Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Solidaritätsnetz wird immer dichter

Das Solidaritätsnetz Ostschweiz besteht seit fünf Jahren. Es blickt auf eine beachtliche Entwicklung und einige Erfolge bei der Unterstützung von Flüchtlingen zurück.
Fredi Kurth
Knüpfen am Solidaritätsnetz: Andreas Nufer und Michael Zwahlen. (Bild: Coralie Wenger)

Knüpfen am Solidaritätsnetz: Andreas Nufer und Michael Zwahlen. (Bild: Coralie Wenger)

Andreas Nufer, Pfarrer in der ökumenischen Haldengemeinde, mag sich noch gut an den Start des Solidaritätsnetzes Ostschweiz erinnern: 21 Interessierte und sechs Flüchtlinge hatten sich zum ersten Anlass eingefunden. Inzwischen hat die Mitgliederzahl die Grenze von 1200 überschritten, und verschiedene Teilgruppen haben sich gebildet: in St. Gallen, im Rheintal, Toggenburg, Linthgebiet, in Graubünden und im Thurgau.

Begegnung am Mittagstisch

«Wir arbeiten leise und vor Ort», sagt Nufer, «die grosse politische Änderung haben wir nicht erreicht. Im Gegenteil: Unser Einsatz ist wichtiger denn je. Aber den Alltag von Flüchtlingen zu lindern, das gelingt uns wohl.»

Täglich treffen sich im Linsebühl 25 bis 30 Leute beim Mittagstisch. Viele Flüchtlinge bekommen durch das Netz Beratung, auch solche im Gefängnis. Und manche abgewiesene Asylbewerber erhalten doch eine Aufenthaltsbewilligung. «Es sind Dutzende, die durch unser Engagement hier bleiben durften», sagt Andreas Nufer.

Die Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende St. Gallen-Appenzell weist eine Erfolgsquote von über 70 Prozent auf. Das heisst, so gross ist die Fehlerquote, wenn beim Bundesamt für Migration Flüchtlinge in einem ersten Entscheid abgewiesen werden. «Immer weniger Angestellte urteilen beim Bund über einen Antrag, und das führt zwangsläufig zu oberflächlichen Entscheiden», sagt Andreas Nufer.

Schule und Solidaritätshaus

Das neuste Angebot von Solidaritätsnetz ist seit diesem Jahr die autonome Schule «Integra – Bildung für alle». In zwei Schulzimmern der ehemaligen Scuola Italiana in St. Fiden unterrichten sowohl Einheimische als auch Flüchtlinge. Inzwischen hat die Schulleitung einen Stundenplan aufgestellt, der neben offenkundigen Fächern wie Deutsch für Anfänger und Deutsch für Fortgeschrittene auch Arabisch für Anfänger, Basteln und Singen, Tanzen oder Computer umfasst.

Die angebotenen 20 Kurse werden von 6 bis 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmern besucht, nicht nur Flüchtlinge.

In Planung ist bereits auch ein Solidaritätshaus, ein offener Kulturtreffpunkt für Flüchtlinge und Migranten-Vereine in der Stadt. Unter jenem Dach sollen auch der Mittagstisch und die Integra-Schule Platz finden. Zu diesem Zweck wurde am Donnerstag ein Trägerverein gegründet.

Diese News sind der neuen Homepage von Solidaritätsnetz zu entnehmen, welche trotz der freiwilligen Basis die Professionalität der Organisation unterstreicht. «Sie nimmt das Wachstum unserer Institution auf», sagt Michael Zwahlen, zuständig für die Kommunikation. Auch ein neues Logo deutet auf das gestärkte Selbstverständnis hin.

www.solidaritaetsnetz.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.