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Sogar Brian May wirbt für sie

Rote Haare, kraftvolle Stimme und riesige Bühnenpräsenz: Das sind die Markenzeichen von Brigitte Oelke. Sie ist auf der Musicalbühne zu Hause und kann dank ihrer Paraderolle als Killer Queen ihre einstigen Idole zu ihren Fans zählen.
Corina Tobler
Brigitte Oelke fühlt sich auf der Bühne zu Hause. (Bild: Corina Tobler)

Brigitte Oelke fühlt sich auf der Bühne zu Hause. (Bild: Corina Tobler)

GOLDACH. Dieses Wochenende tritt sie nicht in München, Wien oder Zürich auf. Stattdessen wirbelt Brigitte Oelke an der Unterhaltungsshow der Melodia Goldach in der Wartegghalle über die Bühne. Klar, dass ihr Bruder Daniel Zeiter, Melodia-Dirigent, für seine «Nacht des goldenen Musicals» sie engagiert hat. Schliesslich ist Brigitte Oelke in der deutschsprachigen Musicalwelt ein Star. Spätestens seit sie die Rolle der Killer Queen in der deutschen Uraufführung von «We Will Rock You» ergattert hat, dem Musical zu Ehren der britischen Rockband Queen.

Ein schüchterner Teenager

Wer dem quirligen Rotschopf heute begegnet, braucht wenig Vorstellungskraft, um sie auf einer Bühne zu sehen. «Das war aber nicht immer so. Als Kind war ich sehr scheu. Ich trug immer kurze Haare und war ein Strich in der Landschaft. Und ich wollte immer lieber ein Bub sein», erinnert sich Oelke schmunzelnd zurück. Sie ist in St. Gallen geboren und später in Buechen aufgewachsen. Die Musik hat schon immer eine grosse Rolle in ihrem Leben gespielt, das richtige Instrument hat die Tochter von Rosy Zeiter aber lange nicht gefunden. «Ich fing an mit Blockflöte und lernte dann Akkordeon. Als Teenager fand ich das dann aber extrem uncool. Dann entdeckte ich die Band Queen, die mich sehr geprägt hat. Also wollte ich Gitarre spielen können – musste allerdings akustische statt elektrische Gitarre lernen. Mit dem Zupfen hatte ich es nicht so, ich wollte lieber Lärm machen. Also gab ich nach einem Jahr wieder auf», erzählt sie und lacht. Auf der E-Gitarre, die ihr ihre Mutter schenkte, habe sie sich immerhin das Solo von Queen-Gitarrist Brian May in «Crazy Little Thing Called Love» beigebracht. Nebenbei begann sie, Ballett, Jazz- und Steptanz zu lernen.

Doch vorerst blieb die grosse Bühne im Hintergrund, und Brigitte Oelke absolvierte «ganz normal» eine KV-Lehre. «So richtig verändert und aus mir heraus gekommen bin ich erst, als ich mit 19 ein Jahr lang als Au Pair in die USA ging.» In Kalifornien überwand Oelke ihre Schüchternheit und genoss die Freiheit, im eigenen Auto umherzufahren. «Da merkte ich: Im Büro arbeiten geht gar nicht.»

«Angst hatte ich nie»

Also bewarb sie sich um eine Musicalausbildung und wurde schliesslich an der Hamburger Stage School of Musical, Dance and Drama aufgenommen. 1994 schloss sie ab und erreichte, was sich alle Jungdarsteller erträumen: Sie bekam sofort ein erstes Engagement im Musical «La Cage des Folles». Seither folgte eine Rolle auf die andere, darunter die Titelrolle in «Evita», Anita in «West Side Story», Maria Magdalena in «Jesus Christ Superstar», Sally Bowles in «Cabaret», und jüngst am Theater St. Gallen Mama Morton in «Chicago». Im Sommer folgt der nächste Coup: «In Erfurt spiele ich in der Uraufführung von <Jedermann> den Tod. Das wird toll», freut sie sich. Läuft also alles wie am Schnürchen? «Ich hatte Glück, nie eine Durststrecke zu haben. Und ich hatte nie Angst. Ich kenne Leute, die nach einer Weile in der Branche fertig waren. Man weiss halt nie, was in einem Jahr sein wird, muss ständig vorsingen. Man bekommt kaum je Rollen aufgrund früherer Auftritte. Der Gedanke <Jetzt höre ich auf> schiesst mir jedes Jahr einmal durch den Kopf. Nur tun werde ich es wohl nie. Dafür liebe ich die Bühne zu sehr.»

Geliebt wird Oelke seit 2004 auch von den Fans des Queen-Musicals «We Will Rock You». Es erzählt die Geschichte von Rebellen, die sich gegen eine Welt auflehnen, in der Musik und Gedankengut von einem weltweiten Unternehmen namens GlobalSoft vorgegeben werden. An der Spitze dieses Unternehmens kämpft die selbstverliebte Killer Queen gegen die Rebellen, die Rockmusik wiederbeleben wollen. Zunächst stand Oelke der Produktion kritisch gegenüber. «Ich dachte, Queen als Musical könne nicht gut sein. Bis ich herausfand, dass Brian May und Roger Taylor involviert waren. Ich ging nach London und war völlig geflasht. Und dachte, die Killer Queen ist meine Rolle.»

Im Duett mit Queen-Gitarrist

Schliesslich wurde in Oelkes damaligem Wohnort Köln die Besetzung für die deutsche Uraufführung gesucht. «Alle waren da, jeder wollte in dieses Musical. Ich habe mich noch nie so intensiv auf eine Audition vorbereitet.» Oelke bekam ihre Paraderolle, die sie seit mittlerweile zehn Jahren spielt. Und lernte dabei ihre früheren Idole persönlich kennen. «Anfangs war ich sofort wieder 15 Jahre alt. Heute ist Brian ein Freund. Er ist ein ganz normaler, liebenswürdiger Mensch, der nie schlecht über andere redet.» Ein Höhepunkt in Brigitte Oelkes Karriere war die Party nach der Uraufführung in Köln, wo sie mit Queen-Gitarrist Brian May im Duett auftrat. «Ich musste einfach. Es war ein unglaubliches Gefühl.»

Die Wertschätzung beruht auf Gegenseitigkeit. Heute wirbt Brigitte Oelke mit dem Slogan «elegance, power, and a killer voice». Den hat nicht etwa ein Werber ausgearbeitet. Die Worte stammen aus der Feder von Brian May höchstpersönlich.

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