Später Ärger am Gaiserbahnhof

ST.GALLEN. Bald sind die Umbauarbeiten am Gaiserbahnhof abgeschlossen. Ginge es nach dem Behindertenverband Procap, sollte aber noch ein Lift eingebaut werden. Der Stadt fehlt dazu aber das Geld.

Elisabeth Reisp
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Die Innensanierung des Gaiserbahnhofs ist bald abgeschlossen. (Bild: Ralph Ribi)

Die Innensanierung des Gaiserbahnhofs ist bald abgeschlossen. (Bild: Ralph Ribi)

Die Umbauarbeiten am Gaiserbahnhof sind fast abgeschlossen. Aus Kosten- und Denkmalschutzgründen wurde darauf verzichtet, einen Lift einzubauen. Bereits zu Beginn dieses Jahres berichtete das Tagblatt darüber. Erst auf diesen Bericht hin ist Procap, der Verband für Menschen mit Handicap, auf den fehlenden Lift im öffentlichen Gebäude aufmerksam geworden. Ohne grosse Chance auf Erfolg versucht Procap nun die Stadt dazu zu bewegen, doch noch einen Lift einzubauen.

Nicht mehr so öffentlich

Roland Eberle, Geschäftsführer Procap Sektion St.Gallen, ist überzeugt, dass ein Lifteinbau mit einem vernünftigen finanziellen Aufwand möglich wäre. «Gemäss Behindertengleichstellungsgesetz müssen 20 Prozent der Umbaukosten für diese Dinge eingesetzt werden.» Er habe schon Kontakt zur Baudirektion aufgenommen. Sein Anliegen wurde jedoch abgewiesen mit der Begründung, die finanziellen Mittel dafür seien nicht vorhanden. Gemäss Stadtbaumeister Erol Doguoglu ist es in diesem Fall vertretbar, dass kein Lift eingebaut wurde. Der denkmalpflegerische Aufwand wäre enorm gewesen. «Da das Betreibungsamt ausgezogen ist, wird das Gebäude auch nicht mehr so stark von der Öffentlichkeit frequentiert.»

Baugesuch für WC liegt auf

Der Grund für das späte Intervenieren von Procap: «Wir haben von den Plänen schlicht nichts gewusst», sagt Eberle. Früher sei sein Team alle Baugesuche durchgegangen, um zu prüfen, wo eine öffentliche Baute nicht behindertengerecht gebaut oder umgebaut wird. Heute fehle ihm das Personal dazu.

Nun liegt auch das Baugesuch eines öffentlichen WC beim Gaiserbahnhof auf. Dass dieses behindertengerecht gebaut wird, darauf werde Procap ein Auge haben. «Aber grundsätzlich sind Sorgen unbegründet. Die Stadt ist eigentlich sehr vorbildlich in diesen Dingen», sagt Eberle.