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SMARTPHONE-APP: Der digitale Coach

Bruno Augustoni aus Rorschacherberg ist 63 Jahre alt und ­Verkaufsexperte. Sein Wissen vermittelt er neuerdings auch auf digitalem Weg.
Arcangelo Balsamo
Öffnet der Benutzer die App Augustonis, so erhält er Zugriff auf Videos, die Grundlagen und Strategien für Verkaufsgespräche veranschaulichen.

Öffnet der Benutzer die App Augustonis, so erhält er Zugriff auf Videos, die Grundlagen und Strategien für Verkaufsgespräche veranschaulichen.

Arcangelo Balsamo

arcangelo.balsamo

@tagblatt.ch

Mit 63 Jahren freuen sich viele Männer auf ihre Pensionierung oder gehen in die Frühpension. Nicht so Verkaufsexperte Bruno Augustoni aus Ror­schacherberg. Im Gegensatz zu ihnen arbeitet er nicht nur weiter, sondern versucht gar etwas Neues. Seit Beginn des Jahres bietet sein Unternehmen eine Smartphone-App an. «Nachdem ich entschieden hatte, dass ich noch mindestens zehn Jahre arbeiten will, überlegte ich, wie es mit meinen Trainings weitergehen soll.» Nachdem er festgestellt hatte, dass heutzutage ­jeder sein Smartphone stets griffbereit hat, entstand die Idee, eine App zu entwickeln. Besonders wichtig sei ihm gewesen, dass die Neuerung zeit­gemäss und nachhaltig sei, sagt der Rorschacherberger.

Augustoni machte ursprünglich eine Sprachausbildung und lernte während dieser sechs Sprachen. Er spricht Italienisch, Spanisch, Englisch, Französisch, Russisch und Deutsch. Seine Sprachfähigkeiten erlauben es ihm, Präsenztrainings auf der ganzen Welt durchzuführen. «Ich gebe Trainings in China, den USA und auch in Mexiko», sagt Augustoni. An seinen Trainings schult er Verkäufer. Er gibt ihnen Tipps und zeigt ihnen die wichtigsten Strategien, wie sie ein Produkt am besten verkaufen. «Wenn man nicht weiss, wie man professionell verkauft, kommt man nicht weit. Verkaufen ist die grösste Wertschöpfung eines Unternehmens. Ohne Verkaufen ist alles nichts. Zudem muss ein Produkt heutzutage gut sein», sagt er. Entscheidend sei vor allem das Verhalten und nicht das Wissen, so der Berater. Deshalb nennt er seine Seminare Trainings. «Ich weiss schliesslich auch, wie man wie Ronaldo Fussball spielt. Doch jedes Mal, wenn ich auf den Platz komme, fühle ich mich klein, bleich und hässlich.» Dass Augustoni einen Vergleich aus der Welt des Fussballs wählt, kommt nicht von ungefähr. Der 63-Jährige war in den 80er-Jahren nicht nur Stadtparlamentarier Rorschachs, sondern auch Präsident des FC Rorschach.

App dient als Ergänzung

Nach dem Herunterladen der App Augustonis gilt es, sich für eine Sprache zu entscheiden. Die App gibt es sowohl auf Englisch als auf Deutsch. Hat der Benutzer eine Wahl getroffen, erhält er Zugriff auf kurze Videos. In diesen erklären Augustoni und seine Mitarbeiter die Grundlagen und Strategien, die es bei Verkaufsverhandlungen zu beachten gilt. Obwohl keines der Videos länger ist als zwei Minuten, stecke sehr viel Aufwand dahinter, sagt Augustoni. «Besonders das Schreiben der Drehbücher und die Aufnahmebearbeitung nehmen viel Zeit in Anspruch.» Wenn Kunden eine spezifische Beratung möchten, so können sie ihre Fragen via App direkt an Augustoni richten und erhalten von ihm eine Antwort per Video. Dass der Berater für diese mittlerweile oft vor der Kamera steht, stört ihn nicht: «Ich stehe seit über 30 Jahren vor Menschen und die Arbeit mit dem neuen Medium macht mir sogar Spass.» Zudem sang er früher vor Publikum. Nach seiner Erstausbildung, machte er eine Opernausbildung. Trotz App und Videos geniessen die Präsenz­trainings weiterhin höchste Priorität. «Ich sehe die App als Ergänzung. Der Vorteil ist, dass sich die Kunden die Videos immer wieder anschauen, sich vorbereiten und nachhaltig entwickeln können», so Augustoni. Ein Unternehmen könne zwar auf die Digita­lisierung setzen, aber im Endeffekt lebe es von den Mitarbeitern. «Nur weil zwei Personen dieselbe Powerpoint-Präsentation für einen Vortrag zur Verfügung haben, heisst es noch ­lange nicht, dass beide Vorträge gleich gut werden. Der wichtigste Erfolgsfaktor ist immer noch der Präsentator selbst.»

Die App zu programmieren dauerte ein halbes Jahr. Produziert wurde sie von Spezialisten. «Vom Programmieren habe ich keine Ahnung. Deshalb habe ich es Experten überlassen. Ich bin ohnehin ein Fan von Spezialisten», sagt er und streicht erneut heraus, dass Wissen alleine nicht genüge: «Entscheidend ist, dieses richtig anzuwenden.»

Auch privat scheut sich der 63-Jährige nicht, sich mit der neuen Technik auseinanderzusetzen. «Es gehört zum heutigen Leben einfach dazu und zum Teil erleichtern die Apps auch den Alltag. Ausserdem wird man alt, wenn man sich nicht damit auseinandersetzt.» Alt werden. Ein Gedanke, vor dem es Augustoni genau so schaudert wie vor der Pensionierung.

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