat die Münchner Künstlerin Christina Klünder mit Blattgold und Türkis dekoriert.

Treffpunkt für alle

Die hellen Holztische mit passenden Stühlen sind bereits aufgestellt – sie sehen aus wie Tanzpaare vor dem ersten Schritt. Etwa 70 Sitzplätze formieren sich so vor dem Fenster, das die Grösse einer Kinoleinwand hat. Insgesamt könnten sie im Restaurant auf 110 Sitzplätze aufstocken.

Auf Seite der Bar wurde der alte Boden abgeschliffen und eingeölt – wiederbelebt, wenn man so will.

Ganz mit der bewegten Vergangenheit als glamouröses «Buffet» und bekanntes Kulturlokal will auch Engler nicht brechen. Ihm ist bewusst: «Jeder hat seine ganz spezielle Erinnerung an dieses Gebäude.» Die Bar, die von einigen Tischen gesäumt wird, sei der Ort für den kleinen Hunger und für den Apéro, sagt Engler. «Das Lokal soll ein Treffpunkt für jedermann sein. Alle sollen sich willkommen fühlen», räumt er die teilweise geäusserten Befürchtungen aus dem Weg.

Dementsprechend breit ist das gastronomische Angebot: Fische aus einheimischem Fang, regionale Weine, aber auch Fleisch aus der Region. Ein Beispiel: Engler bezieht Wurstspezialitäten bei der Metzgerei Looser. Am Mittag sollen vier «preiswerte» Menus die Gäste verköstigen. Morgens und nachmittags sollen Kaffee und Pâtisserie auf den Tisch kommen. «Volksnah und mediterran», so die Idee.

Ein Szenekenner am Werk

Der Wirt glaubt, dass sein Konzept aufgehen wird. «Sonst wäre ich nicht hier», sagt einer, der die Gastronomieszene kennt wie ein Jurist die Gesetzbücher. Vor 40 Jahren hat Engler seine Kochlehre im damals neuen Rorschacher Seerestaurant begonnen. Ab Oktober führt er nun zusammen mit seiner Partnerin Monika Gerster sowohl das «Candela» in St. Gallen wie auch das «Englers am See» am Rorschacher Hafen.