So sieht das junge St. Gallen aus

Die Organisatoren des zweiten «JungKult»-Festivals wollen die engagierten Jugendlichen der Region aus dem stillen Kämmerlein holen. Am Samstag, 8. August, wird in der Marktgasse gefilmt, getanzt, gereimt und gesungen.

Roger Berhalter
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Engagement für die Jugend: Simone Meyer, Benjamin Trösch und Reto Schefer (von links) vom «JungKult». (Bild: Roger Berhalter)

Engagement für die Jugend: Simone Meyer, Benjamin Trösch und Reto Schefer (von links) vom «JungKult». (Bild: Roger Berhalter)

Reto Schefer zeigt auf drei Fotos an der Wand: Ein junger Mann sitzt vor dem Computer, junge Frauen stemmen Biergläser in die Höhe, ein Joint glimmt in Nahaufnahme. Gamen, saufen und kiffen. «Viele ältere Leute stellen sich die heutige Jugend etwa so vor», sagt Schefer. Doch dieses Bild sei falsch, sagt der OK-Chef des «JungKult»-Festivals. «Es gibt viele engagierte junge Leute, die ihre Freizeit sinnvoll verbringen.» Schefer spricht aus Erfahrung, organisiert er doch zusammen mit Simone Meyer und Benjamin Trösch regelmässig Anlässe im Jugendkulturraum Flon.

Viel Hip-Hop im Programm

Gestern stellten die drei im Büro des Jugendkulturraums Flon das Programm des zweiten «JungKult»-Festivals vor. Mit dem Anlass in der Marktgasse wollen die Veranstalter auch älteren Semestern zeigen, wie das junge St. Gallen aussieht. Die Jugendkultur sichtbar machen, mit Vorurteilen aufräumen, talentierten Jugendlichen eine Plattform bieten – das sind die Ziele des Festivals, das 2014 zum erstenmal stattfand, und das auf eine Initiative des Jugendsekretariats zurückgeht.

Am Samstag, 8. August, geht das «JungKult» nun in die zweite Runde. Von 9.30 Uhr bis 20 Uhr sind in der Marktgasse zwischen Markt- und Bärenplatz vielerlei Darbietungen zu sehen (siehe Kasten). Das Programm ist Hip-Hop-lastig, denn viele der im Flon beheimateten Rapper und Breakdancer machen mit. Aber auch ruhigere Singer-Songwriter und Poetry-Slammer sind am «JungKult» zu hören, und mit der etablierten Band Gion Stump & The Lighthouse Project ist ein Headliner im Programm.

Wie ein Kurzfilm entsteht

Calvin Mattes wird in der Marktgasse zeigen, was es alles braucht, um einen Kurzfilm zu drehen. «Es gibt nicht nur den kreativen Teil, es ist auch viel Technik und Arbeit nötig», sagt der 19-Jährige. Eine Woche lang hat der GBS-Student an seinem 90sekündigen Videofilm gearbeitet, der eine traumwandlerische Begegnung zwischen einem Jogger und einer Tänzerin in der Stadt zeigt. Der St. Galler freut sich auf das «JungKult»: «Dort kann ich mit meiner Arbeit viele Leute erreichen.»