Sorge um neuen Fluglärm

EGGERSRIET. Neuerdings soll Eggersriet in eine Zone mit Hindernisbeschränkung für Flugzeuge, die am Flughafen Altenrhein landen, gehören. Der Gemeindepräsident erwartet nichts Gutes.

Sebastian Schneider
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Der Betrieb des Flughafens Altenrhein hat heute schon Einfluss auf Baubewilligungsverfahren in der Gemeinde Eggersriet. (Bild: Ralph Ribi/Archiv)

Der Betrieb des Flughafens Altenrhein hat heute schon Einfluss auf Baubewilligungsverfahren in der Gemeinde Eggersriet. (Bild: Ralph Ribi/Archiv)

Am Flughafen St. Gallen-Altenrhein starten oder landen täglich fast 80 Flugzeuge. Meistens überfliegen sie den Bodensee, um auf die Landebahn zu gelangen oder dieselbe zu verlassen. Weht allerdings ein starker Wind, weichen die Flugzeuge nach Osten aus, wie Thomas Mary, Pressesprecher des Flughafens erklärt. Ein Staatsvertrag mit Österreich regelt die An- und Abflugrouten über das Nachbarland. Nun stiften aber neue internationale Bestimmungen Verwirrung bei Gemeinden in der Region.

Einschränkung für Eggersriet?

Neuerdings sollen nämlich die Gemeinden Eggersriet und Rorschacherberg zusätzlich vom Flugbetrieb betroffen sein. Geht es nach dem Bundesamt für Zivilluftfahrt, werden die beiden Gemeinden in eine Zone aufgenommen, bei der eine Hindernisbegrenzung gilt. Unter anderem bedeutet dies – zumindest theoretisch – eine Höhenbeschränkung für geplante Gebäude. Roger Hochreutener, Gemeindepräsident von Eggersriet, staunte nicht schlecht, als er die Anpassungen des betreffenden Katasters studierte. «Dass wir in diese Zone kommen, ist weder vernünftig noch realitätsnahe», sagt er. Er sehe in den neuen Bestimmungen keinen Sinn und habe dies in der Vernehmlassungsantwort auch deutlich geschrieben.

Beat Hirs, Gemeindepräsident von Rorschacherberg, hat sich in den Prozess noch nicht eingeschaltet: «Soweit ich das beurteilen kann, bedeutet diese Anpassung keine Einschränkungen für unsere Bautätigkeit.» Hirs werde sich mit der Änderung aber noch detaillierter auseinandersetzen.

Hochreutener seinerseits befürchtet einen zweiten Nachteil: Wegen der Planänderung könnten womöglich die Anflugrouten angepasst werden, was neuer Fluglärm für Eggersriet bedeuten könnte. «Warum sonst hat man die Zone mit Hindernisbeschränkung erweitert?», fragt sich der Gemeindepräsident. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt bestätigt, dass ein Radius mit 2,7 Kilometer Länge festgelegt wurde und dass die neue Zone Eggersriet einschliesst. Die Anpassung erfolge aufgrund neuer internationaler Bestimmungen. «Auf Baubewilligungsverfahren in Eggersriet hat das aber keinen neuen Einfluss. Die Gemeinde hat aufgrund ihrer Topographie bereits heute Kriterien zu berücksichtigen, die den Flugplatz betreffen», sagt Sprecherin Nicole Räz. Und mit neuen Flugrouten habe die Anpassung nichts zu tun. «Flugrouten sind im Betriebsreglement des Flughafens festgehalten», sagt Räz. Also müssten dort die Änderungen vorgenommen werden.

Reine «Papierangelegenheit»

Der Flughafenbetreiber ist in der Vernehmlassung nicht involviert. Von der Anpassung habe man allerdings gehört, sagt Flughafensprecher Thomas Mary. Er hält fest, dass keine Anpassungen der Flugrouten geplant seien. Bei der Anpassung des Katasters handle es sich um eine reine «Papierangelegenheit». Es gebe keinen Grund zu Befürchtungen. Zumal Flugzeuge, falls sie über die Hügelkuppe von Eggersriet fliegen, ohnehin mehrere hundert Meter über dem Boden vorbeiziehen und beispielsweise Wohnhäuser kein Hindernis darstellten.

Stellung können Gemeinden und Kanton bis Ende August beziehen. Beim Amt für Raumentwicklung und Geoinformation heisst es, dass der Kanton eine Stellungnahme unter Einbezug der Haltungen der Gemeinden einreichen werde.