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SMART CITY: St.Gallen wird immer intelligenter

Seit rund einem halben Jahr ist das Smartnet in Betrieb. Das intelligente Funknetz ermöglicht die Kommunikation zwischen Gegenständen. Das Ziel ist die Erhöhung der Effizienz. Viele Anwendungen wirken sich direkt auf den Alltag aus.
David Gadze
Effiziente Leerung: Unterflursammelstellen übermitteln den Füllstand der Container automatisch. (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Effiziente Leerung: Unterflursammelstellen übermitteln den Füllstand der Container automatisch. (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Mit dem Glasfasernetz hat die Stadt St.Gallen ein Nervensystem bekommen, das «smarte» Dienste ermöglicht. Die Anzeige der Busabfahrtszeiten an den Haltestellen und auf dem Smartphone oder das Parkleitsystem sind nur zwei Beispiele. «So wird St.Gallen Schritt für Schritt zur ‹Smart City›», sagt Peter Stäger, Leiter Telecom bei den St.Galler Stadtwerken.
Ein weiterer Schritt dazu ist das Smartnet, ein strahlungsarmes Funknetz, welches die St. Galler Stadtwerke bis Ende 2016 flächendeckend aufgebaut haben (siehe Zweittext). Verschiedene Dinge können so auf einfache Weise miteinander vernetzt werden, weshalb oft vom «Internet der Dinge» die Rede ist. Und immer mehr solcher «Dinge» oder Dienste kommen hinzu. So soll die Suche nach oberirdischen Parkplätzen dank Sensoren in Parkfeldern schon bald der Vergangenheit angehören. Die Stadtpolizei führt ab Juli an der Davidstrasse und an der Pestalozzistrasse ein entsprechendes Pilotprojekt durch (Ausgabe vom Samstag).Während viele solcher Anwendungen direkt im Alltag spürbar sind, bekommen die Bürger von anderen wenig bis gar nichts mit.

Sensoren erkennen Füllstand von Containern

Schon seit einigen Jahren sammelt Entsorgung St.Gallen Erfahrungen mit Sensoren, welche den Füllstand von Altglascontainern messen und über das Mobilfunknetz senden. Das sei insbesondere bei den neuen Unterflursammelstellen ein Vorteil, deren Füllstand sich nicht von blossem Auge erkennen lasse, sagt Armin Huser, Verantwortlicher für Abfallentsorgung und Recycling. «Dadurch können wir die Entleerung der Container besser planen und Leerfahrten verhindern.» Zudem könnten betriebliche Abläufe verbessert werden, da man die Entsorgungsfahrzeuge auch zu anderen Zwecken einsetzen könne. Nun überprüft das Entsorgungsamt, ob eine Umrüstung der Unterflursammelstellen mit Smartnet-Sensoren Sinn macht. Vergangene Woche wurden die ersten Container zu Testzwecken damit ausgestattet. Ein Vorteil ist gemäss Huser, dass die Datenübertragung über Smartnet viel weniger Energie braucht als über das Mobilfunknetz, zudem ist die Strahlenbelastung tiefer. Ein offener Punkt ist jedoch, wie gut die Datenübertragung aus den Metallbehältern klappt. Die Resultate des Testbetriebs sollen bis im Herbst vorliegen.
Entsorgung St. Gallen testet derzeit auch die Überwachung der grossen Unterflurbehälter für Abfallsäcke mittels Smartnet-Sensoren. Auf die wöchentlichen Sammeltouren werde dies jedoch keinen Einfluss haben, sagt Huser. Denn selbst in Quartieren mit einer grossen Unterflurcontainer-Dichte deponieren viele Anwohner ihre Abfallsäcke weiterhin vor der Haustür. Es könne aber etwa dann ein Vorteil sein, wenn ein Container bereits einige Tage vor der Sammeltour voll sei und geleert werden müsse. «Es erhöht zwar nicht die Effizienz, wenn wir mit einem Abfallwagen eigens in ein anderes Quartier fahren müssen, aber Sauberkeit muss auch sein.»

Licht nur dort, wo es gebraucht wird

Die Verkehrsbetriebe St.Gallen machen sich das Smartnet ebenfalls zunutze: Sensoren messen die Temperatur der Fahrleitungen. Dies ist vor allem im Winter wichtig, wenn diese gefrieren.
Eine weitere Smartnet-Anwendung ist das Anpassen der Beleuchtung von Strassen oder öffentlichen Plätzen an die Verkehrsmenge beziehungsweise die Personenfrequenz. «So können wir gezielt jene Orte beleuchten, wo es gerade Licht braucht», sagt Peter Stäger. Nachts wird die Beleuchtung automatisch gedimmt, wenn die Sensoren keine Bewegungen registrieren, so etwa am neugestalteten Vadianplatz.

Nicht geeignet für datenreiche Anwendungen

Je mehr Anwendungen über das Smartnet laufen beziehungsweise je mehr Daten übermittelt werden, desto mehr Antennen braucht es. Bei grösseren Datenmengen – etwa Stromzählern grosser Liegenschaften – stösst das Smartnet jedoch an seine Grenzen. In solchen Fällen ist eine Übertragung direkt über das Glasfasernetz notwendig. Eine Option könnte gemäss Peter Stäger deshalb sein, das kostenlose städtische Drahtlosnetz, das derzeit verschiedene Bereiche der Innenstadt abdeckt, gezielt auszubauen. Die Kosten seien jedenfalls gerechtfertig: «Eine ‹Smart City› bedeutet primär auch Lebensqualität, die sich nicht nur an finanziellen Faktoren misst, sondern auch an nicht messbaren.»

Funknetz auf Glasfasernetz

Strahlungsarm Beim Smartnet handelt es sich um ein sogenanntes «Long Range Wide Area Network» (LoRaWAN). Sensoren ermitteln verschiedene Arten von Daten und übermitteln sie über Funk an die Antennen, die mit dem städtischen Glasfasernetz verbunden sind. Derzeit sind in St. Gallen sechs solcher Antennen, sogenannte Gateways, installiert. Sie decken das ganze Stadtgebiet ab, können aber nur eine bestimmte Datenmenge verarbeiten. Deshalb soll ihre Zahl mittel- bis langfristig auf 20 bis 30 steigen. Die Strahlung des Smartnet ist etwa um den Faktor 10000 tiefer als beim Mobilfunk. (dag)

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