SP-Frau ortet Ausbildungslücke

Die St. Galler SP-Kantonsrätin und pensionierte Pflegefachfrau Agnes Haag will von der St. Galler Regierung wissen, weshalb der Neubau der Emil Wild & Co. AG nicht als BZGS-Campus genutzt wird.

Daniel Wirth
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Wird abgerissen: Das Bernet-Gebäude an der Rorschacher Strasse. (Bild: Ralph Ribi)

Wird abgerissen: Das Bernet-Gebäude an der Rorschacher Strasse. (Bild: Ralph Ribi)

Das alte Bernet-Gebäude an der Rorschacher Strasse 226 soll abgebrochen werden. Die Emil Wild & Co. AG plant dort einen fünfgeschossigen Neubau für 30 bis 35 Millionen Franken (Tagblatt vom 26. Mai). Wie bekannt wurde, will sich das Kantonsspital St. Gallen (KSSG) darin einmieten und Schulungsräume unterbringen. Kantonsrätin Agnes Haag (SP, St. Gallen) hat in diesem Zusammenhang eine Einfache Anfrage eingereicht.

Campus war geplant

Haag ist pensionierte Pflegefachfrau. Sie will von der Kantonsregierung wissen, warum das Areal nicht genutzt werde für einen Campus für das Berufs- und Weiterbildungszentrum für Gesundheits- und Sozialberufe (BZGS). Das sei so geplant gewesen, schreibt Haag in ihrer Einfachen Anfrage. Der Schule, die ans Wild-Areal angrenzt, fehle der Platz, um sich entwickeln zu können. Auf einem Campus könnte die HF-Ausbildung (Höhere Fachschule), die Grundausbildung, die im Moment an der Lindenstrasse angeboten wird, und der Unterricht für die Lernenden am Custerhof in Rheineck im unteren Rheintal zusammengefasst werden, gibt Agnes Haag der Regierung zu bedenken. Dadurch könnten Synergien im grösseren Umfang genutzt werden. Haag will von der Regierung wissen, wie diese das Synergie-Potenzial eines Campus einschätze, zumal dort auch die Attestausbildung in Gesundheits- und Sozialberufen angesiedelt werden könnte.

Gibt es andere Lösungen

Agnes Haag erwähnt in ihrer Anfrage eine Publikation des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan). Gemäss Obsan müssten in naher Zukunft in der Schweiz 25 000 qualifizierte Pflegefachkräfte mehr ausgebildet werden als bisher, schreibt die SP-Politikerin. Sie fragt die Regierung an, wie der zukünftige Bedarf an Ausbildungsplätzen für die verschiedenen Berufe im Grossraum St. Gallen eingeschätzt werde. Und Haag will wissen, ob bereits andere Lösungen für die Ausweitung des Angebots geplant seien.