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SOFORTMASSNAHME: Trotz Auszonung: St.Galler Stadtrat will auf der Sömmerliwiese bauen

Überraschung an der Hauptversammlung des Quartiervereins Lachen: Die Stadt St.Gallen will nun doch auf die an sich aus der Bauzone entlassenen Sömmerliwiese ein Gebäude für die Tagesbetreuung stellen. Aber nur ein provisorisches.
Reto Voneschen
Die Sömmerliwiese im St.Galler Quartier Lachen wird mit dem 1. April von der Bau- in die Grünzone umgeteilt. Dies ist die Folge der Opposition im Quartier gegen einen Neubau für die Tagesbetreuung von Schulkindern auf der Freifläche: Das städtische Stimmvolk hat die deswegen lancierte Auszonungsinitiative vor einem Jahr gutgeheissen. (Bild: Ralph Ribi)

Die Sömmerliwiese im St.Galler Quartier Lachen wird mit dem 1. April von der Bau- in die Grünzone umgeteilt. Dies ist die Folge der Opposition im Quartier gegen einen Neubau für die Tagesbetreuung von Schulkindern auf der Freifläche: Das städtische Stimmvolk hat die deswegen lancierte Auszonungsinitiative vor einem Jahr gutgeheissen. (Bild: Ralph Ribi)

Es war eigentlich von Anfang an klar: Nachdem das Neubauprojekt auf der Sömmerliwiese vor einem Jahr am Nein des Stimmvolkes gescheitert ist, braucht es dringend bauliche Massnahmen für die ausserfamiliäre Tagesbetreuung der Kinder aus dem Schulhaus Feldli. Der ehemalige Kinderhort Gerbeweg, in dem heute die Angebote der Tagesbetreuung angesiedelt sind, platzt aus allen Nähten. Er wurde für 30 Kinder gebaut, heute werden hier aber 110 Kinder betreut. Der vorhandene Platz reicht dafür hinten und vorne nicht aus, auch wenn die Infrastruktur vor einiger Zeit durch ein Provisorium für den Mittagstisch erweitert wurde. Die Stadt will jetzt handeln.

Auf der Wiese standen schon andere Provisorien

Dass bauliche Sofortmassnahmen nötig sind, ist nicht bestritten. Eine Überraschung ist aber, wie die Stadt die Raumprobleme am Gerbeweg angehen will. Sie will in ein Provisorium auf der Sömmerliwiese zügeln. Das hat Baudirektorin Maria Pappa an der Hauptversammlung des Quartiervereins Lachen bekannt gegeben. Die Idee macht im Grundsatz sicher Sinn. Auf der Sömmerliwiese standen vor einigen Jahren auch schon Provisorien fürs Schulhaus Feldli. Trotzdem hat die Mitteilung von Stadträtin Pappa am Donnerstagabend bei den Mitgliedern des Quartiervereins Überraschung ausgelöst.

Auf der Sömmerliwiese darf nämlich eigentlich nicht mehr gebaut werden: Eine Anwohnergruppe hatte sich gegen eine Teilüberbauung der Grünfläche mit einem Neubau für die Tagesbetreuung gewehrt. Und das städtische Stimmvolk hat im Februar 2017 eine von der IG Sömmerliwiese lancierte Initiative zur Umteilung der Freifläche von der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen (Zöba) in die Grünzone A überraschend klar angenommen. Die Umzonung wird auf kommenden 1. April rechtskräftig. Auf solchen Flächen sind zeitlich befristete Provisorien grundsätzlich möglich. So soll ja während der Sanierung des Theaters St. Gallen der Betrieb ja auch in einem Provisorium im Stadtpark aufrecht erhalten werden.

Provisorium in Containern

Die Details des Provisoriums für die Tagesbetreuung der Feldli-Kinder auf der Sömmerliwiese sind gemäss Maria Pappa noch nicht geklärt. Die Vorbereitungsarbeiten befinden sich in einem frühen Stadium. Offen ist auch der Zeitpunkt der Inbetriebnahme des Provisoriums in Containern (zwischen Herbst 2018 und Sommer 2019) wie auch ihr genauer Standort auf der Wiese. Im Gespräch ist etwa das Aufstellen in der nordwestlichen Ecke der Freifläche an der Schönau-/Sömmerlistrasse.

Bereits im Gang ist auch die Erarbeitung eines neuen Neubauprojekts für die Feldli-Tagesbetreuung. An erster Stelle steht die Standortsuche. Gespräche dazu mit dem Quartierverein haben gemäss Stadträtin Maria Pappa und Quartiervereinspräsident Pius Jud stattgefunden. Ziel der Stadt ist es, den Neubau bis frühestens 2023 zu erstellen. Womit auch der Zeithorizont klar ist, bis wann das Provisorium auf der Sömmerliwiese nötig wäre.

Für beide Projekte, Provisorium wie Neubau, ist der übliche politische Entscheidungsprozess mit mindestens einem Parlamentsbeschluss nötig. Reaktionen aus dem Quartier aufs Provisorium auf der Sömmerliwiese stehen bisher noch aus.

Die Zürcher Strasse wird neu gestaltet

Zweites grosses Thema an der diesjährigen Hauptversammlung des Quartiervereins Lachen war die Zürcher Strasse. Präsident Pius Jud und Vizepräsident Ruedi Preisig gaben eine positive Stellungnahme zum Projekt ab. Vor einem Jahre waren die Voten noch skeptisch bis ablehnend gewesen. Dies vor allem, weil das Gewerbe negative Auswirkungen vom Wegfall von Parkplätzen befürchtete.

Inzwischen haben der Quartierverein und die Stadt das Gespräch über die Zürcher Strasse in der Lachen gefunden; die Bedenken aus dem Quartier seien dabei aufgenommen worden. Am 24. April will die Stadt über die Pläne mit der Zürcher Strasse im Schulhaus Schönenwegen informieren.
Die Stadt wolle aus der Zürcher Strasse durch die Neugestaltung mehr machen als eine Achse, die das Quartier in zwei Teile trenne, betonte Stadträtin Maria Pappa.

Nach Gesprächen mit verschiedenen am Projekt interessierten Gruppen sei allerdings klar, dass es auf dieser Hauptachse viele Zielkonflikte gebe. Man werde nicht alle Wünsche erfüllen können. Es werde allseits Kompromisse brauchen, um zu mehrheitsfähigen Lösungen zu kommen. Man sei aber auf einem guten Weg, zeigte sich Maria Pappa an der Hauptversammlung vom Donnerstagabend in der Lachen optimistisch.

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