SÖMMERLIWIESE: SP will Wiese ganz erhalten

Die städtische SP hat an ihrer Mitgliederversammlung die Ja-Parole zur Zonenplan-Initiative gefasst. Der Gegenvorschlag findet keine Mehrheit.

Luca Ghiselli
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Am 12. Februar stimmt die Stadtsanktgaller Bevölkerung über eine Umzonung der Sömmerliwiese ab. (Bild: Benjamin Manser)

Am 12. Februar stimmt die Stadtsanktgaller Bevölkerung über eine Umzonung der Sömmerliwiese ab. (Bild: Benjamin Manser)

Rund 30 SP-Mitglieder sind am Mittwochabend der Einladung zur Mitgliederversammlung in die Militärkantine gefolgt. Der wichtigste Punkt auf der Traktandenliste: Die Parolenfassung zur Initiative «Für eine grüne Sömmerliwiese». Sowohl der Ausbau der Tagesbetreuung als auch der Schutz von Grünflächen sind für die Sozialdemokraten von Bedeutung. Dass die Abstimmung bei der Parolenfassung knapp werden dürfte, konnte deshalb bereits im Vorfeld erwartet werden. Um die Entscheidungsfindung zu erleichtern, hatte die SP Markus Mauchle von der IG Sömmerliwiese und FDP-Stadtparlamentarier Roger Dornier eingeladen. Während erstgenannter für die Initiative warb, empfahl Dornier den SP-Mitgliedern ein Ja zum Gegenvorschlag.

Zunächst trat Markus Mauchle vor die Anwesenden. Er betonte die Bedeutung der Sömmerliwiese fürs Quartier. Ausserdem äusserte er Kritik an der geplanten Tagesbetreuung. «Das Projekt ist überdimensioniert und pädagogisch nicht sinnvoll», sagte Mauchle. Ebenfalls kritisierte er die Informationspolitik der Stadt. «Sie hat am Quartier vorbeigeplant und die Bevölkerung nicht einbezogen.»

Idealer Standort oder pädagogischer Unsinn?

Dem widersprach Roger Dornier nicht. Er trat als Vertreter einer Mehrheit des Stadtparlaments auf, um für den Gegenvorschlag zu werben. «Die Kommunikation der Stadt war, wie so oft, falsch», sagte Dornier. Er habe auch Verständnis für das Anliegen der Initianten. «Trotzdem bin ich überzeugt, dass der Gegenvorschlag im Sinne aller die beste Lösung ist.» Es sei vertretbar, einen Fünftel der Wiese «anzuknabbern». Sie bleibe auch so ein Begegnungsort. Dornier gab zudem zu bedenken, dass die Stadt auch andere Standorte geprüft hatte. Die Sömmerliwiese habe sich dabei aber als die beste Option erwiesen.

Christian Crottogini, der bis 2014 Leiter des Schulamts war, eröffnete die anschliessende Diskussion. Er habe Mühe mit den Plänen der Stadt, obwohl ihm die Tagesbetreuung ein grosses Anliegen sei. Dies, weil die Pläne nicht langfristig gedacht seien. Die Stadt müsse sich weg vom Hortkonzept und hin zu Tagesschulen im engeren Rayon der Schulhäuser entwickeln. Dem stimmte auch der pensionierte Lehrer und Autor Fred Kurer zu, der Mitglied der IG Sömmerliwiese ist.

Ein anderes SP-Mitglied beklagte, dass der Postulatsbericht zur den freiwilligen Schulhausangeboten (FSA) immer noch ausstehe. Solange dieser nicht vorliege, könne kaum eine Entscheidung getroffen werden. Wieder ein anderer Anwesender betonte, dass es legitim sei, ein Stück der Wiese für etwas herzugeben, dass einem viel wert sei.

Schliesslich schaltete sich auch Stadträtin Maria Pappa in die Diskussion ein. Sie machte sich stark für den Gegenvorschlag. Es sei dringend nötig, schnell eine Lösung zu finden. «Die Zustände in der Tagesbetreuung am Gerbeweg sind nicht haltbar», sagte Pappa. Eine Nachfolgelösung sei dringend notwendig. Die Stadträtin stellte ausserdem in Aussicht, dass der Postulatsbericht zu den FSA bereits kommende Woche vorgelegt werde. Es bleibe also genug Zeit, diesen vor dem Urnengang zu diskutieren.

Die SP-Mitglieder entschieden sich mit 14 zu 9 Stimmen für ein Ja zur Initiative. Der Gegenvorschlag fand keine Mehrheit: 14 Mitglieder stimmten dafür, ebenso viele dagegen. Bei der Stichfrage gaben 19 Anwesende der Initiative den Vorzug, 14 würden im Fall einer Annahme beider Vorlagen den Gegenvorschlag bevorzugen. Ein Ordnungsantrag zur Stimmfreigabe wurde deutlich abgelehnt.