Sparmöglichkeiten sind begrenzt

UNTEREGGEN. Auf Antrag der Bürgerversammlung hat die Schule Untereggen ihre Ausgaben überprüft. Diese seien im Vergleich zu anderen Gemeinden zu hoch, hiess es. Eine Gegenüberstellung zeigt: Eins zu eins vergleichen kann man die Zahlen nicht.

Linda Müntener
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Die Schule Untereggen hat die höchsten Durchschnittskosten pro Schüler in der Region Rorschach. (Bild: rtl)

Die Schule Untereggen hat die höchsten Durchschnittskosten pro Schüler in der Region Rorschach. (Bild: rtl)

17 753 Franken. Diesen Betrag hat Untereggen im Jahr 2013 durchschnittlich pro Schüler ausgegeben. Damit hat die Gemeinde die höchsten Durchschnittskosten pro Schüler in der Region. Ein Bürger hat an der Bürgerversammlung im Frühjahr den Antrag gestellt, die Kosten zu senken und so dem Kantonsdurchschnitt anzupassen. Die Schulgemeinde hat daraufhin die Zahlen geprüft. Und kommt zum Schluss: So einfach lassen sich die Ausgaben nicht miteinander vergleichen.

Hohe Kosten wegen Lohnklasse

Schulrat Stefan Jung und Schulsekretärin Edith Schaller haben die Unteregger Schulrechnung jener von Tübach sowie jener von Muolen gegenübergestellt. «Eine aufwendige Arbeit», sagt Schulpräsidentin Petra Gächter. Den markantesten Unterschied machen die Lohnkosten aus. Während Tübach ein junges Lehrerteam mit entsprechend tiefen Lohnklassen beschäftigt, sind bei der Schule Untereggen gleich mehrere Lehrpersonen der höchsten Lohnklasse angestellt. «Um Kosten zu sparen, dürften wir also nur noch junge Lehrpersonen anstellen», sagt Gächter. Das sei aber nicht im Sinne der Schule. «Wir wählen das Personal nach pädagogischen Fähigkeiten aus.» Ausserdem profitierten sowohl Schüler als auch Teamkollegen von erfahrenen Lehrpersonen. «Das zeichnet unsere hohe Schulqualität aus.» Genauso will man auch mit den Anschaffungen für den Informatikunterricht «à jour» bleiben.

«Wir können nicht alles steuern»

Ein weiterer Kostenpunkt ist das Schulsekretariat, das in Untereggen in der Schulrechnung aufgeführt wird. In den Vergleichsgemeinden werden diese Kosten anders verbucht. Genauso der Schülertransport nach Goldach für die Oberstufenschüler, den Untereggen bezahlt. Ein weiterer Unterschied ist, dass die Vergleichsgemeinden gewisse Posten in der Investitionsrechnung verbuchen, während diese in Untereggen in der laufenden Rechnung aufgeführt sind. Und nicht zuletzt seien die Unteregger Schülerzahlen in den vergangenen Jahren stark geschwankt. Bei weniger Schülern pro Klasse erhöhe das die Kosten pro Kind. In den vergangenen Jahren habe die Schule Untereggen mehrere Sonderschulkinder unterrichtet. Auch das kostet. «Diese Faktoren können wir nicht steuern.» In den Bereichen, in denen die Schule Handlungsspielraum habe, bewegen sich die Kosten im gleichen Rahmen wie in den Vergleichsgemeinden.

Diskussionen blieben aus

Die detaillierten Aufstellungen hat die Schulbehörde kürzlich an einem öffentlichen Anlass präsentiert. Nur wenige Bürger sind erschienen, Diskussionen blieben aus. «Für uns ist das eine schöne Bestätigung, dass wir unsere Arbeit gut machen», sagt Petra Gächter. Dennoch nehme die Schule den Auftrag der Bürgerversammlung ernst. Man hinterfrage die Ausgaben und wo immer möglich versuche man zu sparen. Eine Einsparung ist bereits in Sicht: Nach der Sanierung des Kindergartens dürften die Unterhaltskosten für diesen künftig tiefer ausfallen.

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