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SP-Blumen für SVP-Mann

Das Fazit der gestrigen Kantonsratswahlen im Wahlkreis Rorschach: Die SVP feiert ausgelassen, die FDP ist glücklich, die SP erleichtert und die CVP zufrieden.
Marianne Bargagna Alessia Pagani
Glückliche Freisinnige: Parteipräsident Raphael Frei und die wiedergewählten Kantonsräte Andreas Hartmann, Robert Raths und Jürg Bereuter. (Bild: Marianne Bargagna)

Glückliche Freisinnige: Parteipräsident Raphael Frei und die wiedergewählten Kantonsräte Andreas Hartmann, Robert Raths und Jürg Bereuter. (Bild: Marianne Bargagna)

REGION. Lange mussten die Kandidatinnen und Kandidaten im Wahlkreis Rorschach am gestrigen Sonntag auf die Ergebnisse warten. Erst nach 17 Uhr standen die Sieger der Kantonsratswahlen fest – und mit ihnen die Verlierer.

Erst zittern, dann lachen

Sie mussten sich gedulden, die Mitglieder der SP des Wahlkreises Rorschach. Im «Hirschen» in Rorschacherberg haben sie sich versammelt. Es ist kurz nach 17 Uhr und noch immer sind die Resultate nicht bekannt. Können sie ihren zweiten Sitz verteidigen? «Noch zittern wir etwas», sagt Brigitte Kuratli, Präsidentin SP-Kreis Rorschach. Dann die Erlösung. Die SP hat es geschafft. Jacqueline Schneider (bisher) und Guido Etterlin (neu) sind gewählt. Die Spannung lässt nach, die Blumensträusse werden verteilt. Vier gibt es. Je einen für Jaqueline Schneider und Guido Etterlin. Und die anderen? Brigitte Kuratli schmunzelt. Einer sei für einen möglichen dritten SP-Kantonsrat aus der Region reserviert gewesen und der vierte für ihren Gatten, der in Goldach als Gemeinderat kandidiert habe. Der SP-Mann Reto Kuratli unterlag in Goldach aber dem SVP-Mann Martin Hochreutener, der nun von der SP des Wahlkreises Rorschach einen Blumenstrauss entgegennehmen darf.

Nebst Blumen für die Gewählten gab's auch viel Applaus, Küsschen und Gratulationen. Und bei Jacqueline Schneider ein paar Freudentränen, auch weil sie nun mit Guido Etterlin ein Gspänli aus der Region habe. Etterlin selbst ist die Freude über seine Wahl ins Gesicht geschrieben: «Ich freue mich riesig.» Nun werde er alles daran setzen, seine Wahlversprechen einzulösen und dabei seine Erfahrung in der Exekutive in der Legislative umzusetzen.

Vierter Sitz bleibt Wunschtraum

Ausgelassen feierte die SVP ihre Ergebnisse. Alle Bisherigen, namentlich Fraktionspräsident Michael Götte, Sandro Wasserfallen und Mäge Luterbacher, schafften die Wiederwahl – teils unerwartet: «Ich hatte überhaupt keinen Anhaltspunkt», sagt Mäge Luterbacher. Er habe mit vielen Stimmen aus seinem Wohnort Steinach gerechnet, konnte die Gesamtzahl aber überhaupt nicht abschätzen. Er hatte denn auch «fast ein wenig Angst», dass ihm intern jemand zuvorkommt: «Wir hatten sehr starke Leute und eine super Liste.» Die 29 760 Stimmen geben ihm recht. «Wettbewerb belebt», sagt Sandro Wasserfallen im Hinblick auf die aktive Mitarbeit aller Fraktionsmitglieder. Er habe insgeheim mit der Wiederwahl gerechnet. «Ich bin erleichtert, dass es sich so bestätigt hat, wie gewollt. Aber allzu zuversichtlich darf man nie sein. Präsident Michael Götte hat mit 4848 so viele Stimmen geholt wie kein anderer in diesem Wahlkreis. «Ich habe auf den Bisherigen-Bonus gesetzt», sagt Götte. Seine Wiederwahl war für ihn aber dennoch keine gesetzte Sache: Als Parteipräsident passt man nicht allen. Man hat dafür aber verschiedene Plattformen.»

«Für Neue ist es schwierig»

«Wir wissen noch gar nicht, wer Ersatzkandidat ist», sagt CVP-Mann Felix Bischofberger um 18.30 Uhr. Was der Fraktionspräsident des Wahlkreises Rorschach zu diesem Zeitpunkt aber mit Sicherheit weiss: Er und Monika Lehmann-Wirth haben die Wiederwahl in den Kantonsrat geschafft. «Ich möchte mich bei allen bedanken für das gute Ergebnis», sagt Bischofberger nach der Wahl. Er habe mit Freude zur Kenntnis genommen, dass Persönlichkeiten, die sich für etwas einsetzten und sich engagieren, auch gewählt werden. Mit der Wiederwahl hat der Postunternehmer aus Altenrhein insgeheim aber gerechnet: «Wir hatten zwei Sitze zu vergeben und zwei Bisherige», so Bischofberger. «Für Neue ist es da schwierig.» Ziel sei es nun, die übrigen Kandidaten in die Parteiarbeit zu integrieren. Die wiedergewählte und sichtlich erfreute Monika Lehmann-Wirth geht sogar noch einen Schritt weiter und ruft die kleinen Parteien auf, die politische Mitte zu stärken: «Es ist schade, wenn wir uns gegenseitig Stimmen wegnehmen.» Die Kindergärtnerin war sich nicht sicher, ob sie als Siegerin aus der Wahl hervorgeht, schliesslich sei in Rorschach eine Negativ-Kampagne gegen sie geführt worden.

«Wir waren aktivste Partei»

«Wir sind einfach glücklich», sagt Raphael Frei, Präsident der FDP Region Rorschach, nach den gestrigen Kantonsratswahlen. Denn: «Wir haben vier Prozent zugelegt. Wir waren die aktivste Partei.» Er und sein Wahlkampfteam haben zur Wahlfeier ins «Weisse Rössli» nach Staad eingeladen. Die Bartische sind mit eleganten weissen Tischtüchern gedeckt. Es gibt prickelndes Mineral, kühlen Weisswein und fruchtigen Orangensaft. Die Freisinnigen haben guten Grund anzustossen. Alle drei Bisherigen, Jürg Bereuter, Andreas Hartmann und Robert Raths, wurden glanzvoll wiedergewählt. Es gibt an diesem Abend aber nicht nur Getränke, und Häppchen, sondern auch Ansprachen. Raphael Frei erinnert an den Start der Wahlkampagne, an die grosse Arbeit, die vom Team erledigt worden sei, an den Einsatz der Kandidierenden, an die vielen Sitzungen. Zustimmendes Nicken der vielen Anwesenden. Auch von Beat Hirs, dem Wahlkampfleiter, dem es an diesem Abend fast etwas wehmütig ums Herz ist, weil nun der spannende Wahlkampf zu Ende ist. Aber: Nach den Wahlen ist vor den Wahlen, vor den Gemeinderatswahlen im Herbst. Doch vorerst freuen sich die Freisinnigen über das gute Abschneiden bei den Kantonsratswahlen. Jürg Bereuter, Andreas Hartmann und Robert Raths bedanken sich denn auch und sagen: «Das Einstehen für eine Region, die Potenzial hat, das macht Spass.»

Die beiden glücklichen CVP-Kandidaten Monika Lehmann-Wirth und Felix Bischofberger, CVP-Präsident Region Rorschach, im Restaurant Fontana in Goldach. (Bild: Alessia Pagani)

Die beiden glücklichen CVP-Kandidaten Monika Lehmann-Wirth und Felix Bischofberger, CVP-Präsident Region Rorschach, im Restaurant Fontana in Goldach. (Bild: Alessia Pagani)

Gehen in Zukunft gemeinsam in die Pfalz: Die SP-Mitglieder Guido Etterlin und Jacqueline Schneider. (Bild: Marianne Bargagna)

Gehen in Zukunft gemeinsam in die Pfalz: Die SP-Mitglieder Guido Etterlin und Jacqueline Schneider. (Bild: Marianne Bargagna)

Mäge Luterbacher (Mitte) lässt sich von seinen Parteikollegen Beat Ruckstuhl (links) und Sandro Wasserfallen zur Wiederwahl beglückwünschen. (Bild: Alessia Pagani)

Mäge Luterbacher (Mitte) lässt sich von seinen Parteikollegen Beat Ruckstuhl (links) und Sandro Wasserfallen zur Wiederwahl beglückwünschen. (Bild: Alessia Pagani)

Bild: MARIANNE BARGAGNA ALESSIA PAGANI

Bild: MARIANNE BARGAGNA ALESSIA PAGANI

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