Sorgsamer Umgang mit der Stadtgeschichte

«Investoren drohen mit Rückzug», 17.9.2010, und «Unsachliche und unverständliche Kritik», 23.9.2010 Die geplante Parkgarage Schibenertor ist für St.

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«Investoren drohen mit Rückzug», 17.9.2010, und «Unsachliche und unverständliche Kritik», 23.9.2010

Die geplante Parkgarage Schibenertor ist für St. Gallen eine einmalige Chance, zu Resultaten archäologischer Ausgrabungen zu kommen, diese mit den reichen Schriftquellen zu vergleichen und so die Stadtgeschichte zu vervollständigen. Die Grabungen erfolgen an einem zentralen Ort mitten in der Altstadt.

Gerade die immer noch laufenden Ausgrabungen in der südlichen Altstadt haben gezeigt, dass unter der Oberfläche viele Schätze aus der Vergangenheit liegen, die jetzt für die Nachwelt dokumentiert werden können. Doch für eine vertiefte Auseinandersetzung mit der im Boden verborgenen Geschichte braucht es sogenannte Flächengrabungen durch die Kantonsarchäologie.

Denn nur diese Vorgangsweise garantiert eine lückenlose Dokumentation dessen, was durch die Baggerarbeiten beim Bau der Parkgarage unwiederbringlich zerstört wird. Die Grabungen durch die Archäologen werden nur dort ausgeführt, wo der Neubau hinkommt. Übrigens gehört diese Vorgangsweise zum Standard in allen Schweizer Städten. Dass mit den archäologischen Grabungen zeitliche Verzögerungen und auch Kosten verbunden sind, versteht sich von selbst. Wer dafür aufkommt, ist nun unter den Involvierten, auch der Stadt, zu klären.

Der Klosterbezirk wurde nicht umsonst ins Inventar der Unesco als Weltkulturerbe aufgenommen. Diese Ehre wie auch Verpflichtung verlangt den sorgfältigen und behutsamen Umgang mit den geschichtlichen und archäologischen Fundstellen der Stadt.

Andreas Jung Präsident Heimatschutz SG/AI Davidstrasse 40, 9001 St. Gallen