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Spanier hoffen auf Gnadenfrist

Das Spanische Klubhaus wird in naher Zukunft abgerissen. Wann, ist unklar. Die Stadt verhandelt nach wie vor über eine Gesamtüberbauung an der Lagerstrasse. Derweil warten die Spanier auf Bescheid, ob sie noch etwas bleiben können.
Christina Weder
Die letzte Häuserzeile an der Lagerstrasse mit drei Grundeigentümern soll einer Überbauung weichen.

Die letzte Häuserzeile an der Lagerstrasse mit drei Grundeigentümern soll einer Überbauung weichen.

Die Sommerpause ist vorbei. Trotzdem bleiben die Türen des Spanischen Klubhauses weiterhin geschlossen. «Wir haben die Betriebsferien bis zum 2. September verlängert, weil wir noch nicht wissen, wie es für uns weitergeht», sagt José Vila, Präsident des Vereins Hogar Español.

Die Spanier sitzen sozusagen zwischen Stuhl und Bank. Ihr Mietvertrag am altbekannten Standort hinter dem St.Galler Hauptbahnhof läuft Ende September aus. Ursprünglich sollten sie bis dann ins Restaurant Kreuz nach Winkeln umziehen, das sich im Eigentum der Stadt befindet. Doch dieses wird frühestens im kommenden Frühling bezugsbereit sein (Tagblatt vom 30. Juni).

Adam: «Optimum herausholen»

Der Spanierverein hat deshalb vor den Sommerferien um eine Verlängerung des Mietvertrags am alten Standort gebeten. Stadträtin Patrizia Adam sagt auf Anfrage, die Stadt werde sich bei den Eigentümern des Klubhauses für die Spanier einsetzen: «Wir wollen das Optimum für sie herausholen, so dass sie bis im Frühling bleiben können.»

Das Spanische Klubhaus gehört seit bald einem Jahr den drei Familienausgleichskassen von Gewerbe, Handel und Industrie. Mit ihnen führt die Stadt seit einigen Monaten Verhandlungen. Diese drehen sich nicht nur um die Zukunft der Spanier. Hauptsächlich geht es um das Neubauprojekt an der Lagerstrasse. An der Stelle des Klubhauses und seines Nachbargebäudes planen die Ausgleichskassen ein Bürogebäude.

Gerücht um Planungszone

Um dieses Projekt ist es in den vergangenen Wochen so ruhig geworden, dass Gerüchte kursieren, die Stadt habe eine Planungszone über die Häuserzeile an der Lagerstrasse verhängt. Das hätte zur Folge, dass die Eigentümer nichts mehr unternehmen dürften, bis die Sondernutzungspläne erlassen sind. Es wäre, als würde die Stadt die Notbremse ziehen. Patrizia Adam winkt ab: «An diesem Gerücht ist nichts dran.» Man sei mit den Familienausgleichskassen übereingekommen, dass man gemeinsam weitermache. Nun verhandle man noch über das Wie. Von Grabenkämpfen oder Interessenkonflikten will sie nichts wissen: «Es läuft gut.»

Auch ein Privater ist betroffen

Ziel ist nach wie vor eine Gesamtüberbauung an der Lagerstrasse zwischen Klubhaus und altem Frauenhaus. «Wir wollen verhindern, dass ein Sammelsurium an Einzelbauten entsteht», sagt Patrizia Adam. Dafür hat die Stadt nicht nur mit den Ausgleichskassen das Gespräch gesucht, sondern auch mit dem privaten Eigentümer des Gebäudes Lagerstrasse 8.

Für die Liegenschaften mit den Hausnummern 2 bis 6, die der Stadt gehören, hegt die Baudirektorin Pläne. Ihr schwebt vor, sie im Baurecht abzugeben. Interessenten seien noch keine in Sicht. Im Erdgeschoss seien öffentliche Nutzungen vorgesehen, ein Restaurant, Hotel oder Läden – «etwas, was Publikumsverkehr bringt». Es solle Leben ins Quartier kommen, auch nachdem das Klubhaus weggezogen sei.

Ob die Spanier noch bis im Frühling bleiben können, wird sich wohl diesen Monat weisen. Vereinspräsident José Vila wartet auf den Bescheid. Er hofft auf eine Gnadenfrist.

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