Sömmerliwiese kommt vors Volk

Das Stimmvolk muss entscheiden, ob ein Teil der Sömmerliwiese der Tagesbetreuung geopfert werden soll.

David Gadze
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Das städtische Stimmvolk wird über die Zukunft der Sömmerliwiese befinden müssen. Es muss entscheiden, ob sie als Ganzes in die Grünzone umgezont wird, wie es eine Initiative verlangt, oder ob etwa ein Fünftel der Fläche am östlichen Rand zur Zone für öffentliche Bauten und Anlagen gehören soll, wie es der Gegenvorschlag des Stadtrats vorsieht. Dieser will dort eine neue Tagesbetreuung für die Schulhäuser Schönenwegen und Feldli bauen.

Viele Parlamentarier im Dilemma

Das Stadtparlament ist gestern dem Antrag des Stadtrats gefolgt und hat dessen Gegenvorschlag angenommen. Vorausgegangen war eine Diskussion, in der das Dilemma vieler Parlamentarier zum Ausdruck kam: eine Grünfläche im Siedlungsgebiet zu erhalten oder den Ausbau der Tagesbetreuung zu ermöglichen. Die meisten Votanten betonten jedoch, dass es noch nicht um das Bauprojekt gehe, sondern erstmal nur um die Frage der Zonierung.

«Mit einem Ja zur Umzonung sagen wir Nein zu etwas, von dem wir nur die Hälfte wissen», sagte Daniel Stauffacher, Präsident der CVP/EVP-Fraktion. Denn beim Bauvorhaben seien gerade einmal Grösse und Aussehen bekannt. Fragen wie die Strategie bei den FSA-Angeboten, die Entwicklung der Schülerzahlen, weitere Standorte für die Tagesbetreuung oder die Kosten seien unbeantwortet. Stauffacher verwies auf den Bericht zu einem Postulat, der hängig ist. Um alle Optionen offenzuhalten, spreche sich seine Fraktion für den Gegenvorschlag und damit für eine Volksabstimmung aus. Eine sorgfältige Güterabwägung sei aber auch dem Stimmvolk nur mit der vollständigen Auslegeordnung möglich. «In diesem Sinn möchten wir unser Vorgehen nicht bereits als Ja zum Projekt verstanden wissen.»

Kritik an einem Hort für zwei Schulhäuser

Ähnliche Voten kamen auch von den anderen Fraktionen. Namens der Grünen, Jungen Grünen und Grünliberalen kritisierte Basil Oberholzer, dass die Betreuung zweier Schulhäuser zentralisiert werden soll. Auch Stefan Keller von der FDP-Fraktion zeigte sich «skeptisch, dass dies die beste Lösung darstellt». Man werde das Projekt diskutieren müssen. Für Andrea Hornstein (PFG) war klar: Wenn etwas gebaut werden sollte, dann die Tagesbetreuung. Was für ein Projekt sinnvoll sei, werde später diskutiert.